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Bad Staffelstein
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Seniorenarbeit in Bad Staffelstein: Bindeglied zwischen Bürgern und Amt

Seniorenarbeit funktioniert nur mit einem Netzwerk, sagt Walter Mackert, der städtische Senioren- und Behinderten-Beauftragte für Bad Staffelstein .
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Mit einem Rollator als Gehhilfe kann es in der Lichtenfelser Straße schnell eng werden.  Foto: Matthias Einwag
Mit einem Rollator als Gehhilfe kann es in der Lichtenfelser Straße schnell eng werden. Foto: Matthias Einwag
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Was ist zu tun, wenn die Treppe im eigenen Haus mit zunehmendem Alter zum Hindernis wird? Bei solchen Fragen kann Walter Mackert eine der ersten Kontaktpersonen sein. Seit 2007 ist er als städtischer Senioren- und Behindertenbeauftragter für Bad Staffelstein zuständig. "Ich sehe mich als Ansprechpartner für Senioren und Angehörige im Stadtgebiet", beschreibt Mackert, der auch im Stadtrat sitzt, seine Tätigkeit.

Einer der Grundgedanken des Amtes: Die Menschen werden immer älter, wollen möglichst lange in der eigenen Wohnung oder dem Haus wohnen bleiben, zählt Mackert auf. Seine Aufgabe sei es, diesen Menschen die Möglichkeit dazu zu geben. Die Bandbreite an Anfragen, die ihn regelmäßig erreichen, sei groß. Meist helfe er dabei, Zuschüsse für den barrierefreien Umbau des Hauses zu beantragen oder anderweitige Anträge auszufüllen. Als "Bindeglied zwischen Bevölkerung und Verwaltung" sei er dabei lediglich beratend tätig, zeige Wege auf und vermittle dann an Ansprechpartner im Landratsamt weiter. Auch schon seine Rolle des neutralen Zuhörers verschaffe oft Klarheit bei denen, die ihn um Rat fragen.

Veränderungen in der Verwaltung

"Barrierefreiheit bedeutet, sich mit Handicap frei bewegen zu können", sagt Mackert. Diese Freiheit beziehe sich nicht nur auf die eigenen vier Wände, sondern auch auf den öffentlichen Nahverkehr oder Amtsgebäude. Selbstständig zu sein schaffe Lebensqualität und Bestätigung. Zwar sei noch viel zu ändern, aber die Einstellung in der Verwaltung habe sich inzwischen schon verändert, sagt Mackert, und genau das werde von den Menschen geschätzt. Der Seniorenbeirat wurde überdies als der erste im Landkreis gegründet, so Mackert weiter, auch einen Behinderten-Beauftragten gab es vorher noch nicht. Das Thema sei der Stadt wichtig.

Inzwischen sei auch die Geschäftswelt sensibler für das Thema Barrierefreiheit geworden, viele Ladeninhaber berücksichtigten bei einem Umbau einen Eingang, der mit dem Rollstuhl oder dem Kinderwagen benutzt werden kann. Als ein Musterbeispiel dafür empfindet er die Marien-Apotheke in der Bahnhofstraße: Ein seitlicher Eingang ermögliche einen unkomplizierten Besuch auf vier Rädern.

An anderen Stellen wiederum sei eine spontane Umbaumaßnahme nicht ohne Weiteres möglich.

Entlang der Lichtenfelser Straße sei der Gehweg beidseitig an vielen Stellen selbst für Fußgänger ohne Einschränkung zu schmal. Allerdings liege die Planung über die Staatsstraße nicht in der Hand der Stadt. Ein paar Meter weiter an der Bachüberquerung in der Angerstraße, sei eine Absenkung des Bordsteins aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht möglich. Am Marktplatz müsste laut Walter Mackert beispielsweise ein totaler Umbau stattfinden.

Eine mobile Sprechstunde

An jedem zweiten Mittwoch im Monat findet im Quartiersmanagement "In der Heimat wohnen" zudem eine offene Sprechstunde statt. Die Zusammenarbeit mit den beiden Quartiersmanagerinnen schätzt Mackert sehr, da er immer auf ihre Unterstützung zählen kann.

Einmal im Monat findet ausgehend vom Quartiersmanagement auch eine mobile Sprechstunde in wechselnden Stadtteilen Bad Staffelsteins statt, bei der Walter Mackert mit vor Ort ist. Kaffee und Kuchen sollen ein geselliges Beisammensein schaffen und der Raum für Plaudereien und Fragen offen sein.

Auch der jüngeren Generation widmet Walter Mackert sich hin und wieder. "Ich versuche den Angehörigen jetzt schon rüberzubringen: Denkt dran, ihr werdet älter", sagt er im Hinblick auf diejenigen, die den Bau eines eigenen Hauses im Sinn haben. Aber auch hier finde ein Umdenken der Architekten statt. Im Gegensatz zu früheren Bauweisen sei der Gedanke der Barrierefreiheit heute oft ohnehin in die Planungen eingebunden, sagt er.

Walter Mackert ist froh darüber, dass die Nachbarschaftshilfe in Stadt und Dorf noch so gut funktioniert. Überhaupt ist er der Meinung, dass in Bad Staffelstein und in den umliegenden Dörfern schon viel für Senioren getan wird, beispielsweise von den Kirchen. Ebenso schätzt er die Kooperation mit dem Quartiersmanagement und dem Seniorenbeirat. Denn ein Netzwerk sei unverzichtbar für eine gelungene Behinderten- und Seniorenarbeit.

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