Michelau
Glaube

Schätze der Kirche vermitteln

Was macht ein Gotteshaus aus und was ist besonders daran? Diese und weitere Fragen können spezielle Führer beantworten. Das Evangelische Bildungswerk im Raum Oberfranken-West bietet eine Ausbildung zum Kirchenführer an.
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Joachim Wegner, Leiter und Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerkes, erklärt, dass die Kirchenführungen heute noch wichtiger sind, um den Menschen den Glauben wieder näher zu bringen. Foto: Theresa Schiffl
Joachim Wegner, Leiter und Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerkes, erklärt, dass die Kirchenführungen heute noch wichtiger sind, um den Menschen den Glauben wieder näher zu bringen. Foto: Theresa Schiffl

"Jede Kirche erzählt eine Geschichte. Sowohl aus theologischer Sicht als auch aus historischer", sagt Joachim Wegner, der Leiter und Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerkes aus Michelau. Um die Gotteshäuser den Menschen wieder etwas näher zu bringen gibt es Kirchenführer. Und eine entsprechende Ausbildung, bei der die Grundlagen vermittelt werden.

Kein Bezug mehr zur Religion

Den ersten Kurs zum Kirchenführer in der Region Oberfranken-West gab es vor drei Jahren, den 20 Teilnehmer absolvierten. "Nun gibt es 2020 wieder einen", erklärt Joachim Wegner. Kirchen seien wichtig in der Landschaft und ermöglichten immer eine Orientierung.

Und heute sei es noch wichtiger, sie den Menschen näher zu bringen: "Der Glaube hat sich verändert und die Austrittszahlen sind weiterhin sehr hoch. Die Menschen haben keinen Bezug mehr dazu, aber dadurch gehen auch viele Traditionen verloren."

Die Kirchenführer sollen Urlaubern, Pilgern, Radlern, Kunstliebhabern oder Schulklassen mit unterschiedlichen Interessen die Gotteshäuser und den Glauben näher bringen. Dabei müssten die Kirchenführer vor allem flexibel und auf alles vorbereitet sein. "Vielen sind die Sprachen und Symbolik des Raumes fremd", erklärt Wegner. Dadurch blieben ihnen die kulturellen Schätze einer Kirche unerschlossen.

In der Ausbildung bekommen die Teilnehmer Einblicke in theologische und historische Zusammenhänge, Tipps, Materialien und Anregungen für die Gestaltung eigener Führungen wie beispielsweise Nachtführungen und mögliche Inhalte zur Vertiefung.

"Eine Frage, die im Kurs beantwortet wird, ist zum Beispiel: Was macht einen Raum überhaupt erst zur Kirche?", so Wegner. Aber auch die regionale Kirchengeschichte spielt eine Rolle. Denn wünschenswert sei es, dass sich die Teilnehmer auf die eigene Kirche mit ihren Besonderheiten spezialisieren und deren Geschichte erzählen.

So werde die Kanzel über dem Altar der Michelauer Johanneskirche noch immer im Gottesdienst genutzt. "Die ist zum Beispiel im Markgrafenstil gestaltet. Was man beim Betreten der Kirche sofort sieht, ist, dass sie nicht so prunkhaft gestaltet ist."

Kirchenmusik wichtig für Glauben

Weitere Themen sind die Baustilkunde, Liturgie und auch Kirchenmusik. "Lieder sind im evangelischen Gottesdienst noch etwas wichtiger, da durch sie der Glaube transportiert wird." Die Ausbildung richte sich jedoch nicht nur an Menschen mit evangelischer Konfession, sondern an alle Christen. Zudem reflektieren die Teilnehmer viel über die Raumwahrnehmung. Als "Prüfung" werde eine Kirchenführung ausgearbeitet: "Diese muss schriftlich eingereicht und einmal auch durchgeführt werden", erklärt Wegner.

Der Kurs beinhaltet vier Tagesseminare, die jeweils freitags von 9.30 bis 17.30 Uhr stattfinden und zusätzlich drei zweitägige Veranstaltungen, die jeweils von Freitag 14 bis 16 Uhr ausgerichtet werden.

Das Einführungswochenende findet am 21. und 22. Februar in Vierzehnheiligen statt. "Wir hoffen, dass sich noch einige Teilnehmer anmelden, da wir den Kurs sonst vorerst verschieben müssen", sagt Joachim Wegner.

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