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Vierzehnheiligen
Kirche

So geht es in Vierzehnheiligen während der Corona-Pandemie weiter

Aufgrund der Corona-Pandemie bleiben die Kirchenbänke vorerst leer. In Vierzehnheiligen bedeutet das trotzdem nicht Stillstand.
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Wie ein weiteres Verbot weist ein Zettel vor den Toren zur Basilika darauf hin, dass auf unbestimmte Zeit keine Gottesdienste stattfinden werden. Foto: Mirjam Stumpf
Wie ein weiteres Verbot weist ein Zettel vor den Toren zur Basilika darauf hin, dass auf unbestimmte Zeit keine Gottesdienste stattfinden werden. Foto: Mirjam Stumpf

Es ist ein Bild, das zurzeit das Stadtbild prägt. Geschlossene Geschäfte oder Büros, an deren Türen ein Hinweis angebracht ist, dass dort aufgrund der aktuellen Situation vorerst der Betrieb pausiert. Doch nicht nur vor Läden, sondern auch am Eingangsbereich der Basilika in Vierzehnheiligen ist seit ein paar Tagen ein Schild zu sehen: "Auf Anordnung des Erzbistums Bamberg sind bis zum Ende der Osterferien alle öffentlichen Gottesdienste in der Basilika wie im ganzen Erzbistum abgesagt", heißt es auf dem draußen angebrachten Ausdruck.

"Es ist schmerzlich, dass die Gottesdienste nicht stattfinden", sagt Dietmar Brüggemann, Guardian und Rektor der Basilika. Trotzdem sei dieser Schritt vollkommen nachzuvollziehen.

Alleine gemeinsam feiern

Live-Übertragungen von Gottesdiensten via Internet oder gar Fernsehen, wie es seit den am vergangenen Wochenende beschlossenen Ausgangsbeschränkungen in einigen Städten und Gemeinden der Fall war, gibt es in Vierzehnheiligen bisher noch nicht.

Doch auch wenn die Kirchenbänke erst einmal leer bleiben, wollen die Franziskaner-Brüder weiter gemeinsam mit ihrer Gemeinde beten. "Wir Franziskaner feiern die Heilige Messe zwar ohne Besucher, sind Ihnen allen aber in ganz besonderer Weise beim Gebet verbunden", heißt es dazu weiter auf dem Informationszettel.

Deshalb haben die Brüder entschieden, eine Gebetskette über die Entfernungen hinweg als ein Gegengewicht zu initiieren. Täglich um 14 Uhr, in Anlehnung an die 14 Heiligen, soll gemeinsam ein Vater Unser gebetet werden, sagt Brüggemann, die Franziskaner-Brüder in der Basilika, die Gläubigen von Zuhause aus. Die Nothelferglocke solle für diese Minuten läuten. "Es ist wichtig zu zeigen, dass wir da sind."

"Viele Gruppen haben die Führungen und Wallfahrten inzwischen abgesagt", sagt Brüggemann außerdem. Bisher gebe es aber noch keine konkreten Pläne zu dieser bevorstehenden Zeit, sagt Brüggemann. Die Absagen haben auch Auswirkungen auf das benachbarte Diözesanhaus. Wie alle Häuser, die der Erzdiözese Bamberg angehören, ist auch die dortige Einrichtung mit einem Schlag betroffen, sagt der Geschäftsführer Raimund Hümmer. Wallfahrtsgruppen und Tagungsteilnehmer sind dort während ihres Aufenthalts untergebracht, insgesamt komme man so auf rund 20.000 Besucher pro Jahr, schätzt er.

Haus der Begegnung

"Unser Haus ist dafür gedacht, dass Leute sich begegnen", sagt Hümmer über den Charakter der Stätte. Auch wenn diese Aufgabe auf unbestimmte Zeit nicht erfüllt werden könne, organisiere man alles, dass es zu einem späteren Zeitpunkt weitergehen könne. Einige der rund 50 Angestellten, viele davon in Teilzeit, würden im Moment Überstunden abbauen. Das Küchenpersonal habe in der vergangenen Woche zudem die Lagerbestände sortiert, bereits eingekaufte Getränke soweit möglich an die Lieferanten zurückgegeben.

Das angrenzende Haus Frankenthal befindet sich nach wie vor im Umbau. Zum jetzigen Stand gingen diese auch weiter, sagt Hümmer, dies sei aber abhängig von den einzelnen Baufirmen und deren Kapazitäten.

Eine neutrale Haltung

Der kommenden Zeit sieht Raimund Hümmer weder besorgt noch leichtfertig entgegen. Er und die Belegschaft seien bemüht, ihren Teil dazu beizutragen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. "Wir machen das, was wir machen können", sagt der Geschäftsführer. "Man muss nun schauen, was die Zukunft bringt." Er könne sich im Moment aber nicht vorstellen, dass ein Betrieb Ende April oder Anfang Mai wieder anlaufen könne.

Pater Dietmar Brüggemann hofft, dass in ein paar Wochen das Gröbste überstanden ist und auch, dass das Wallfahrtsjahr 2020 noch nicht ganz abgeschrieben ist. "Wir halten uns bereit."

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