Bad Staffelstein
Aktion

Natur ganz anschaulich erklärt

Am verkaufsoffenen Sonntag war der Streuobstmarkt im Amt für Landwirtschaft in Bad Staffelstein eine besondere Attraktion.
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Frank Schelhorn (im grünen Pullover) klärte auf: Die richtige Lagerung der Früchte ist entscheidend. Fotos: Monika Schütz
Frank Schelhorn (im grünen Pullover) klärte auf: Die richtige Lagerung der Früchte ist entscheidend. Fotos: Monika Schütz

Natürlich, Verkauf von Äpfeln, Birnen, Nüssen, Kartoffeln, Kürbissen, Honig, Obstbränden, Fruchtaufstrichen und Säften:  Das erwartet man schon am Streuobstmarkt. Der Bad Staffelsteiner Markt bot am Sonntag jedoch einiges mehr: Im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) hatten einige Hauswirtschafterinnen etwas vorbereitet. An drei Stationen innerhalb des Gebäudes in der Lichtenfelser Straße konnten die Besucher viel entdecken: Rund um die Milch war die erste Ausstellung betitelt: erstaunlich, was eine einzige Stall-Kuh täglich frisst und säuft, um - durchschnittlich - 25 Liter Milch zu produzieren. Es sind 80 Liter Wasser, dargestellt in Wasserkästen, dazu über 60 Kilo Silage und Heu, erklärte Carolin Kohles. Sie war mit im Team "Backen in der Lehr-Küche".

Die Aktion am Marktsonntag: Pfannkuchenbacken. Dazu gehören auch Eier und Mehl, Station Nummer zwei und drei. Eier von verschiedenen Geflügeln waren im Obergeschoss ausgestellt, dazu viele Informationen über Verwendung, Inhalts- und Nährstoffe und was auf einer Standard-Eierschachtel alles beschrieben sein muss. Bei der Station "Mehl" konnte man sich anhand einer kleinen Flockenpresse selbst überzeugen, wie aus einem Getreidekorn fertiges Mehl wird. Zuvor jedoch galt es, die ausgelegten Getreidekörner zu bestimmen: Was ist gleich nochmal Emmer, Dinkel, Roggen, Hafer und Co.? Christine Reiniger vom AELF gab gerne und fachkundig Auskunft.

Gut besuchte Apfelausstellung

Gut besucht war die Apfelausstellung und -Bestimmung von Frank Schelhorn: Der Pomologe war kurzfristig für den erkrankten Ewald Truckenbrodt eingesprungen und hatte nicht weniger als 40 eigene Apfelsorten mitgebracht. Doch nicht nur die wollten sich die Besucher ansehen. Höchst interessiert zeigten sie sich für die fachgerechte Lagerung des Obstes, auf was man beim Pflanzen von jungen Bäumchen  achten muss und wie man korrekt einen Erziehungsschnitt an den Bäumen macht.

Dazu lagen auch die verschiedensten Broschüren aus, die gerne mitgenommen wurden. Interessant: Noch vor gut 50 Jahren (Stichjahr 1965) gab es 20 Millionen Streuobstbäume. Aktuell liegt die Zahl bei nur noch knapp sechs Millionen Bäumen. Das ist schade, denn mit der richtigen Auswahl an Sorten und der richtigen Lagerung hat man das ganze Jahr über Obst. Von Juli bis Juli frische, eigene Äpfel, erklärte Frank Schelhorn. Beginnend mit den Kornäpfeln, die zur Zeit der Kornernten reif seien,  bis hin zu den Lageräpfeln, die erst im Spätwinter oder Frühjahr süß und saftig schmeckten. Richtige Lagerung heißt: bei 70 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, dunkel und bei einer Temperatur von fünf bis 10 Grad Celsius.

Reges Treiben herrschte zeitgleich in der Bärengasse. Auch wenn es in diesem Jahr vier Aussteller weniger waren, war doch die Auswahl an Produkten sehr vielfältig. Immer Kundschaft war am Stand der "Tomaten-Fraa". Kein Wunder, die Grundfelder Direktvermarkterin hatte wieder Allerlei aus Tomaten dabei. Dazu präsentierte sie ihren scharfen Apfel, den  "Scharpfel", einen Apfelweinbrand mit Chili. Begehrt waren auch die "Fränkischen Oliven" - die natürlich keine sind, sondern nur im Volksmund so heißen. Tomaten-Fraa Helga Dressel lacht und lässt gerne verkosten: Es dreht sich um köstlich eingelegte Salz-Schlehen. Eine große Auswahl an Aronia-Erzeugnissen hatte der Neuseser Holger Schulz dabei.

Aus Blau wird Lila

Seine 15 Sträucher, allesamt rund 2,50 Meter hoch, lieferten den Grundstoff für Tee, Saft, Schnaps und Likör. Er lacht, während er seine allerneueste Kreation vorstellt. Sein Blue-Gin (Eigenproduktion) ändert die ursprünglich blaue Farbe, wenn man Tonic dazu gibt: Aus dem Blau wird Lila. Für viele seiner Spirituosen hat der Direktvermarkter aus dem Coburger Land Silber- und Goldmedaillen bekommen - das gefiel der Kundschaft.

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