Kloster Banz
Geschichte

Neues vom Hof der Wittelsbacher

Eine Fernseh-Doku und eine Ausstellung gehen auf das Herrschergeschlecht ein, das auch in Banz und Bamberg ansässig war.
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Dieses Bild, das den bayerischen König Ludwig I. im Krönungsornat zeigt, befindet sich in einem Flur des Bildungszentrums der Hanns-Seidel-Stiftung in Kloster Banz. Auf der Königskrone leuchtet ein naturblauer Diamant, der berühmte "Blaue Wittelsbacher".Matthias Einwag
Dieses Bild, das den bayerischen König Ludwig I. im Krönungsornat zeigt, befindet sich in einem Flur des Bildungszentrums der Hanns-Seidel-Stiftung in Kloster Banz. Auf der Königskrone leuchtet ein naturblauer Diamant, der berühmte "Blaue Wittelsbacher".Matthias Einwag

Einst waren die Neue Residenz in Bamberg und "Schloss Banz" Wohnsitze von Wittelsbachern. Ein neuer Film von Bernhard Graf "Die Wittelsbacher und ihre Juwelen" wird am 6. Januar um 15.15 Uhr im Festtagsprogramm des Bayerischen Fernsehens ausgestrahlt. Anschließend wird der Film in der BR-Mediathek zu finden sein.

Bernhard Graf hatte Ende 2018 den Bildband "Im Glanz edler Steine - die Juwelen der Wittelsbacher" vorgelegt. Im Zuge der Arbeiten fertigte der studierte Historiker zusammen mit dem BR eine Fernseh-Dokumentation an, in der die Preziosen der Wittelsbacher vorgestellt werden.

Kronjuwelen und Einzelschicksale

"Nach wie vor prägen Spielfilme zu den Multimedienstars Kaiserin Elisabeth von Österreich und König Ludwig II. von Bayern das Bild der Wittelsbacher und ihrer Juwelen - zum Teil weit entfernt von der historischen Vergangenheit", sagt Bernhard Graf. Welche vielfältige Rolle Kronjuwelen, Erb- und Hauskleinodien, Prunkreliquiare, Säkularisationsgüter und Schmuckstücke in der bayerischen Herrscherfamilie gespielt haben, werde nun erstmals im Dokumentarfilm "Die Wittelsbacher und ihre Juwelen" präsentiert - "und dies anhand aufregender, teils dramatischer Einzelschicksale". Sie reichen von Kaiser Ludwig IV. bis hin zur Gegenwart, zur repräsentativen Mineraliensammlung von Herzog Franz von Bayern in Nymphenburg. Es sei eine Zusammenschau der Wittelsbacher Hausgeschichte, der großen europäischen Ereignisse, der Mineralogie und damit auch des Welthandels, dies stelle Professor Dr. Albert Gilg durch seine naturwissenschaftlichen Untersuchungen fest.

Einblicke ins Familienleben

Immer wieder, so Graf weiter, gebe Herzog Max Emanuel in Bayern in dieser Dokumentation auch Einblicke zu den Geschehnissen und Gewohnheiten seiner Familie. Einzigartig seien die Ergebnisse von Besuchen bei passionierten "Sisi"- und "Ludwig"-Sammlern, fährt er fort. Schließlich verdeutlichten Statements von Bernd Schreiber, dem Präsidenten der Bayerischen Schlösserverwaltung, dass die Geschichte der Wittelsbacher Preziosen vor 100 Jahren nicht endete, als der Freistaat Bayern ausgerufen wurde.

Durch die Gründung der "Verwaltung der bayerischen Krongüter" (20. November 1918) hätten die Juwelen der Wittelsbacher Landesstiftung und des Ausgleichsfonds bis heute nichts von ihrer Bedeutung als funkelnde Weltkunstwerke eingebüßt.

Das Multitalent Herzog Max

Der in Bamberg geborene und in Banz aufgewachsene, sehr begüterte Herzog Max in Bayern (*4. Dezember 1808, † 15. November 1888) sei ein begeisterter Naturfreund und ein Multitalent gewesen, ergänzt der Historiker. Herzog Max habe aber auf Preziosen wenig Wert gelegt. So zeigte er sich bei der Aussteuer seiner berühmten Tochter, der Herzogin Elisabeth in Bayern (später: Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, 1837-1898), sehr geizig, sagt Bernhard Graf. Schon im Oktober 1853 habe sich sich Kaiser Franz Joseph I. von Österreich (reg. 1848-1916) bei seiner Wittelsbacher Mutter, der Erzherzogin Sophie Friederike von Österreich (1805-1872), beklagt: "Mit dem Trousseau geht es, scheint mir, nicht recht vorwärts, und ich kann mir nicht recht denken, daß es hübsch wird."

Als Trousseau bezeichnete man einst die hochwertige Aussteuer, vor allem die aus Tisch- und Bettwäsche bestehende Ausstattung, die einer Braut zur Hochzeit von den Eltern geschenkt wurde.

Bernhard Graf: "Seine Befürchtung trat schließlich ein. So mussten er, der Kaiser, und seine Mutter die geringe Mitgift erheblich aufstocken, dass das Trousseau den Wiener Hofgepflogenheiten entsprach." Darunter befand sich eine Rubin-Parure mit Diadem, Collier und einer großen Brosche. Diese Rubine, sagt Bernhard Graf, stammten aus dem Nachlass der hingerichteten Königin Marie-Antoinette von Frankreich (reg. 1774-1792), die diese von ihrer Mutter, Königin Maria Theresia, erhalten hatte.

Bücher und eine Ausstellung zum Thema

Bildbände Bernhard Graf legte bisher drei Bildbände über das Leben der Wittelsbacher vor: "Sisis Geschwister", "Sisis Vater - Herzog Max" und "Im Glanz edler Steine". Die Bücher sind im Allitera-Verlag erschienen.

Ausstellung "Der gute Stern oder wie Herzog Max in Bamberg die Zither entdeckte" lautet der Titel einer Ausstellung des Historischen Museums Bamberg, die noch bis zum 3. Februar zu sehen ist.

Begleitprogramm Zusätzlich zu der Ausstellung gibt es ein Zitherfestival unter anderem am 11. und 12. Januar in der Bamberger Stadtgalerie "Villa Dessauer. Am Freitag, 11. Januar, beginnt dort um 19 Uhr das Konzert "Klingende Zithergeschichte". Am Samstag, 12. Januar, findet von 13 bis 16 Uhr ein Zither-Schnuppertag mit Workshop "Zither spielen lernen" statt. Um 19 Uhr gibt's die "e-Zither-Nacht", bei der vier Meister ihre Kunstfertigkeiten zeigen.

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