Bad Staffelstein
Gesundheit

Schön-Klinik in Bad Staffelstein mit neuem Konzept erweitert

Mit der Multimodalen Schmerzkonzept hat die Schön-Klinik in Bad Staffelstein ihre Therapiemöglichkeiten erweitert. Sebastian Kugler ist einer der Patienten.
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Mit 27 hatte Sebastian Kugler seinen ersten Bandscheibenvorfall. Foto: Niklas Schmitt
Mit 27 hatte Sebastian Kugler seinen ersten Bandscheibenvorfall. Foto: Niklas Schmitt

Vor etwa zwei Jahren kamen noch Nervenschmerzen hinzu. "Der zieht dich auch mal runter", sagt Sebastian Kugler, der genau dagegen in der Schön-Klinik vorgehen will.

Mit 27 Jahren hatte er seinen ersten Bandscheibenvorfall. Mit diesen Schmerzen hat der ehemalige Landwirt gelernt umzugehen. Vor 25 Jahren hat der heute 64-Jährige die Landwirtschaft aufgegeben und als freier Fotograf sein Hobby zum Beruf gemacht.

Noch einmal in Bad Staffelstein

Seit 35 Jahren hat Kugler chronische Schmerzen, zu denen nun also noch schmerzende Nerven kamen. Zwei Reha-Aufenthalte hat er bereits hinter sich. Einer davon war auch in der Schön-Klinik, weswegen er sich auch für die multimodale Schmerztherapie entschieden hat, in die Kurstadt zu kommen.

Von Bad Staffelstein selbst hat er aber noch nichts gesehen, wie er sagt: "Es wäre schön, wenn man noch ein wenig mehr rausgehen könnte, aber das ist in Ordnung." Das Wichtigste sei, dass man gesund wieder aus der Klinik komme.

Dass er selten Gelegenheit hat, mal die Landschaft oder die Stadt zu genießen, hat seinen Grund. Denn die spezielle Therapie, die Kugler hier macht, ist sehr intensiv.

Das zeichnet das in der Schön-Klinik neue Konzept aus, wie Chefarzt Dr. Stefan Middeldorf sagt. Seit über 20 Jahren ist die Klinik auf Schmerztherapie spezialisiert. Seit aber die Orthopädie mit Schmerztherapie vor etwa zwei Jahren im Bezirksklinikum in Kutzenberg geschlossen wurde, gab es eine Lücke.

Die Tage sind ganz durchgeplant

Denn die multimodale Therapie wurde bisher zwar schon angeboten, weswegen die Schön-Klinik gute Voraussetzungen für die Erweiterung hatte - durch Ärzte und andere Mitarbeiter der verschiedenen Fachbereiche. Jetzt stehen der Klinik aber acht Betten zur Verfügung, um Patienten in der Regel zehn Tage intensiv zu betreuen.

Die Lücke ist also seit dem November letzten Jahres geschlossen. Den Unterschied, den die multimodale Schmerztherapie macht, hat Kugler am eigenen Leib erlebt. Denn die Therapie ist nicht in eine Rehabilitation eingebettet, die er schon einmal hier besucht hat, sondern gehört der Klinik an.

Die Tage sind durchgeplant. "Der Tag ist komplett ausgefüllt", sagt Kugler.

Denn unter interdisziplinärer multimodaler Schmerztherapie "wird die gleichzeitige, inhaltlich, zeitlich und in der Vorgehensweise abgestimmte umfassende Behandlung von Patienten mit chronifiziertem Schmerzsyndrom bezeichnet", sagt Middeldorf, der befugt ist, Ärzte dahingehend auszubilden.

Das heißt, der Mensch besteht aus mehr als nur Haut und Knochen und muss ebenso psychisch betreut werden und lernt auch von Musik- und Kunsttherapeuten, mit den dauerhaften Schmerzen umzugehen. "Schmerz hat immer auch eine psychische Komponente", sagt Kugler. Sein Tag beginnt um 6.30 Uhr mit der ersten Visite, dann folgen etwa Physiotherapie, Ultraschall, Kreativtraining, eine Gruppensitzung und gegen 19 Uhr endet der Tag.

Der soziale Kontakt ist wichtig

Am ersten Tag, erläutert Middeldorf, werde der Patient noch einmal genau untersucht. Erst dann wird die Gewichtung der einzelnen Fachbereiche innerhalb der Therapie festgelegt, ganz nach der Notwendigkeit bei dem Patienten.

"Der soziale Kontakt ist ganz wichtig", sagt Kugler. Er weiß, dass man mal schlecht gelaunt sein kann, wenn die Schmerzen zunehmen, dass man soziale Kontakte vielleicht meidet oder in eine Depression abrutscht. Dem soll in der Klinik ebenso entgegengewirkt werden. Denn auch der Umgang mit den Schmerzen ist wichtig - psychisch ebenso wie im Verhalten.

Überhaupt sind Kugler nicht nur die Gruppentherapiesitzungen wichtig, genauso das Gespräch mit Mitpatienten schätzt er. "Ich finde das ganz wichtig. Man soll ja auch mal einen Spaß machen."

Für welche Art Erkrankung diese stationäre Therapie hilfreich ist, erklärt Middeldorf: "In der Regel sind hier neben der Schmerzerkrankung auch bedeutsame Erkrankungen weiterer Organsysteme bestehend sowie Erkrankungen von Seiten der seelischen Gesundheit."

Die Klinik kooperiert mit Dr. Markus Schneider, der jeden Montag eine Schmerzsprechstunde, die es in der Klinik nicht gibt, hält und dort schon Patienten beraten und einschätzen kann, welche Therapie am sinnvollsten für sie ist.

Die Therapie fügt sich gut ein

Mit der Möglichkeit, nun Patienten für diese Therapie unterzubringen, fügt sich die Therapie in das Gesamtangebot der Klinik ein, wie der Chefarzt hervorhebt. "Neben diesem Angebot der Schmerztherapie in der stationären Rehabilitation ergänzt sich nun die multimodale Schmerztherapie im Krankenhaussetting ideal."

Sebastian Kugler jedenfalls fühlt sich in der Klinik wohl. "Die Stimmung hat sich im Vergleich zum ersten Tag schon verbessert." Er wird noch bis kommenden Mittwoch in der Schön-Klinik sein. Dann fährt er zurück in die Nähe von München.

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