Lichtenfels
Tierdrama

Regen fehlt: Viele Rehe im Landkreis Lichtenfels sind nur nur Haut und Knochen

Die vergangenen Monate, in denen fast kein Regen im Landkreis Lichtenfels fiel, sorgen für grausame Auswirkungen auf die heimischen Schalenwildarten.
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Nur noch  Haut und Kochen: Das ist ein Bild, das derzeit vielen Revierinhabern begegnet. Dieter Radziej
Nur noch Haut und Kochen: Das ist ein Bild, das derzeit vielen Revierinhabern begegnet. Dieter Radziej

Am gravierendsten trifft es das Rehwild; hier speziell die weiblichen Tiere, die noch Kitze führen. Rehgeißen setzen in der Regel ein, manchmal sogar zwei Kitze. Durch das fehlende Wasser verfügen sie in keinem ausreichenden Maße über Muttermilch und als Folge davon überlebten nur selten beide Kitze, denn durch das Säugen werden die Rehgeißen regelrecht ausgemergelt und schwächer und schwächer.

Ende Juli/Anfang August kam dann noch beim Rehwild die Paarungszeit hinzu, in der Rehböcke manche weibliche Tiere bis zur Erschöpfung jagen. Und dies führte dann dazu, dass die letzten Energiereserven beim Rehwild aufgebraucht waren. Allein in den vergangen Wochen wurde den Revierpächtern über 20 Fälle von Spaziergängern und Autofahrern gemeldet, bei denen sie apathische Rehe sahen, die jegliche Scheu vor den Menschen verloren hatten beziehungsweise keinerlei Fluchtverhalten mehr zeigten.

Es bleibt nur der Gnadenschuss

Den Revierjägern bleibt in derartigen Situationen meist keine andere Wahl mehr, als diese Tiere vor ihrem Leiden zu erlösen, da sie in der freilebenden Natur einfach keine Überlebenschance mehr haben. Auch unzählige Wildunfälle, insbesondere zur Nachtzeit, waren auf das fehlende Wasser zurückzuführen, denn das Wild suchte Bäche und Flussläufe auf.

Gerade deshalb richtet die Jägerschaft einen Appell an die Hundeausführer, ihre Vierbeiner an der Leine zu halten, denn die Rehe seien ganz einfach zu schwach, um zu fliehen. Außerdem gab der Vorstand der Lichtenfelser Jäger bereits vor einigen Tagen eine dringende Mitteilung an alle Mitglieder heraus, beim Rehwild mit der Zufütterung zu beginnen. Hier wären Äpfel und Trester mit eingeweichtem Getreide am sinnvollsten; zusätzlich sollten flache Behältnisse oder Wannen mit Wasser aufgestellt werden. Hinzu komme dann noch, dass durch den fehlenden Regen auch keine nahrhafte Äsung vorhanden ist, die Felder abgeerntet und die Wiesen verbrannt sind.

BJV-Kreisvorsitzender Michael Ament: " Es herrscht eine absolute Notzeit und hier gilt die Verpflichtung bei alle Revierverantwortlichen, für die entsprechende Hege zu sorgen."

Dabei setzt die anhaltende Trockenheit nicht nur den Rehen zu, sondern auch vielen anderen Wildarten. So ziehen Wildschweine in wasserreiche Gegenden, wo durch ihr Fressverhalten, Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen entstehen. Eine weitere negative Folge der Wettersituation ist die Tatsachen, dass die Wildbretgewichte in keinem Jahr so niedrig waren wie in der bisherigen Jagdsaison.

Sterben auch in den Bächen

Ein Blick in viele Bachläufe zeigt ein ähnliches Bild, denn Fische sind verendet und unzählige Krebse, über die sich viele Naturfreunde freuen konnte, liegen tot auf dem Rücken.

Bleibt nur die Hoffnung, dass der anhaltende Landregen bald kommt, denn der Boden, der Wald und die Tiere, alle brauchen ihn dringend, damit nicht noch mehr und größere Schäden entstehen.



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