Bad Staffelstein

Neuer Kindergarten nimmt Form an

Um eine möglichst gute Lösung zu finden, richtete die evangelische Kirche einen Architektenwettbewerb aus. Nun steht der Sieger fest.
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Beate Wagner und Matthias Hagen zeigen das Modell mit dem neuen Kindergarten.
Beate Wagner und Matthias Hagen zeigen das Modell mit dem neuen Kindergarten.
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Es war eine einstimmige Entscheidung - nach einer langen Beratung. Einen Tag hatte sich das Entscheidungsgremium Zeit genommen, um alle sechs Entwürfe durchzugehen. Dann stand der Sieger fest. Das Architektenbüro Ulrich Manz aus Bamberg wird den neuen evangelischen Kindergarten gestalten. Pfarrer Matthias Hagen und Kindergartenleiterin Beate Wagner stellten den Entwurf nun vor.

Die Details werden noch ausgearbeitet, es ging bei der Auswahl zunächst um den funktionellen Aufbau und wie er sich in die Umgebung einfügt. Denn der neue Kindergarten soll anders werden, und größer. Anderes, weil er viele Funktionsräume bekommen soll, wie etwa einen Ruheraum, einen Kletterraum, ein Atelier zum Malen, einen Raum zum Essen. Dazu soll auch für die Beschäftigten ein guter Aufenthaltsraum zur Verfügung stehen, alles Dinge die man bisher nicht oder nicht so zur Verfügung hat, sagt Matthias Hagen. Aktuell geht man von rund drei Millionen Euro aus, die das Projekt kosten wird. Den größten Teil davon wird die Stadt tragen, wie es üblich ist. Bei der evangelischen Kirche als Träger des Kindergartens könnte etwa ein Anteil von 200 000 Euro verbleiben. Eine Generalsanierung des etwa 30 Jahre alten Gebäudes war nach einer Beratung mit der Regierung Oberfranken schon 2016 verworfen worden, weil sich die Kosten schwer einschätzen ließen und es auch keine räumliche Verbesserung geben würde.

Der neue Kindergarten soll mehr Platz bieten. Bisher sind in zwei Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen zusammen 78 Kinder untergebracht. Eine der Krippengruppen hat ihren Platz im benachbarten Gemeindehaus gefunden. Der neue Bau soll auf rund 1000 Quadratmetern Fläche und zwei Etagen insgesamt fünf Gruppen Platz bieten, zwei Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen, die fünfte soll flexibel je nach Nachfrage gestaltet werden. "Etwa 90 Kinder werden wir dann künftig betreuen können", sagt Beate Wagner.

Alle an einen Tisch holen, alle einbinden, das war der Gedanke hinter dem Architektenwettbewerb. Unter der Leitung von Prof. Anne Beer von der TU München widmeten sich den sechs Vorschlägen vier Architekten sowie Pfarrer Matthias Hagen, Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) und Kirchenvorstand Walter Wüst. Man ging die neutral eingereichten Ideen durch. Zuvor waren am 13. April neun Architekturbüros angeschrieben worden, acht hatten an einem Infoabend teilgenommen.
Pfarrer Matthias Hagen weiß, dass sein Wunsch ehrgeizig ist: Abriss des bestehenden Gebäudes noch im Winter, Neueröffnung am 1. September kommenden Jahres. "Man hat mir gesagt, dass das so wohl schwer zu schaffen sein wird." Doch er möchte die Übergangszeit kurz halten. In einer Form besonderer ökumenischer Zusammenarbeit würde übrigens die katholische Kirche die Räume ihres Jugendheimes für die Bauzeit zur Verfügung stellen.
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