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Vierzehnheiligen
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Pater Dietmars Antrittspredigt in Vierzehnheiligen

Der neue Guardian von Vierzehnheiligen sprach seine ersten Worte unter dem Motto "Umzug und Vernetzung".
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Vor dem Volksaltar in der Basilika predigte Pater Dietmar am Sonntagfrüh erstmals zu den zahlreichen Gläubigen. Foto: Gerd Klemenz
Vor dem Volksaltar in der Basilika predigte Pater Dietmar am Sonntagfrüh erstmals zu den zahlreichen Gläubigen. Foto: Gerd Klemenz

Pater Dietmar Brüggemann, der neue Guardian auf dem heiligen Berg, feierte Sonntagfrüh in der gut gefüllten Wallfahrtsbasilika seinen ersten Gottesdienst. Seit dem Zusammenschluss der vier Franziskanerprovinzen im Juli 2010 ist es möglich, Franziskaner deutschlandweit einzusetzen, und so ist der bisherige Guardian des Wallfahrtsklosters Neviges zum neuen Guardian und Wallfahrtsleiter in Vierzehnheiligen ernannt worden und als gebürtiger Säuerländer jetzt an den Obermain gekommen.

"Ohne zu ahnen, dass ich den Dienst als Guardian und Wallfahrtsseelsorger in Vierzehnheiligen übernehmen würde, habe ich im Mai 2019 dort Urlaub gemacht. Immer wieder habe ich mich in diesen Tagen auch in die Basilika zurückgezogen und dabei den Raum und die Menschen darin auf mich wirken lassen", so kürzlich Pater Dietmar, der in den vergangenen fünf Jahren auf dem Hardenberg im Velberter Ortsteil Neviges in Nordrhein-Westfalen tätig war. Bei seinem Urlaub beeindruckte ihn der Strom der vielen Wallfahrer und Beter sowie junge und alte Menschen. Alle strömten zum Gnadenaltar mit dem Jesuskind und den 14 Nothelfern. "In diesem Moment kam er mir wie eine Rettungsinsel vor, auf der Schiffbrüchige Schutz sowie Geborgenheit suchen und finden, um dann erleichtert und gestärkt wieder nach Hause zu ziehen", erinnerte sich Pater Dietmar.

Gnadenaltar als Rettungsinsel

"Wenn der Gnadenaltar eine Rettungsinsel im Strom der Wallfahrer, Beter und Suchenden ist, dann sind wir Mitarbeiter in der Wallfahrt, Seelsorger und Franziskaner in diesem Strom so etwas wie Lotsen, die den Menschen helfen, zur Ruhe zu kommen und ihren Platz in der Kirche neu zu finden", so der 62-Jährige weiter. So möchte Pater Dietmar Brüggemann seinen künftigen Dienst in Vierzehnheiligen verstehen und damit an das anknüpfen, was Pater Heribert und die anderen Franziskanerpatres in die Wallfahrtsseelsorge eingebracht haben.

"Pater Heribert war mein Dozent im Studium. Zu seiner Zeit als Provinzial habe ich in seine Hände meine ewige Profess abgelegt. Ich empfinde es als Ehre, aus seiner Hand die Schlüssel für Vierzehnheiligen zu übernehmen", so Pater Dietmar. Im Blick auf die Menschen in Oberfranken, die er bis jetzt kennengelernt habe, habe er den Eindruck, dass sie den Sauerländern ähnlich seien - bodenständig und offen. "Das jedenfalls sind zwei Eigenschaften, die mir sehr wichtig sind", so der neue Guardian.

In seinen fast 35 Priesterjahren hat er schwerpunktmäßig in der Pfarrseelsorge, der Klinik- und zuletzt fünf Jahre in der Wallfahrtsseelsorge gearbeitet. Sein erster Gottesdienst im "fränkischen Bethlehem" feierte er nun am Sonntagfrüh am Gnadenaltar - der Rettungsinsel in der päpstlichen Basilika - zusammen mit dem Geistlichen Rektor der Bildungshäuser Domvikar Elmar Koziel. Seine erste Predigt, die er vor dem Volksaltar hielt, stellte er unter das Motto "Umzug und Vernetzung".

"Umzug und Vernetzung"

Diese beiden Begriffe finde man auch im Evangelium wieder, denn auch Jesus zog um, so Pater Dietmar. Die Jünger vernetzten sich mit Jesus und folgten ihm nach. Vor Weihnachten lernte Pater Dietmar einen neuen Menschen im Bistum Köln kennen, der in einem kleinen Ort bei Bonn arbeitete. Der gelernte Tischler fertigte Figuren aus alten Balken. Das Besondere daran war, dass alle eine Krone haben. In jedem Menschen sehe er die Würde, sehe er die Krone, die er trägt, als Kern seiner Arbeit. Und damit folge er Jesus, der die Menschen an ihre Krone erinnerte. "Umzug und Vernetzung", vielleicht sei das auch ein hilfreiches Stichwort für uns als Kirche hier in Vierzehnheiligen, stellte Pater Dietmar in den Raum. "Dass wir die Augen öffnen für Menschen, die ihre Würde vergessen haben. Mir kommt es so vor, dass die wunderbare Basilika so was ist wie eine Krone. Wie wäre es doch schön, wenn die Menschen hierher kommen und sich an ihre Krone, ihre Würde erinnern als Kind Gottes", so der neue Guardian zum Schluss. Gekonnt begleitete Basilikaorganist Georg Hagel den Gottesdienst.

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