Weismain
Planung

Passt ein Pfarrsaal in den Weismainer Stadtgraben?

Die katholischen Kirchenstiftung St. Martin möchte eine Versammlungsstätte für 120 Personen in Laufweit zur Pfarrkirche.
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Das Pfarrhaus von der Burgkunstadter Straße aus gesehen. Davor soll ein Pfarrsaal errichtet werden. Foto: Roland Dietz
Das Pfarrhaus von der Burgkunstadter Straße aus gesehen. Davor soll ein Pfarrsaal errichtet werden. Foto: Roland Dietz

Eigentlich war nur ein Tagordnungspunkt für die Stadtratssitzung geplant. Auch Bürgermeister Udo Dauer (CSU) hatte von einer wohlverdienten anstehenden Sommerpause gesprochen. Nach der Projektpräsentation der katholischen Kirchenstiftung St. Martin wegen der Errichtung eines neuen Pfarrsaals war klar, dass in der kommenden Sommerpause doch einiges aufzuarbeiten sein wird.

Kein Geld mehr fürs Kolpinghaus

Zu dieser Stadtratssitzung war die komplette Kirchenverwaltung erschienen. Mitglied Matthias Murrmann erklärte die Pläne der kirchlichen Gremien. So wird mit Nachdruck im Moment ein Platz für eine Versammlungsstätte mit rund 200 m² für 100 bis 120 Personen gesucht, die im Einzugsbereich der Pfarrkirche St. Martin liegt. Er stellte fest, dass das Erzbistum Bamberg kein Geld mehr in das marode Kolpinghaus stecken werde. Außerdem wäre seitens des Bistums die Entfernung nicht mehr zu akzeptieren. Deshalb sei man nun zur Überlegung gekommen, einen Pfarrsaal an das Pfarrhaus anzubauen und auf dem Grundstück zwischen Pfarrhaus und der Staatsstraße 2191 (Burgkunstadter Straße) zu errichten. Die Fläche, die zum Stadtgraben zu rechnen ist, gehöre der katholischen Pfarrei Weismain. Dies würde auch einen Umbau des Pfarrhauses möglich machen. Das Pfarrhaus wäre auch der Eingangsbereich des neuen Pfarrsaales. Es würde ein barrierefreier Eingangsbereich entstehen und Büro und Tagungsräume würden umgestaltet werden.

Der erste Planentwurf seitens des Bistums Bamberg von Architekt Sandro Selig weist ein Gebäude aus, das mit einer Glasfassade Transparenz gewährleisten würde und von den kirchlichen Gremien sehr befürwortet wurde. Die Baukosten würden sich ersten Rechnungen zur Folge auf drei Millionen Euro belaufen. Matthias Murrmann stellte aber fest, dass eine Weiterverfolgung dieser ersten Planungen nur zusammen mit der Stadt Weismain Sinn mache.

Besonders bei der Unteren Denkmalbehörde, die erst mal Veto eingelegt hat (Pfarrhaus und Stadtmauer stehen unter Denkmalschutz) wäre die Stadt ein wertvoller Partner in der Weiterführung der Planungen.

Entfernung zu weit

Kirchenpflegerin Maria Bauer macht darauf aufmerksam, dass bei kirchlichen Veranstaltungen wie einem Empfang zur Firmung oder ein Kindergottesdienst der Schönbornsaal genutzt werde, der sich auch schon oft zu klein erwies. Hier wäre ein Pfarrsaalanbau optimal. Zum Kolpinghaus sei jetzt schon die Entfernung zu weit gewesen. Der Bedarf zur Nutzung eines neuen Pfarrsaals sei gegeben. "Wir stehen schon unter einem gewissen Zugzwang", machte sie deutlich.

In der folgenden Diskussion stellte sich heraus, dass die untere Naturschutzbehörde das Unterfangen Pfarrsaal im Stadtgraben skeptisch sieht. Das Ziel bei einer städtebaulichen Förderung war, dass Stadtgraben und Stadtmauer durchgängig erlebbar sein sollten. Grundsätzlich müsse geprüft werden, ob es Möglichkeiten mit der im laufenden Prozess der städtebaulichen Förderung in Richtung des Baus eines Pfarrsaales gibt.

Stadträtin Janine Brunecker (GUB) meinte dazu, man solle alle Möglichkeiten, sei sie finanzieller oder baulicher Art, bis zur nächsten Sitzung überprüfen. Matthias Müller und Hans Popp (CSU) meinten, dass die Möglichkeiten für den Bau eines derartigen Saal am Rathaus, das saniert wird, oder im Kastenhof überlegt werden sollten.

Nicht nur positiv wurde die Nachricht aufgenommen, dass vom Bundesförderprogramm Breitbandausbau 937 000 Euro Fördermittel für Weismain bereitgestellt wurden. Kritisch sah dies Gaby Huber (GUB). Trotzdem müsse die Stadt wieder Zuzahlungen leisten. "Wir investieren in eine Wirtschaftslücke, damit es für den Provider interessanter wird, in Weismain tätig zu werden", meinte dazu Udo Dauer.

Weiter wurde bekanntgegeben, dass zu Ostern 2020 wieder eine Delegation aus der Partnerstadt Queven zu Besuch kommt. Hierzu werden Gastfamilien gesucht. Interessierte melden sich bei Gabi und Reinhard Huber in Krassach, Tel. (09575)/1489.

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