Lichtenfels

Schüler erlaufen 16.000 Euro für Burkina Faso

Im Sommer haben Schüler des Meranier-Gymnasiums einen Spendenlauf organisiert. Die Einnahmen wurden gestern an Misereor übergeben. Helfen soll das Geld Menschen in Westafrika, die ihr eigenes Gemüse anbauen oder Automechaniker werden wollen.
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François Paul Ramdé (links) von der Hilfsorganisation UFC bedankt sich bei Sebastian Burgis, der den Benefizlauf im Rahmen eines Projektseminars am Meranier-Gymnasium mitorganisiert hat. Fotos: Jan Koch
François Paul Ramdé (links) von der Hilfsorganisation UFC bedankt sich bei Sebastian Burgis, der den Benefizlauf im Rahmen eines Projektseminars am Meranier-Gymnasium mitorganisiert hat. Fotos: Jan Koch
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Mit Regen hätten sie damals nicht geplant, erzählt Sebastian Burgis, Schüler am Meranier-Gymnasium und Teilnehmer des Projektseminars "Projektpartnerschaft und Benefizlauf". Alles war vorbereitet: Die Teilnehmer standen in den Startlöchern und jeder der Läufer hat um Sponsoren geworben, die für jeden von ihnen gelaufenen Kilometer Geld für einen wohltätigen Zweck spenden. Auch der Spendenempfänger des Benefizlaufs stand bereits fest: Die Hilfsorganisation Misereor soll das Geld bekommen.

Die Schüler und Lehrer Hubert Gehring, der das Projektseminar betreut hat, hoffen, dass 15.000 Euro zusammenkommen. Doch um 8.30 Uhr regnet es in Strömen - der Start wird verschoben. "Eine Stunde später konnte es dann aber losgehen", erzählt Sebastian Bur gis. Rund 200 Schüler und Lehrer drehen auf dem einen Kilometer langen Rundkurs ihre Kreise. Nach dreieinhalb Stunden steht das Ergebnis fest: 2200 Kilometer haben die Läufer zurückgelegt.


34 Kilometer für den guten Zweck gelaufen

Spitzenreiter wird mit 34 Kilometern der 14-jährige Jens Friedel. Mika Lange lief zwar nicht ganz so weit, kann sich jedoch einen anderen Rekord auf die Fahnen schreiben: Er gewann insgesamt elf Sponsoren für sich. Freunde und Familie habe er gefragt, ob sie ihn unterstützen wollen. Am Ende stand fest, dass er allein rund 1200 Euro erlaufen hat.

Insgesamt haben die Läufer ein Ergebnis von 16.200 Euro erreicht. Johannes Schaaf, Referent für Projektpatenschaften bei Misereor, zeigte sich gestern davon überrascht, als das Geld übergeben wurde: "Wir haben jedes Jahr rund 160 Schulen, die uns mit Solidaritätsläufen unterstützen. In der Regel sind das aber nicht mehr als 6000 Euro." Er freue sich sehr über das Geld, aber auch, dass die Schüler trotz ihrer eigener Sorgen an andere denken und dadurch "über den Tellerrand hinausschauen".

Schaaf versicherte: "Dass es andere Menschen gibt, die ihnen helfen, tut den Leuten in der Seele gut." Das Geld werde an Projekte der "Union Fraternelle des Croyants de Dori" ("Geschwisterliche Vereinigung der Gläubigen von Dori"; Anm. d. Red.) aus Burkina Faso - kurz UFC - gespendet. Deren Projekt- und Programmkoordinator, François Paul Ramdé, sieht das Ziel darin, "den Menschen vernünftige Lebensbedingungen zu schaffen, dass sie ein menschenwürdiges Leben führen können".


Geld für Regenrückhaltebecken

Die Gegend, in der UFC tätig ist, "liegt im Nordosten des Landes", erklärte Ramdé. Sie sei von großer Trockenheit geprägt, weswegen sich fast alles ums Wasser drehe. Daher baut UFC Brunnen und baut Regenrückhaltebecken, die das Wasser der Regenzeit auch in der Trockenzeit möglichst lange verfügbar machen sollen. Dadurch seien die Menschen nicht mehr ausschließlich auf Hirse angewiesen, sagte Ramdé, sondern sie könnten auch ihr eigenes Gemüse anbauen. Außerdem engagiert sich UFC dafür, dass Kinder das Schreiben und Lesen lernen sowie eine Ausbildung, zum Beispiel als Automechaniker, machen können.

François Paul Ramdé dankte den Lichtenfelser Schülern und Lehrern des Meranier-Gymnasiums für ihre Solidarität: "Das ist für uns unheimlich wichtig. Wir werden professionell darauf achten, dass jeder Euro dort ankommt, wo er gebraucht wird."

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