Seubelsdorf
Bürgergespräch

Neue Geräte für den Seubelsdorfer Spielplatz gewünscht

Bürgermeister Andreas Hügerich erfuhr, wo die Seubelsdorfer der Schuh drückt: Der Spielplatz und die 30er-Zone sorgen für Diskussionen bei den Anwohnern.
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Die Abstände zwischen den Trittstufen der bisherigen Rutsche seien zu groß, erklärt Ines Heumann, Leiterin der örtlichen Kindertagesstätte. Foto: Corinna Tübel
Die Abstände zwischen den Trittstufen der bisherigen Rutsche seien zu groß, erklärt Ines Heumann, Leiterin der örtlichen Kindertagesstätte. Foto: Corinna Tübel
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Der Spielplatz soll neue Spielgeräte bekommen. Darin waren sich alle Stadtteilbürger und Vertreter der Stadt beim Seubelsdorfer Bürgergespräch am Montagnachmittag einig. Wie man Autofahrer dazu bringt, das Tempolimit 30 km/h in der Austraße einzuhalten, blieb aber immer noch offen.

Eine neue Schaukel, ein Wasserlauf, ein Kletterturm für den Seubelsdorfer Spielplatz: Auch, wenn am Montagnachmittag nur ein Kind beim Vor-Ort-Bürgergespräch dabei war, konnten Vertreter der Stadt Lichtenfels viele Ideen für die Neugestaltung der Grünfläche aufgreifen. Bisher schmücken das vergleichsweise große Areal lediglich eine Sandkiste, eine Rutsche, ein Holzhäuschen, ein kurzer Steg zum Balancieren und zwei Wipptiere.

Die Bürger, bunt zusammengesetzt aus Eltern, Großeltern und Interessierten, waren gut vorbereitet: Die Leiterin der örtlichen Kindertagesstätte, Ines Heumann, die mit ihren Schützlingen öfter den Spielplatz besucht, hatte in der Gruppe nach Anregungen gesucht und diese zeichnen lassen. So übergab sie nun Bürgermeister Andreas Hügerich viele von Kinderhand gezeichnete Porträts einer neuen Spielstätte. Die bereits bestellte Schaukel war auf jedem von ihnen zu sehen. Auch Sitzgruppen für Jung und Alt, ein Bagger für die Sandkiste oder eine durchgängige Umrandung des Platzes wurden als Anregungen genannt.

An den bestehenden Geräten könnten zudem Verbesserungen vorgenommen werden. Die Trittstufen der Rutsche seien beispielsweise recht weit auseinander. Hier herrsche Verbesserungsbedarf, um Unfälle zu vermeiden. Gerhard Pülz vom Amt für Bauen und Umwelt griff dies auf, betonte aber: "Ziel ist es ohnehin, bald alle Spielgeräte aus Holz zu stellen."

Ein eigener "Frankenschnellweg"

Für größeren Diskussionsstoff sorgte im Anschluss aber die Frage: Wie kann man Autofahrer dazu bringen, das Tempolimit von 30 km/h in der Austraße, die unter anderem am Spielplatz vorbeiführt, einzuhalten?

"Die Austraße wird als Frankenschnellweg von Lichtenfels benutzt. Sie ist Durchgangsstraße für viele Firmen dahinter." Der Seubelsdorfer Adelbert Hofer und viele Anwohner sind verärgert. Ergebnisse einer Geschwindigkeitsmessung stünden seit langem aus und die auf der Straße aufgemalte Tempo-30-Markierung finde keine Beachtung.

Als Vorschlag brachte Adelbert Hofer vor, die Austraße könnte zur Sackgasse umfunktioniert und eine Engstelle am Spielplatz angebracht werden. So erweitere sich der Spielplatz um eine Spiel- und Malstraße, und die Autofahrer könnten nicht mehr so "rasen". Auch Bremsschwellen oder der lang ersehnte Ausbau der angrenzenden Blumenstraße zur Reuthstraße wären Lösungsansätze.

Keine Einigung für Grunderwerb

Bürgermeister Hügerich und Gerhard Pülz erkannten die Belastung für die Anwohner, konnten jedoch nichts versprechen: Um die beiden letzteren Straßen zu verbinden, müsse man sich mit den entsprechenden Grundstücksbesitzern einig werden. Dies sei bisher nicht der Fall, man setzte aber die Verhandlungen fort.

Bremsschwellen brächten durch das häufige Bremsen und Wiederanfahren einen hohen Geräuschpegel mit sich und würden Rettungswägen et cetera die Fahrt erschweren. Auch die Verkehrsballung in einer Sackgasse oder die Platzierung eines großräumigen Wendehammers, den die Müllabfuhr oder Lieferwägen benötigten, wären neue Herausforderungen mit ebensolchen negativen Effekten.

Vielmehr möchte die Stadt Lichtenfels an die Anwohner und "Kindergartenbringer" appellieren, mit gutem Beispiel das Tempolimit in der Austraße einzuhalten. Ebenso sollen die Ergebnisse des aufgestellten Verkehrsmessgeräts im Bau- und Umweltausschuss öffentlich gemacht werden. Erst auf dieser Basis könne man spezifische Maßnahmen gegen das Problem ergreifen.

Als letzte Punkte wurden der marode Fahrbahnbelag und die Bürgersteige in der Jahnstraße thematisiert. Gerhard Pülz bettete dieses Projekt als "mittelfristig zu beheben" in den Gesamtkontext der Lichtenfelser Straßenerneuerungen ein. Gerade erst habe die Stadt alle desolaten Straßen im Stadtgebiet katalogisiert, um diese nach Priorität wieder in Stand setzen zu lassen.

Bürgermeister Andreas Hügerich versprach, weiter intensiv an Lösungen für die aktuellen Probleme zu arbeiten.

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