Lichtenfels
Gefahrenstoffe

Richtige Lagerung ist wichtig

Immer wieder werden die Stadtwerke zu Einsätzen gerufen, bei denen Gasgeruch gemeldet wird. Die Melder gehen von Erdgas aus, meist steckt aber etwas anderes dahinter.
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Christian Lotz erklärt, wo das Gas an den Kartuschen bei den letzten Einsätzen ausgetreten ist. Fotos: Stefanie Gleixner
Christian Lotz erklärt, wo das Gas an den Kartuschen bei den letzten Einsätzen ausgetreten ist. Fotos: Stefanie Gleixner
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In den letzten Wochen wurden die Stadtwerke Lichtenfels gleich zweimal wegen Gasgeruches gerufen. Der Bereitschaftsdienst rückte daraufhin aus, um herauszufinden, ob Erdgas verantwortlich für den Geruch ist. In beiden Fällen schlugen die Messgeräte der Stadtwerke an, aber Gasleitungen waren nicht die Auslöser. "Der Geruch unseres Erdgases ist ähnlich wie der von faulen Eiern, dadurch können wir ihn gut erkennen", sagt Christian Lotz, Rohrnetzleiter der Stadtwerke Lichtenfels. Darauf sind die Mitarbeiter der Bereitschaft, die 24 Stunden im Einsatz ist, gezielt geschult.

Grund für den Gasgeruch war in diesen Fällen jeweils eine Gaskartusche mit Butangasfüllung. Dabei ist es verboten, Gaskartuschen und -flaschen mit Flüssiggas in Kellerräumen zu lagern.

Gas kann entweichen

Denn die Gefahr, die von solchen Behältnissen ausgeht, ist enorm. "Wenn Kartuschen und Behälter längere Zeit gelagert werden, dann werden sie undicht. Dadurch entweicht dann das Gas", beschreibt Christian Lotz den Vorgang. "Wenn es entweicht, bildet sich ein Gas-Luft-Gemisch, das höchst explosiv ist, und auch bei Hitze reagiert es gleichermaßen."

So wird es dann auch für die Feuerwehr gefährlich: "Wenn es zu Kellerbränden kommt, dann wissen wir oftmals nicht, was uns dort erwartet. Treten solche Stoffe aus, können die Einsatzkräfte durch die Explosion mit Splittern verletzt werden oder durch ein Knalltrauma", sagt Kreisbrandrat Timm Vogler.

Die Gefahr dieser Stoffe sei, dass bereits eine geringe Ausströmung reiche, um eine Explosion auszulösen, betont Christian Lotz. "Behälter mit wenig Inhalt sind immer gefährlicher als volle Behälter", fügt er hinzu. Und auch je älter sie seien, desto gefährlicher seien sie.

Diese Stoffe bleiben immer am Boden, so dass man sie erst spät wahrnimmt. Daher ist die Lagerung unter Erdgleiche verboten: "In Kellerräumen dürfen solche Stoffe nicht gelagert werden. Es muss überirdisch sein", erklärt Christian Lotz.

Was nicht im Keller gelagert werden darf, ist leicht erkennbar: "Alles, was mit einem gelb-orangen Warnsymbol gekennzeichnet ist, darf nicht in den Keller", erklärt Timm Vogler. Dazu gehören Brandbeschleuniger, Grillanzünder, Bremsreiniger, Enteiser, Gaskocher und auch Spraydosen, Lacke und Gasflaschen für den Grill.

"Gasgrillflaschen müssen vom Grill abmontiert und mit der Verschlusskappe geschlossen gelagert werden. Aber eben nicht im Keller", sagt Christian Lotz.

"Viele unterschätzen die Gefahr, die da entstehen kann, dabei ist es einfach, sie zu umgehen", sagt Lotz. Jeder sollte in seinen Keller gehen und schauen, was an Gefahrstoffen rumliege und meistens auch nicht mehr gebraucht werde. "Um die Entsorgung kümmern sich dann die Problemmüllsammlungen. Dort können die Sachen abgegeben und von fachkundigem Personal entsorgt werden", sagt Timm Vogler, der auch selbst seine Sachen dort abgegeben hat. "Ich war erstaunt, wie viel ich selbst davon hatte." Termine für die Problemmüllsammlung sind auf der Internetseite des Landkreises Lichtenfels zu finden.

"Wenn solche Stoffe trotzdem gelagert werden, dann fachgerecht über erdig und auch nicht beim Auto in der Garage. Und man sollte die Behälter auf ihre Porosität regelmäßig überprüfen", sagt Christian Lotz.

"Wir wollen den Menschen keine Angst machen, dass Gas gefährlich ist, aber eine gewisse Sensibilisierung ist durchaus wichtig", betont Timm Vogler. Große Gasexplosionen passieren in der Regel nur, wenn manipuliert werde.

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