Weismain
Freizeit

Radtour pur im Kleinziegenfelder Tal - Naturerlebnis auf zwei Rädern

Die "Radtour pur" lockte bei traumhaft schönem Sommerwetter am Pfingstmontag Tausende ins Kleinziegenfelder Tal und auf die Jurahöhen. Von Weismain aus genossen sie die landschaftlich reizvolle Strecke - ganz ohne vorbeirasende Autos.
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Von Weismain (im Hintergrund) aus erschlossen sich zahlreiche Radler am Pfingstmontag die Schönheiten des Jura. Fotos: Klaus Gagel
Von Weismain (im Hintergrund) aus erschlossen sich zahlreiche Radler am Pfingstmontag die Schönheiten des Jura. Fotos: Klaus Gagel
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Ein azurblauer Himmel ließ die Felsformationen des Weißen Jura noch deutlicher als sonst hervortreten. Roter Mohn leuchtete aus grünen Getreidefluren. Durch den Talgrund schlängelte sich mit glasklarem Wasser die Weismain, während sich auf der Staatsstraße 2191 einmal mehr etliche Tausend Radler neben einigen Wanderern und Inlinern auf den Weg gemacht hatten, um das herrliche Kleinziegenfelder Tal zu erkunden.

Ganz anders als im Vorjahr, als ein Temperatursturz und heftige Regenfälle in der Nacht so manchem Naturfreund die Teilnahme an der "Radtour pur" vermiest hatten, waren es diesmal Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke und ein strahlender Sonnenschein, die den äußeren Rahmen dieser 16. Radtour bildeten. Als Konsequenz daraus zog ein Großteil der Radler vor, sich in den etwas kühleren Vormittagsstunden auf den Weg zu machen.

Mit drei ohrenbetäubenden Böllerschüssen, die auch die letzte Schlafmütze aus den Federn rissen, wurde in Weismain der Startschuss zur Großveranstaltung gegeben.

Das Kernstück der Veranstaltung bildete die Staatsstraße 2191 durchs Kleinziegenfelder Tal. Es ist der landschaftlich reizvollste Streckenabschnitt mit nur wenigen Steigungen auf dem sich sonnige und schattige Flächen in wohltuenden Abständen abwechseln. Hier war auch der weitaus größte Teil der Teilnehmer unterwegs, auf Fahrrädern aller Art, vom schnellen Rennrad über das trendige Mountainbike bis hin zum gewöhnlichen Tourenrad. Mehr und mehr setzen vor allem die älteren Radler auf die kräfteschonenden E-Bikes, während einige Tandems und Liegeräder zu echten Hinguckern wurden.

Ein ganz klein wenig vermisste man die schnellen Inliner, die oft in den Vorjahren als geschlossene Gruppe auf ihren schnellen Rollen durch das Tal gebraust waren, und auch die Zahl der Wanderer und Nordic Walker hielt sich im Vergleich zum Vorjahr in einem bescheidenen Rahmen. Dennoch ist die Bedeutung der Veranstaltung für das Jura städtchen und die ortsansässige Gastronomie nicht zu unterschätzen. So rührt auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub unter seinem Vorsitzenden Frank Wessel eifrig die Werbetrommel für den autofreien Feiertag in der Region. Regelmäßig finden sich Gruppen aus Bamberg, Coburg und Kronach, gut zu erkennen an ihren gelben Hemden, in Weismain und Umgebung ein. Das Gros der Teilnehmer bilden allerdings die Familien aus dem Landkreis Lichtenfels und dem angrenzenden Kreis Kulmbach.

Was die Information über die Radstrecken und Einkehrmöglichkeiten anbelangt, werden alle auf Wunsch bestens versorgt von der guten Seele der Radtour, Andrea Göldner. Im Herzen von Weismain steht sie den ganzen Tag an ihrem Infostand, verteilt stapelweise Tourenpläne und beantwortet geduldig Fragen zu Einkehrmöglichkeiten oder zum Schwierigkeitsgrad der einzelnen Etappen.

Variationsmöglichkeiten gibt es zur Genüge, doch angesichts der fast schon tropischen Temperaturen wagten sich nur einige gut trainierte an die Anstiege nach Arnstein oder Richtung Modschiedel. Man wollte vielmehr den Tag mit Kind und Hund genießen und ließ es gemütlich rollen oder sorgte rechtzeitig für den nötigen Einkehrschwung. Kaum einer ließ dabei auf der Strecke nach Großziegenfeld die beliebte Schrepfersmühle links liegen, die sich auf den Ansturm der Gäste bestens vorbereitet hatte.

Auch in Weismain selbst konnte man die kulinarische Variante der Radtour ausgiebig genießen. In den Nachmittagsstunden waren die süßen Schleckereien der ortsansässigen Konditoreien der große Renner. Seinen offiziellen Abschluss fand das Traditionsereignis in den frühen Abendstunden ebenfalls auf dem Marktplatz in Weismain. Dort herrschte regelrechte Volksfeststimmung während mit den länger werdenden Schatten die Hitze des Tages den kühleren Abendstunden wich.
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