Bad Staffelstein
Pflege

Schlechten Zustand des Gräberfeldes moniert

Das anonyme Gräberfeld auf dem Staffelsteiner Friedhof ist nach Meinung von Marlis Thiele nicht so ordentlich, wie es sein sollte. Die Verantwortung dafür trägt nach Auflösung der Garten- und Blumenfreunde die Stadt.
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Das anonyme Gräberfeld liegt direkt neben der Aussegnungshalle des Staffelsteiner Friedhofs. Foto: Matthias Einwag
Das anonyme Gräberfeld liegt direkt neben der Aussegnungshalle des Staffelsteiner Friedhofs. Foto: Matthias Einwag
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Marlis Thiele macht sich Sorgen. Das anonyme Gräberfeld, das die Garten- und Blumenfreunde im September 2013 auf dem Staffelsteiner Friedhof angelegt haben, ist in die Obhut der Stadt übergegangen, nachdem sich der Verein, dessen Vorsitzende sie war, im März 2019 aufgelöst hatte. Dieser Schritt war notwendig geworden, weil sie als Vorsitzende aus Altersgründen zurücktrat und kein Nachfolger gefunden werden konnte. "Wir haben das Gräberfeld abgegeben an die Stadt. Nun sieht es nicht mehr so aus, wie wir es uns vorstellen", sagt Marlis Thiele.

Rund 65 Urnen Verstorbener sind in den vergangenen Jahren auf dem kleinen Gräberfeld direkt neben der Aussegnungshalle beigesetzt worden. Die Garten- und Blumenfreunde kümmerten sich ehrenamtlich um die Pflege der dreieckigen Rasenfläche, die von einer Buchsbaumhecke begrenzt wird. Drei Mitglieder des Vereins - Marlis Thiele, Georg Walter und Peter Stündel - setzten Randsteine, stellten einen Gedenkstein sowie einen Marienstein auf. Vier Wochen Eigenleistung erforderte das Anlegen des Gräberfeldes nach Angaben von Marlis Thiele einst. Ein würdiger Ort für die Verstorbenen wurde so geschaffen. "Wir sind alle alte Leute - wir brauchen keinen Kindergarten, dafür sind wir zu alt", sagt sie, um den Grund für diese Initiative des Vereins zu nennen.

Geld für die Pflege floss an Stadt

Die Gartenfreunde pflegten das Gräberfeld ehrenamtlich über die Jahre hinweg. Nachdem sich der Verein im März jedoch auflöste, wickelte die Vorsitzende den Nachlass ab. Bei Aufhebung des Vereins, so steht es in der Satzung, fällt das Vermögen an die Stadt Bad Staffelstein, die es als Körperschaft des öffentlichen Rechts unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke im Bereich der Landespflege zu verwenden hat. Marlis Thiele sagt, der Stadt seien aus dem Vermögen des Vereins 2810 Euro überwiesen worden.

Aus Altersgründen könnten sie und ihre beiden Mitstreiter das Gräberfeld nun nicht mehr pflegen, so wie sie es seit 2013 taten. Rund 3000 Euro Spendengelder, fährt sie fort, seien in den vergangenen Jahren in diese Anlage investiert worden.

Nach dem zurückliegenden, sehr regenarmen Sommer hat der Rasen, der die Urnengräber bedeckt, sehr gelitten. "Der Rasen ist im Eimer", ärgert sich Marlis Thiele, denn niemand habe sich diesen Sommer um die Fläche gekümmert. "Man sieht die Stellen, an denen Urnen vergraben sind, und das sollte nicht sein."

Der Bauhof kümmert sich darum

Der geschäftsleitende Beamte der Staffelsteiner Stadtverwaltung, Wolfgang Hörath, hört sich die Klage an und antwortet darauf: "Das Gräberfeld ist im Pflegeplan mit drin. Der städtische Bauhof kümmert sich darum."

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