Bad Staffelstein
Nachfolger

Neuer Pfarrvikar für Banz betont das Wir

Christian Montag tritt Nachfolge von Hans-Werner Alt als Seelsorger in Banz/Altenbanz an
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Christian Montag vor der Sankt-Laurentius-Kirche in Altenbanz  Foto: Mario Deller
Christian Montag vor der Sankt-Laurentius-Kirche in Altenbanz Foto: Mario Deller

42 Jahre lang war Hans-Werner Alt Pfarrer von Altenbanz und Banz. Man kann getrost von "großen Fußstapfen" sprechen, in die sein Nachfolger tritt, der noch nicht einmal geboren war, als sein Vorgänger seine Priestertätigkeit am Obermain antrat. Christian Montag, so der Name des neuen, 36 Jahre jungen Pfarrvikars von Altenbanz und Banz, strahlt aber nichtsdestotrotz Zuversicht und vor allem eine große Portion an Elan aus, freut sich auf die Herausforderung.

Seit Mitte September da

Bis die restlichen Renovierungsarbeiten am Pfarrhaus in Altenbanz, dem künftigen Domizil Montags an seiner neuen Wirkungsstätte, abgeschlossen sein werden, wohnt der neue Pfarrvikar übergangsweise in Bad Staffelstein. Aber "angekommen" ist er sein Ankunft Mitte September auf jeden Fall jetzt schon, wie er betont: "Ich bin sehr gut aufgenommen worden." Vor der Lebensleistung seines Vorgängers Hans-Werner Alt zieht Montag, das will der junge Geistliche in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen, den Hut. "Ich wünsche ihm für seinen Ruhestand alles Gute und dass er ihn genießen kann."

Übergabe des Staffelstabs

Der vergangene Sonntag stellte quasi so etwas wie die Übergabe des Staffelstabs dar. Im Rahmen der 300-Jahr-Feier der Banzer Stiftskirche wurde Hans-Werner Alt verabschiedet, gleichzeitig war die feierliche Messe der erste Gottesdienst, bei dem der neue Pfarrvikar mitwirkte. "Zusammen mit Ihnen möchte ich mich auf diesen Weg machen, ein Seelsorger und Wegbegleiter für Sie sein", heißt es in den Worten Montags an die Gläubigen im jüngsten Pfarrbrief.

Er versteht sich als Teamplayer, unterstreicht den Wir-Gedanken bei Vorhaben, Prozessen, der Umsetzung neuer Ideen. "Mein Bild von Kirche ist, dass wir ein Bau aus lebendigen Steinen sind", so Montag. Gott habe jedem Talente und Fähigkeiten mitgegeben. Er lade die Gläubigen ein, sich in der Kirchengemeinde, jeder auf seine Art und Weise, einzubringen.

Sein Verständnis von einer lebendigen Kirchengemeinde spiegele sich wider im afrikanischen Sprichwort: Wenn viele Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, werden sie das Gesicht der Welt verändern. Und so werden etwa bei der Umsetzung des neuen Projekts "Familiengottesdienst" in Altenbanz möglichst viele ins Boot geholt. 18 Mitwirkende konnten hierfür schon gewonnen werden. Alle Generationen von Jung bis Alt sind Montag zufolge als Architekten der Kirchengemeinde gleich wichtig.

Vor diesem Hintergrund werde nun auch ein "Schnupperministrieren" angeboten, am 24. November ist dann eine Ministranteneinführung geplant.

Wir schreiben das Jahr 1983, als der kleine Christian das Licht der Welt erblickte, und in Kirchaich mit zwei Brüdern auf einem Bauernhof aufwuchs. Kirchaich kennen wir doch irgendwoher. "Genau, das ist das Dorf, wo auch die Dorfrocker herkommen", schmunzelt der Geistliche. Christian Montag wirkt authentisch, als Mensch wie du und ich, als er seinen bisherigen Lebensweg Revue passieren lässt.

Wenngleich er nach Erlangung der Mittleren Reife an der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule in Bamberg zunächst den Beruf des Industriekaufmanns erlernte, reifte in ihm, schon damals als Ministrant engagiert, der Wunsch, einmal Priester zu werden. "Nur im Büro sitzen, das war einfach nichts für mich", habe er schnell erkannt und so orientierte er sich nach seiner Zivildienstzeit in einem Pflegeheim in Rabelsdorf bei Pfarrweisach beruflich um.

Montag erinnert sich noch heute voller Dankbarkeit an den früheren Pfarrer seiner unterfränkischen Heimat, Ewald Thoma, der heuer seinen 80. Geburtstag feiern konnte: "Er war für mich ein wertvoller geistiger Begleiter, als meine Oma starb. Ohne ihn wäre ich heute nicht Priester."

Steiniger Weg lag vor ihm

Bis es so weit war, dass Christian Montag das Wort Gottes verkünden durfte, lag aber in der heutigen Rückschau ein "langer und manchmal auch steiniger Weg" vor ihm. Nachdem er an der Berufsoberschule in Bamberg das Fachabitur nachgeholt hatte, legte er mit dem Studium der Religionspädagogik in Eichstätt erst einmal die Basis, um überhaupt Theologie studieren zu dürfen. Das Studium durchlief er in Würzburg mit Abschluss 2013.

Anschließend wirkte Montag als Pastoralreferent und Diakon in der Pfarrei Sankt Kilian in Hallstadt. Die Diakonweihe folgte 2014, ein Jahr später die Priesterweihe in Bamberg am 27. September 2015 - passenderweise am Gedenktag des Heiligen Vinzenz von Paul, der einmal einen Spruch getätigt haben soll, welche auch sein Verständnis ausdrücke: "Gott lieben heißt für die Mitmenschen schwitzen."

"Heute bin ich dankbar, dass ich nicht aufgegeben habe auf dem Weg zur Priesterberuf, sondern immer mein Ziel verfolgt habe. Ohne meine Glauben hätte ich das nicht geschafft", bilanziert er heute. Nach den weiteren Stationen als Kaplan in Erlangen-Büchenbach sowie Kulmbach geht er nun mit vollem Tatendrang seine neue Aufgabe am Obermain an. Auch wenn sich seine Tätigkeitsbezeichnung "Pfarrvikar" nennt, sei er für die Menschen in Altenbanz und Banz jetzt der Pfarrer, meint er unkompliziert. Im Zuge der kirchlichen Neustrukturierung gibt es eben einen leitenden Pfarrer, in diesem Fall Pfarrer Georg Birkel. Montags seelsorgerisches Wirken und Gestalten in Banz und Altenbanz ist - offizielle Betitelung als "Pfarrvikar" hin oder her - de facto die eines Pfarrers. Bezüglich Altenbanz und Banz obliegt Pfarrer Georg Birkel "nur" der Bereich Finanzen/Verwaltung.

Herzliche Einladung an die Gläubigen ergeht zum Einführungsgottesdienst von Pfarrvikar Christian Montag am morgigen Sonntag um 16 Uhr in der Kirche Sankt Laurentius in Altenbanz zusammen mit Pfarradministrator Georg Birkel. Nach dem Festgottesdienst folgt ein gemütliches Beisammensein mit Agape.

Er will das Gespräch suchen

Kommunikation ist die Basis eines gelingenden Miteinanders. Und das hat sich Montag auch für seine Zeit in Banz und Altenbanz auf die Fahnen geschrieben. Nach jedem Gottesdienst können die Gläubigen gerne das Gespräch mit ihm suchen, ob ein lockerer Plausch oder wegen eines bestimmten Anliegens. "Wenn ich nach dem Gottesdienst gleich in die Sakristei verschwinde, ist für viele die Hemmschwelle zu groß, deshalb halte ich es immer so, dass ich dann vor die Kirche komme." Und wenn es einmal mehr Zeit beansprucht oder nicht in der Öffentlichkeit besprochen werden soll, gibt es dafür das Pfarrbüro. Christian Montag hat auf jeden Fall ein offenes Ohr.

Gebet und Gottesdienst stellen für ihn wichtige Kraftquellen dar, ergänzt Montag. Wie jeder Mensch braucht auch ein Geistlicher hin und wieder Ruhepole für sich. "Ich koche gerne, und ich bin sehr gerne in der Natur unterwegs." Da hat er es mit seiner neuen Wirkungsstätte nahe des Banzer Waldes ja gut getroffen. Zwar wird Christian Montag nicht wie die junge Band aus seinem Heimatdorf die Charts stürmen.

Aber er will dazu beitragen, dass das Wort Gottes die Seele singen lässt. Der neue Pfarrvikar bringt die mit Empathie und Glaubensstärke gepaarte nötige Begeisterung mit, um die Herausforderung seiner neuen Aufgabe in Altenbanz und Banz zu "rocken".

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