Prügel
Kultur

Prügeler Kabarett mit einem Hauch Erotik

Es gab eine Reihe lustiger Geschichten und Politsatire zu hören, eine Reise in die Zeit der Bierkriege zu erleben und etwas nackte Haut zu sehen.
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Foto: Stephan Stöckel (Archiv)
Foto: Stephan Stöckel (Archiv)

Eine Kellerassel frotzelte: "Man war bemüht, sag ich nur schlicht, doch gefühlsecht ist die Höhle nicht." Und trotzdem: Das Publikum fühlte sich auch oberhalb der Erde, eingerahmt von einer Höhlenkulisse des Burgkunstadter Künstlers Udo Langer, pudelwohl. Die 128 Besucher im ausverkauften Kulturstadel waren begeistert vom Prügeler Kellerkabarett, das rund um den Stadel aufgeführt wurde. Serviert wurde ein kreatives Potpourri aus Kabarett, Klamauk, Kulinarischem, Musik, Zeitreise und einem Hauch von Erotik.

Für die Prügeler Stollenanlage gilt seit kurzem ein Betretungsverbot. Die Akteure der Zeitreise, die die Veranstaltung zusammen mit der Volkshochschule Lichtenfels auf die Beine gestellt hatten, machten aus der Not eine Tugend: Den Kulturstadel kleideten sie mit einer Plane aus, die Höhlenflair in das Gebäude zauberte. Darauf war eine Collage zu sehen, die Langer aus Höhlenbildern erschaffen hatte.

Zunächst begleitete Dagmar Dietz, mittelalterlich gekleidet, die Besucher auf eine Wiese unweit des Stadels, wo diese auf Strohballen Platz nahmen. "Attacke" hallte es dann durch das Dorf. Mit wildem Gebrüll fielen die Weismainer in Prügel ein. "Ihr habt unerlaubt Bier verkauft", schrie der Weismainer Bürgermeister Albrecht Metzner (gespielt von Roland Dietz) die Prügeler Bürgerin Kunigunde Ditus (Liane Neidlein) an. "Bruggel, 17. März 1681" stand auf einem Holzschild. Die Zeit der Bierkriege, als im Landkreis Lichtenfels darum gestritten wurde, wer brauen darf. Es folgte ein Zeitsprung von 282 Jahren. Markus Häggberg erzählte von einem Kriminalfall aus dem Jahr 1963. Häggberg hatte sich dazu eine urkomische Geschichte ausgedacht. Nach einem musikalischen Intermezzo von Jule Pfaff (Geige) und Annette Krusenbaum (Piano) strapazierte der Baschdoffer (Edwin Jungkuntz) die Lachmuskeln, der seiner Frau einen Wellnessurlaub schenkte. Die Eheleute landeten in "Charlies Wellness- und Beauty-Oase", wo sich ein irrwitziger Gag an den nächsten reihte. Mit heiterem Politgequassel glänzte dann die Kellerassel (Franz Besold).

Den Unterschied zwischen frivolem Cabaret und heiterem Kabarett lehrten zum Schluss Simone Seidel und Nina Werner. Lautstark und in breitestem Fränkisch sangen sie: "Das Bergamt war's, hat uns die Keller gesperrt. Hat uns riesen Staana nein Wech gelecht. Doch uns Akteure bringt kanna aus die Ruh, nie amoll a Altenkuschder Bu."

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