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Hochstadt am Main
Wirtschaft

Signet unter neuer Führung

Die Gründer des Wohnmöbelherstellers Signet mit Sitz in Hochstadt haben ihre Nachfolge geregelt.
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Modernes Design und Funktionalität zeichnet die Signet-Möbel aus, hier das aktuelle Modell Chimba.Signet Wohnmöbel
Modernes Design und Funktionalität zeichnet die Signet-Möbel aus, hier das aktuelle Modell Chimba.Signet Wohnmöbel
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Aus kleinsten Anfängen heraus haben Gerald Klimke und seine Frau Carola ein Unternehmen für moderne Postlermöbel aufgebaut. Nicht nur durch das Design tat sich die Firma Signet hervor. Ohne Bindung an einen Handelsverband setzte man auf den Vertrieb durch lokale Fachhändler - und strikt auf die Produktion in Deutschland. Das soll genauso bleiben, versichert Thomas Schlosser, seit Jahresanfang Geschäftsführer und Inhaber des in Hochstadt ansässigen Mittelständlers.

Nach 30 Jahren machte das Unternehmerehepaar Klimke, zunächst branchenintern, seine Entscheidung öffentlich, sich aus seinem Lebenswerk zurückzuziehen. Solch ein Entschluss falle nicht über Nacht, erklärten die beiden in einem an die Kunden gerichteten Schreiben. "Wir möchten uns zu einem Zeitpunkt verabschieden, an dem wir alle Entscheidungen in der Hand haben." In der Verantwortung für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten habe man einen Partner gefunden, "bei dem wir das gute Gefühl haben, dass das Unternehmen in unserem Sinne fortgeführt wird", so Gerald und Carola Klimke.

Vielen sei der neue Inhaber kein Unbekannter. Thomas Schlosser habe sein ganzes Berufsleben in der Möbelbranche verbracht - ein Jahr davon sogar schon bei Signet - und insgesamt 20 Jahre bei Machalke in Hochstadt. Zuletzt war er als Leiter Marketing und Produktpolitik beim Bettenspezialisten Oschmann (Coburg-Neuses) tätig. In Coburg hat der 57-Jährige mit seiner Familie auch den Lebensmittelpunkt. Schlosser sei "ein ausgemachter Fan und Spezialist für hochwertige Möbel und bekennt sich klar zu dem Produktionsstandort in Hochstadt", so die Klimkes. Er trete ihre Nachfolge gemeinsam mit der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft VR Equitypartner GmbH an, die Teil eines genossenschaftlichen Finanzverbundes ist, zu den führenden Eigenkapitalfinanzierern im deutschsprachigen Raum gehört und als Investor eine Minderheitsbeteiligung erworben hat. Dies jeweils zu gleichen Teilen mit ihrer Tochtergesellschaft VR Equity Gesellschaft für regionale Entwicklung in Bayern mbH. Thomas Schlosser hat die Mehrheitsanteile übernommen und fungiert als neuer Chef für die rund 75 Mitarbeiter in Hochstadt. Der Bruder des Gründers, der mit ihm für das Design verantwortlich zeichnete, gehört weiterhin zur Belegschaft; alle Ansprechpartner in Vertrieb und Verwaltung bleiben erhalten.

In der Produktpalette von Signet finden sich die Themen Sitzen, Liegen, Schlafen, Wohnen und Objektausstattung. Bei hochwertigen Schlafsofas zählt die Firma zu den führenden deutschen Anbietern und präsentierte sich in der Vergangenheit stets auf der Kölner Möbelmesse. Dort hat Signet auch heuer einen eigenen Stand. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, denn die imm cologne startet am kommenden Montag. Thomas Schlosser wird dann mit dem Team vor Ort sein.

Am heimischen Standort wurden in eigenen Ausstellungsräumen Akzente gesetzt. Die alte Schuhfabrik in Burgkunstadt bot hierfür das passende Ambiente. Gleichzeitig spiegelte sie ein gesellschaftliches Engagement Gerald Klimkes wider: Ihm war es wichtig, den Bestand eines historischen Gebäudes zu sichern, einen Beitrag zu leisten, um den Ortskern mit Leben zu erfüllen. Dieses Gebäude wurde nicht mitverkauft, sondern bleibt im Besitz der Gründerfamilie. Ausstellung und der monatliche Werksverkauf werden aber auch künftig dort zu finden sein, wie der neue Geschäftsführer wissen lässt: "Wir haben die oberen zwei Etagen gemietet". Wenn in der Veröffentlichung zur Nachfolgeregelung von Wachstum und "selektiver geographischer Expansion in benachbarte Auslandsmärkte" die Rede ist, so sei dies ausschließlich auf die Vermarktung bezogen, erklärt Thomas Schlosser auf Nachfrage. Er wolle an Bewährtem festhalten.