Altenkunstadt
Bauausschuss

Prügel kämpft um alte Bushaltestelle

Auch die Altenkunstadter Kommunalpolitiker laufen Sturm gegen neuen Standort an der Kreisstraße.
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Daumen hoch für die Schulbushaltestelle innerhalb von Prügel zeigen diese Grundschüler an. Foto: Stephan Stöckel
Daumen hoch für die Schulbushaltestelle innerhalb von Prügel zeigen diese Grundschüler an. Foto: Stephan Stöckel
Die Mitteilung der weiterführenden Schulen, dass ihre Kinder ab dem neuen Schuljahr an der Kreisstraße LIF 18 in den Schulbus einsteigen sollen, kam für die betroffenen Eltern im Altenkunstadter Ortsteil Prügel wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Sie verstehen die Welt nicht mehr: "Jahrelang stiegen unsere Sprösslinge an der Haltestelle unweit des Gutshofes ein und jetzt sollen sie plötzlich an der Landstraße einsteigen, wo deutlich höhere Geschwindigkeiten herrschen. Das verstehe, wer will", schüttelte Helmut Degen nach der Bauausschusssitzung am Dienstagabend ungläubig mit dem Kopf.
Das Bushalteschild steht zwar schon, doch noch ist in dieser Angelegenheit nicht aller Tage Abend. Die neue Haltestelle hatte Thorsten Schmidtke von den Jungen Bürgern (JB) aus Prügel auf den Plan gerufen. In einem Antrag, der den Bauausschuss beschäftigte, spricht sich der Gemeinderat für einen Standort innerhalb des Orts aus. Für ihn, die Eltern und die Schüler ist die bestehende Bushaltestelle am Dorfweiher, die vor Jahren von Prügeler Eltern errichtet worden war, die optimale Lösung.
Diese wird derzeit nur von den Grundschülern genutzt. Die Schüler, die in die Mittelschule Altenkunstadt oder nach Burgkunstadt ins Gymnasium oder in die Realschule wollen, benutzten bislang die ältere Haltestelle am Gutshof, die einst die Gemeinde hatte errichten lassen.


Gut einsehbar

"Der Standort am Dorfweiher neben dem Kulturstadel in einer 30-Kilometer-Zone ist verkehrsberuhigt und durch die Anwohner gut einsehbar", heißt es in dem Antrag Schmidtkes, der zur Sitzung des Ausschusses im Urlaub weilte. Einstimmig beschloss das Gremium, den Antrag des Prügeler Gemeinderates mit Nachdruck gegenüber dem Landratsamt zu vertreten, das das letzte Wort in der Angelegenheit hat.
Schmidtke führt ein ganzes Bündel an Gründen an, die gegen die außerörtliche Bushaltestelle spricht: die hohe Geschwindigkeit des Durchgangsverkehrs auf der an Werktagen mittelstark frequentierten Kreisstraße, der fehlende Gehweg zur Haltestelle und das nicht vorhandene Buswartehäuschen, das Schutz vor Witterungseinflüssen bietet.
Die neue Haltestelle befindet sich zudem zwischen der Kreisstraße und dem Wirtschaftsweg zwischen Baiersdorf und Prügel. "Dieser wird von großen landwirtschaftlichen Maschinen genutzt und stellt eine weitere rückwärtige Gefahr für die Kinder dar", sorgt sich Schmidtke um die Sicherheit der Heranwachsenden. Die außerörtliche Lage und die Tatsache, dass die Haltestelle unbeleuchtet ist, sind für den Gemeinderat "ein möglicher Nährboden für Rechtsverstöße". Zudem sollen die Prügeler Kinder wieder mit der Altenkunstadter und nicht mehr mit der Weismainer Linie zu ihren Schulen gebracht werden. Das würde bedeuten, dass die Kinder nicht mehr um 6.40 Uhr, sondern erst um 7.15 Uhr an der Haltestelle stehen müssten. "Diese halbe Stunde Schlaf sollten wir den Kindern und Jugendlichen wieder zurückgeben", fordert Schmidtke. Auch die Eltern fänden es gut, wenn die bis 2015 praktizierte Regelung wieder eingeführt werden würde.
Wegen steigender Schülerzahlen kommt für die Schüler der weiterführenden Schulen ein Ziehharmonikabus zum Einsatz. Die Argumentation der Firma Götz, der Busfahrer könne im Ort mit seinem langen Gefährt nicht wenden, ließ Gerd Hofmann von der Bauverwaltung nicht gelten. "Er kann auch ohne zu wenden durch den Ort fahren und dabei die Schüler abholen beziehungsweise aussteigen lassen", sagte er. Den Gedankenspielen von Stephanie Dittrich (Bündnisgrüne), die den Bau einer Bushaltestelle an der Kreisstraße ins Gespräch gebracht hatte, erteilte Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) eine Absage: "Eltern und Schüler wünschen sich nur einen Standort und zwar den am Dorfweiher." Auch die Eltern würden sich freuen, wenn zukünftig alle Schüler und nicht nur die Grundschüler dort in einen Bus einsteigen könnten.
Wie empfinden Sie den Beschluss des Bauausschusses? "Ich hoffe, dass es das Landratsamt genauso sieht wie Herr Schmidtke und die Mitglieder des Bauausschusses", sprach Helmut Degen den Eltern aus der Seele.

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