Isling
Unser Thema der Woche // Liebe

Pferdeliebe gibt es nicht geschenkt

Der Mensch muss Einiges für die gute Beziehung zum Tier tun, aber es lohnt sich, sagt Maria Tribale.
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Maria Tribale mit ihrem Pferd "Groovy", einer neunjährigen American-Paint-Horse-Stute. Foto: Tobias Kindermann
Maria Tribale mit ihrem Pferd "Groovy", einer neunjährigen American-Paint-Horse-Stute. Foto: Tobias Kindermann

Liebe kann viel Arbeit machen. Vor allem, wenn es um Tiere geht wie ein Pferd. Ob das allen so bewusst ist?

Maria Tribale aus Isling hat die Pferdeliebe zum Beruf gemacht. Sie arbeitet als Trainerin, um Mensch und Pferd zueinander zu bringen. Viele kennen sie aus ihrer Zeit als Korbstadtkönigin zwischen 2016 und 2018.

Es war der Leiter eine Pferderanch, der ihr Mut machte, diesen Weg zu gehen. Bei einem zweijährigen Australienaufenthalt meinte er, dass sie ein Händchen habe für den Umgang mit diesen Tieren. "Das war ein Cowboy, großgeworden im Sattel. Der konnte Pferde lesen wie kaum ein anderer."

Pferde lesen, das umschreibt auch gut, worauf es im Verhältnis zwischen Mensch und Pferd ankommt. Es geht vor allem darum, dass man die Signale, die das Tier aussendet, richtig deutet.

Aber Pferde sind auch gut darin, Menschen zu lesen. "Das gilt eigentlich für Tiere generell, aber Pferde sind Meister der Körpersprache. Die fühlen sofort, was in der Luft liegt. Pferde kommunizieren in der Natur still, es sind Fluchttiere, die nicht entdeckt werden wollen." Ohrenspiel, Gestik spielen eine große Rolle: "Die Kommunikation mit einem Pferd muss ehrlich sein. Man kann dem Pferd nichts vormachen. Es spürt, wenn du unsicher bist, auch wenn du versuchst sicher zu wirken. Man muss wissen, was man in dem Moment vom Tier will, dann kommst du durch Training und richtigen Umgang auch dahin."

Wichtig: Bei der Arbeit mit einem Pferd müsse man immer eine Führungsposition einnehmen. Hunde seien ähnlich, aber auch anders: "Wenn ein Hund mal über die Stränge schlägt, wird es nicht gleich so gefährlich. Den kann man noch halten. Aber Pferde sind uns körperlich überlegen. Da muss man mit dem Kopf arbeiten."

Pferdeliebe kostet auch Zeit: "Es ist schon aufwendig. Es sind Lauftiere, sie brauchen Bewegung. Zwei bis drei Stunden fünfmal in der Woche muss man einplanen." Putzen, Reiten, Füttern, Besuche vom Tierarzt.

"Das Pferd wird oft vermenschlicht. Man sucht den Ausgleich zum Alltag und da gibt es oft romantische Vorstellung von Ausreiten und Entspannung. Doch an vielen Tagen sieht es anders aus. Da muss sich das Pferd erst entspannen."

Das müsse auch der Mensch: "Oft tritt man selber nicht entspannt dem Tier entgegen, weil man vielleicht selber einen schlechten Tag hatte oder Stress auf der Arbeit." Viele fänden aber in der Ruhe des Pferdes auch Ruhe vom Alltag.

Pferdeliebe ist Arbeit: "Aber es sind die Erfolge, die den Ausgleich schaffen, wenn die Arbeit mit dem Pferd Früchte trägt. Auch wenn es anstrengend ist, sorgt es dann für Zufriedenheit, wenn man danach nach Hause geht." Emotionen haben beim Reiten nichts verloren, sagt Maria Tribale. "Man darf nicht böse werden, wenn etwas nicht klappt. Man hat im Pferd einen Partner, auf den man sich verlässt, dem man auch sein Leben anvertraut, denn man setzt sich ja drauf. Dadurch entsteht auch eine besondere Bindung, wenn das Tier dann das macht was ich möchte."

Jungs lieben Autos, Mädchen Pferde - ist das nur ein Klischee? "Für Jungs ist das Auto eine Art Statussymbol, Mädchen lieben eher das Gefühlvolle, haben eine romantische Vorstellung vom Pferd und lieben die Harmonie beim Reiten, ohne die es auch nicht geht. Man bekommt das aber nicht geschenkt, man muss etwas dafür tun."

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