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Bad Staffelstein
ÖPNV

Rufbuslinie 1254 im Kreis Lichtenfels: Ein Anruf genügt

Seit rund einem halben Jahr gibt es die Rufbusfahrt-Linie von Bad Staffelstein nach Kloster Banz. Seit der Einführung wird sie immer besser angenommen.
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Ein Rufbus in Form eines Taxis: Auch so können die Fahrzeuge der Linie 1254 aussehen. Foto: Mirjam Stumpf
Ein Rufbus in Form eines Taxis: Auch so können die Fahrzeuge der Linie 1254 aussehen. Foto: Mirjam Stumpf
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Noch ist es ruhig auf Kloster Banz. Die lebhafte Besuchersaison hat an einem verregneten Februartag um die Mittagszeit noch nicht begonnen. Wer trotzdem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln das Kloster besuchen möchte, kann dies mit einem Rufbus der seit September neu eingerichteten Linie 1254. Die Linie zeichnet aus, dass keine Leerfahrten stattfinden, denn der Bus kommt nur, wenn, wie dem Namen nach zu schließen, vorher angerufen wird.

Eine Anmeldung ist lediglich bis eine Stunde vor Abfahrt erforderlich, ansonsten bleibt alles unverändert zu einer regulären Linienfahrt. Je nach Stärke der Gruppe kommt dann allerdings kein Omnibus, sondern ein Taxi zu den Haltestellen. Wie auch an diesem Donnerstagvormittag. Der Vorteil dabei ist in den Herbst- und Wintermonaten eindeutig: Das Taxi ist komfortabel und vor allem warm. Bezahlt wird im Übrigen aber nur der reguläre VGN-Preis; für eine Fahrt vom Staffelsteiner Bahnhof nach Kloster Banz sind das 1,30 Euro.

Ein umweltfreundlicher Aspekt

Insgesamt könne man von erfreulichen Zahlen im Hinblick auf die neue Rufbuslinie sprechen, sagt der stellvertretende Pressesprecher des Landratsamtes, Helmut Kurz. Denn in der Regel dauere es bis zu drei Jahren, bis neue Buslinien von der Bevölkerung angenommen werden. Ganze 209 Fahrten mit insgesamt 290 Gästen wurden alleine in den vier Monaten von September bis einschließlich Dezember 2019 erfasst. Mit 97 Fahrgästen verteilt auf 61 Fahrten war die Auslastung in diesem Zeitraum im November am stärksten. Interessant sei zudem, dass die Auslastung der Fahrzeuge zunehme, sagt Kurz. So seien im September durchschnittlich 1,2 Personen pro Fahrt unterwegs gewesen, im Januar hingegen schon 1,8.

"So gesehen könnte man von einem doppelten umweltfreundlichen Aspekt sprechen: Zum einen wird nur gefahren, wenn tatsächlich Bedarf ist, zum anderen wird das Fahrzeug zunehmend von mehreren Personen gleichzeitig genutzt", so Kurz.

Zunehmende Fahrten

Dass das Konzept des Rufbusses zunehmend genutzt wird, empfindet auch Taxifahrerin Daniela John so, die pünktlich zur georderten Abfahrtszeit auf den zum Kloster gehörenden Parkplatz einbiegt. Die Fahrten nähmen noch einmal zu, seit sich Tickets auch am Fahrkartenschalter am Bahnhof lösen lassen. Die Strecke nach Kloster Banz werde inzwischen relativ gut angenommen, sagt sie, von Urlaubern - aber nicht nur von ihnen. "Letztens ist sogar eine ganze Schulklasse über uns hier hoch gefahren", sagt sie. Einen kuriosen Nebeneffekt verheimlicht sie auch nicht: Manchmal sei es gar nicht so einfach zu trennen, dass sie bei diesen Fahrten als Bus- und nicht als Taxifahrerin unterwegs sei, die Gäste also nicht bis vor die Haustür begleiten könne.

Ohne eigenes Auto nach Banz

Neu ist seit Jahresbeginn nun auch, dass Urlauber mit der Gästekarte, die sie bei Ankunft erhalten, kostenlos nach Kloster Banz fahren können. Dahinter steht der Gedanke, Sehenswürdigkeiten ohne eigenes Auto erreichen zu können. "Dass nun Urlauber in Bad Staffelstein mit ihrer Gästekarte die Buslinie 1254 nach Kloster Banz kostenlos nutzen können, ist ein Schritt in diese Richtung und ein wichtiger Baustein in unserem neuen Nahverkehr", heißt es in einer Pressemitteilung von Landrat Christian Meißner.

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