Bad Staffelstein
Tourismus

Onlinebuchungen nehmen zu

Immer mehr Gäste nutzen das Internet, um ihren Urlaub zu planen. In Bad Staffelstein gehen viele Vermieter das Thema zurückhaltend an.
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Angelika Hümmer sortiert Gastgeberverzeichnisse in eine Auslage im Kur- und Tourismusservice. Auch dort spiegelt sich das veränderte Buchungsverhalten der Urlauber wieder. Früher ließ die Stadt bis zu 45 000 Exemplare drucken. Jetzt sind es nur noch 35 000 Stück. Immer mehr Gäste informieren sich online und nutzen das Internet auch, um Reisen zu buchen. Foto: Tobias Kindermann
Angelika Hümmer sortiert Gastgeberverzeichnisse in eine Auslage im Kur- und Tourismusservice. Auch dort spiegelt sich das veränderte Buchungsverhalten der Urlauber wieder. Früher ließ die Stadt bis zu 45 000 Exemplare drucken. Jetzt sind es nur noch 35 000 Stück. Immer mehr Gäste informieren sich online und nutzen das Internet auch, um Reisen zu buchen. Foto: Tobias Kindermann

Die Entwicklung ist bekannt: Es kommen immer mehr Gäste nach Bad Staffelstein, aber sie bleiben immer kürzer. "In meiner Zeit, in der ich hier arbeite, ist die Zahl von fünf auf vier Tage zurückgegangen", sagt Anne Maria Schneider, Leiterin des Kur- und Tourismusservice. 2006 übernahm sie die Führung dieser Einrichtung der Stadt Bad Staffelstein.

Über viele Jahre ist es gelungen, diese Entwicklung dadurch zu kompensieren, dass die Zahl der Gäste so stark stieg, dass auch mehr Übernachtungszahlen in der Bilanz standen. Doch inzwischen wird das immer schwieriger. "Wir haben uns deshalb überlegt, wo man zusätzlich den Hebel ansetzen könnte", sagt Anne Maria Schneider.

Deshalb ruft sie ein Projekt in Erinnerung, das im Winter 2017/18 an den Start ging. Damals präsentierte die Stadt einen Anbieter für Online-Buchungen, der später auch für den gesamten Gebietsausschuss Obermain-Jura tätig wurde, zu dem Bad Staffelstein zählt. Der Tourismusverband Ostbayern hatte eine Tochtergesellschaft gegründet, die sich speziell diesem Thema widmet: den heutigen OBS (Online Buchungs Service). Vereinfacht gesagt gibt OBS den Vermietern ein System an die Hand, mit dem sie auch auf Online-Plattformen wie booking.com vertreten sein können. Zahlen muss der Vermieter nur, wenn auch tatsächlich eine Vermittlung stattfindet.

Die ersten Gastgeber nutzen das bereits, darunter auch Anbieter von Ferienwohnungen. "Ferienwohnungen sind auf solchen Plattformen gefragt, aber da haben wir noch Luft nach oben", sagt Anne Maria Schneider. Über 250 Vermieter gibt es in der Stadt, darunter große Hotels bis hin zu Privatpersonen, die eine einzige Ferienwohnung besitzen. Auf Buchungsplattformen im Internet sind jedoch nur rund 30 vertreten, 16 direkt, 14 sind angebunden.

Die Zahl ließe sich ohne großen Aufwand erhöhen. Die Stadt besitzt ein eigenes System mit dem Namen "Win-Top". Etwas über 100 der Vermieter melden dem Kur- und Tourismusservice über diese Software, welche Zimmer oder Wohnungen frei sind. Die Firma OBS hat eine Schnittstelle eingerichtet, damit man ihr Programm mit dem der Stadt verknüpfen kann. Zusätzlich können die Vermieter aber festlegen, ob sie nur einen Teil online anbieten wollen und dabei auch, das ist die Empfehlung, auf Plattformen die Vermittlungsprovision draufschlagen.

Immer wichtiger

Dieser Vertriebskanal wird immer wichtiger. 2018 wurden erstmals mehr Reisen online gebucht als persönlich, verweist Anne Maria Schneider auf Untersuchungen. Buchungsportale schieben Angebote aus der näheren Umgebung nach, wenn vor Ort nichts mehr frei ist. So kann es vorkommen, dass Urlauber Wohnungen im Bamberger Umland oder Coburg auswählen, obwohl noch etwas in der Stadt Bad Staffelstein zu haben wäre.

Für die, die schon dabei sind, hat sich die Teilnahme ausgezahlt. Die 14 angebundenen Gastgeber erhielten 2018 665 Buchungen mit über 5000 Übernachtungen, erreichten teilweise Zuwächse von über 20 Prozent.

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