Schney
80er

Schneller sind sie heute nicht

Karl-Heinz Lausberg von der TS Schney blickt auf die Laufszene der 80er Jahre und seinen Karrierestart zu dieser Zeit zurück.
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Karl-Heinz Lausberg hat sich ein paar alte Laufschuhe aufgehoben und zeigt, wie man sie mit verschiedenen Spikes auf unterschiedliche Wettbewerbe vorbereitete.
Karl-Heinz Lausberg hat sich ein paar alte Laufschuhe aufgehoben und zeigt, wie man sie mit verschiedenen Spikes auf unterschiedliche Wettbewerbe vorbereitete.
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Karl-Heinz Lausberg ist, wie man so sagt, ein Spätzünder. Als seine Karriere als Läufer begann, war er schon in den 30ern. "Ich hatte geheiratet, die beiden Töchter waren da und das Haus war gebaut." Da fing er eigentlich erst richtig an. "Zuvor, mit Anfang 20, hatte ich leichtathletischen Dreikampf gemacht. Kugelstoßen, Weitsprung und 100-Meter-Lauf, aber ohne große Ambitionen."

Ein Bekannter ermunterte ihn, es nun als Läufer zu versuchen. Es war 1981 oder 1982, da stand dann Karl-Heinz Lausberg zum ersten Mal am Start bei einem Wettbewerb, einem 11-Kilometer-Lauf an der Ködeltalsperre. Mit ernüchterndem Ergebnis: "Ich bin 96. von 99 geworden und habe mich geschämt. Damals sagte ich mir, das passiert mir nie wieder."

Lausberg begann, systematisch zu trainieren, wobei er auch betont, dass er dabei so wenig wie möglich machte - auch um sich Kraft für die Wettbewerbe aufzuheben. Fünf Jahre habe es gedauert, bis er ein Leistungsniveau erarbeitet hatte, um bei höherklassigen Wettbewerben anzutreten. Er hielt das Niveau lange, erst 2003 ging seine ungewöhnliche Karriere zu Ende. Er nahm an vier Weltmeisterschaften teil, an sechs Europameisterschaften. Und hat sich alles aufgehoben: jeden Pokal, jede Urkunde, die er von den rund 30 Wettbewerben pro Jahr mit nach Hause brachte.

Heute ist Laufen zwar ein Volkssport, damals sei das noch nicht so gewesen: "Die Leute sind heute nicht mehr in den Vereinen und sie trainieren auch nicht mehr so konsequent", ist seine Beobachtung. Der 79-Jährige macht heute immer noch das, was er zu seiner aktiven Zeit konsequent verfolgte: Zeiten mit Bekannten analysieren, Läufer beobachten. "Ich beobachte jeden, der schneller unterwegs ist als Gehen", sagt er lachend. "Die Zeiten sind nicht besser geworden, eher im Gegenteil."

Wobei er, auch das betont er, vor jedem Respekt habe, der sich die Laufschuhe anziehe und an Wettbewerben teilnehme. "Doch es ist sehr schwer geworden, junge Menschen im Alter von zwölf oder 13 Jahren in den Leistungssport zu bringen."

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