Klosterlangheim
Ferienprogramm

Sherlock Holmes hätte in Klosterlangheim Spaß gehabt

Bei der Schatzsuche in Klosterlangheim waren Spürsinn und Kombinationsgabe gefragt.
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Nichts mit Ausschlafen: Ein einfaches Puzzle vermittelt diesen jungen Schatzsucherinnen den schon in frühen Morgenstunden startenden Tagesablauf der einstigen Zisterziensermönche in Klosterlangheim. Foto: Mario Deller
Nichts mit Ausschlafen: Ein einfaches Puzzle vermittelt diesen jungen Schatzsucherinnen den schon in frühen Morgenstunden startenden Tagesablauf der einstigen Zisterziensermönche in Klosterlangheim. Foto: Mario Deller
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Als detektivische Spürnasen allererster Güte betätigen sich 20 Jungen und Mädchen bei einer gleichermaßen interessanten wie fröhlichen "Schatzsuche". Die Aktion des Heimatmuseums im Rahmen des Kinderferienprogrammes der Museen ließ die Teilnehmer neben dem Spaßfaktor ganz nebenbei spielerisch eintauchen in die per Säkularisation 1803 beendete 670 Jahre währende Historie des früheren Zisterzienserklosters.
Nach einem herzlichen "Hallo" durch Christine Wittenbauer durften die acht- bis elfjährigen Kinder auf Wunsch sich auch äußerlich in die Zeit zurückversetzen lassen, als im Ort noch Mönche lebten. "Cool", meinte der neunjährige Jannick aus Mistelfeld und setzte sich begeistert die ihm überreichte Kopfbedeckung aus Leinenstoff auf, die die Jungs in damaliger Zeit trugen. Die Ideen und vielen schönen Facetten zeugten von Liebe zum Detail und vom Bewusstsein. Mithilfe einer freilich nur erdachten, aber sehr netten Geschichte wurde der Ehrgeiz der Kinder geweckt und der "Schatzsuche" zusätzlicher Charme verliehen: Sehr authentisch schlüpfte nämlich der Klosterlangheimer Hans Richter in die Rolle des Mönches "Bruder Johannes". Weil dieser, wie die Kinder einleitend erfuhren, verbotenerweise sein Schweigegelübde gebrochen und Mundharmonika gespielt hatte, wurde er in einen fast unendlichen Tiefschlaf versetzt.


Wo sind die Instrumente?

Die einzige Möglichkeit, den Bann wieder zu lösen, ist ein Gesangsauftritt von Kindern. Allerdings hatte, wie Museumsbetreuerin Elisabeth Klinger mit einem verschmitzten Lächeln ergänzte, das Ganze einen entscheidenden Haken: Es müssen beim Chorauftritt die im Ort versteckten Instrumente verwendet werden. "Wer will also mithelfen, Bruder Johannes zu erlösen?", fragte sie in Runde. Kaum hatte sie den Satz zu Ende gesagt, schnellten schon die Finger nach oben. Mit Begeisterung ließen die Kinder die Luftballons platzen, die erste Hinweise für die Schatzsuche in den Straßen enthielten.
Ausgerüstet mit der obligatorischen Schatzkarte führten die Routen der in mehreren Gruppen aufgeteilten Kinder zu den Gebäuden der früheren Abtei. An den unterschiedlichsten Verstecken - in einem Weinfass, im Brunnen in der Ortsmitte oder unter einem Strauch - verbargen sich Fragen: Wie heißt der Chef eines Klosters (Abt)? Wie nennt man die Kleidung eines Mönches (Habitat)? Was bedeutet der Leitspruch "ora et labora" auf Deutsch (bete und arbeite)? Wenn den Kindern die Lösung nicht einfallen wollte, gaben die Begleiterinnen Hilfestellung. Ohne erhobenen Zeigefinger bekamen die Schatzsucher Interessantes mit, etwa was es mit der Konsulensie (Hofratsbau) auf sich hat, wozu Ochsenmühle und Gästeremise dienten und dass die erste Gebetszeit der Langheimer Mönche schon um 4 Uhr stattfand. Durch Kombination von Lösungsbuchstaben ergab sich der Standort des Schatzes - in der Linde am Ortsbrunnen. Mit vereinten Kräften wurde das Objekt der Begierde geborgen.
Bruder Johannes döste derweil auf der unweit entfernten Bank seit vermutlich hundert Jahren. Doch der Tiefschlaf hielt nicht mehr lange an. Die Kinder nahmen die in den Schatzkisten liegenden Instrumente wie Rasseln oder Xylophon und sangen aus Leibeskräften "Bruder Johann, Bruder Johann, Schläfst du noch? Schläfst du noch? Hier sind viele Kinder! Wach doch auf!" - und plötzlich öffnete selbiger die Augen mit den Worten "Endlich hat der Bann ein Ende! Danke, liebe Kinder!" Die erfolgreichen Schatzsucher hatten sich selbstverständlich auch eine Belohnung verdient. Da traf es sich gut, dass die Schatzkiste auch Naschwerk enthielt.
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