Lichtenfels
Ehrenamt

Sie koordinieren die Arbeit der Helfer

Das Rote Kreuz im Kreis Lichtenfels setzt seit vielen Jahren ehrenamtliche Einsatzleiter Rettungsdienst ein. Zehn Männer stehen für diese Aufgabe zur Verfügung. Im Notfall sorgen sie dafür, dass die Rettungskräfte optimal wirken können.
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Jürgen Eckstein (vorn) und Bernd Albert sind  Einsatzleiter Rettungsdienst im Kreis Lichtenfels. Soeben erhielten sie ein neues Einsatzfahrzeug, einen geländegängigen Ford Kuga, der  mit modernster Kommunikationstechnik ausgestattet ist.Matthias  Einwag
Jürgen Eckstein (vorn) und Bernd Albert sind Einsatzleiter Rettungsdienst im Kreis Lichtenfels. Soeben erhielten sie ein neues Einsatzfahrzeug, einen geländegängigen Ford Kuga, der mit modernster Kommunikationstechnik ausgestattet ist.Matthias Einwag
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Jürgen Eckstein und Bernd Albert sind zwei von zehn Ehrenamtlichen, die beim BRK-Kreisverband als Einsatzleiter Rettungsdienst mitwirken. Zu insgesamt 73 Notfällen wurden diese Männer im vergangenen Jahr alarmiert. Ihre Aufgabe besteht darin, bei größeren Einsätzen mit bis zu neun Verletzten die Arbeit der Rettungskräfte zu koordinieren.

"Der Einsatzleiter Rettungsdienst muss Profi sein: Er muss medizinisch gut ausgebildet sein, den Landkreis kennen und wissen, wo die Einheiten der Rettungsorganisationen stehen", sagt Tobias Eismann, der stellvertretende Leiter des Rettungsdienstes. Von Verkehrs- über Bahnunfälle bis zu Bränden reicht das Spektrum der Notsituationen, bei denen ein Einsatzleiter Rettungsdienst benötigt wird.

Dafür stellt der BRK-Kreisverband den ehrenamtlichen Mitarbeitern ein Fahrzeug zur Verfügung, das mit modernster Digitalfunktechnik ausgestattet ist. Die Integrierte Leitstelle (ILS), erläutert Tobias Eismann, überträgt damit eins zu eins alle Daten, die sie selbst zu einem Einsatz hat. Der Einsatzleiter bekommt den genauen Unfallort automatisch angezeigt. Er muss nur den Startknopf drücken, um sich über das vernetzte Navigationssystem zum Einsatzort leiten zu lassen. "Dieses Fahrzeug mit dieser Technik ist eine Erleichterung, denn es gehen keine Informationen mehr verloren."

Viel Sachkenntnis erforderlich

Was so locker und leicht klingt, erfordert in der Praxis viel Erfahrung. Nicht jede Alarmierung muss zwangsläufig zu einem Eingreifen des Einsatzleiters führen. Jährlich stellen sich im Landkreis 30 bis 40 Alarmierungen nach kurzer Zeit schon als Fehlalarme heraus. Meist hatte jemand einen Brand angezeigt, der keiner war, denn beim Nachbarn heulte der Rauchmelder lediglich wegen sich leerender Batterien.

Ein erfahrener Mitarbeiter erkennt am Meldebild bereits nach kurzer Zeit, dass es sich wohl nicht um einen Großeinsatz handelt. Er verfolgt die Entwicklung zunächst über Funk und wartet die Meldung der zuerst am Unglücksort eintreffenden Rettungswagenbesatzung ab.

Aus seiner eigenen Erfahrung als diensthabender Einsatzleiter Rettungsdienst schildert Tobias Eismann authentisch, wie bei einem echten Unglücksfall verfahren wird: Am 13. März dieses Jahres stieß in Altenkunstadt ein Auto mit einem Schulbus zusammen. Der Zeitpunkt des Unfalls - 13.45 Uhr - legte nahe, dass der Schulbus mit Kindern besetzt sein müsse. Einem Einsatzleiter Rettungsdienst gehen folgende Überlegungen durch den Kopf: Etwa 50 Kinder sind in einem Bus, etliche mögen im Mittelgang gestanden haben, also ist von Verletzten auszugehen. Es ist zudem zu erwarten, dass Eltern zur Unfallstelle kommen, die wissen wollen, was mit ihren Kindern ist. Der Einsatzleiter informiert also das Schulamt, damit es besorgten Eltern Auskunft geben kann. Und er informiert den Notfallseelsorger, der die unverletzten Kinder betreuen soll.

Aufgaben werden verteilt

Bei dem Unfall in Altenkunstadt stellte sich heraus, dass keines der Kinder verletzt worden war. Es galt jedoch, die Versorgung des schwerverletzten Autofahrers und des leichtverletzten Busfahrers sicherzustellen. Der Autofahrer wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht.

Um die rund 15 Kinder kümmerte sich der inzwischen eingetroffene Notfallseelsorger in den Räumen eines nahegelegenen Autohauses.

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