Michelau
Tradition

Nasser Start ins Michelauer Schützenfest

Das Michelauer Schützen- und Volksfest versetzt den Ort vier Tage lang in den Ausnahmezustand.
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Kein glückliches Händchen hatte Bürgermeister Helmut Fischer beim Anstich. Klaus Gagel
Kein glückliches Händchen hatte Bürgermeister Helmut Fischer beim Anstich. Klaus Gagel
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Einen schäumenden Auftakt erlebten die Besucher beim Michelauer Schützen- und Volksfest. Selbst seine ausgefeilte Technik - den Hahn mit schierer Muskelkraft in den Bauch des Fasses zu rammen - bewahrte den Michelauer Bürgermeister Helmut Fischer nicht davor, beim Bieranstich von einem Schaumregen eingehüllt zu werden. Das Gemeindeoberhaupt nahm's gelassen, lag es doch vielleicht nicht an mangelnder Technik, sondern daran, dass das offizielle Fass erst in letzter Sekunde herbeigeschafft wurde.

Prosit

Unbeeindruckt stieß Helmut Fischer dann auch mit denMajestäten und Gemeinderäten auf das Gelingen des Michelauer Schützen- und Volksfest an. Ein frommer Wunsch, denn trotz des Kaiserwetters ließ der Besuch zum Schützenfestauftakt doch etwas zu wünschen übrig.

Dabei war auf dem Festplatz rings ums Schützenhaus Einiges geboten. Das Festbier schmeckte vorzüglich, auf dem Grill brutzelten Steaks und Bratwürste, es gab Schaschlik ebenso wie Pizza und Fischbrötchen.

Auf dem Vergnügungspark harrten Kettenflieger, Schiffschaukel und weitere Vergnügungsstände auf die Besucher, und im Schützenhaus knallten die Büchsen beim Königsschießen und beim "Gang Bang Wettbewerb".

Für die Mitglieder der Michelauer Gesellschaft begann das Traditionsfest bereits am Freitag mit der "Königsabholung." Im Gegensatz zu den Vorjahren, als dieser Einzug mit großem Aufwand Spielmannszug und Festzug gefeiert wurde, bevorzugte man auch hier angesichts des Alters vieler Mitglieder die "kleine Lösung."

Man traf sich direkt am Schützenhaus, wo die Schützen in Front des Gebäudes an den langen Tischen wunderbar feiern konnten. Im festlichen Ornat, geschmückt mit schweren Ketten, zogen die Majestäten der Gesellschaft die Blicke aller auf sich.

Oberschützenmeister Hans-Jürgen Schug erinnerte in seiner Laudatio an die 150-jährige Geschichte der Gesellschaft. Gleichzeitig hob er die Bedeutung der Feste für den Zusammenhalt und das Fortbestehen der Gesellschaft hervor. Dabei sei natürlich auch das harmonische Miteinander mit den benachbarten Schützenvereinen von großer Bedeutung.

Gerade hier komme den Majestäten der Gesellschaft eine ganz besondere Bedeutung zu. "Ihr wart im zurückliegenden Jahr überaus präsent für unsere Schützengesellschaft", lobt Schützenmeister Hans-Jürgen Schug das amtierende Herrscherpaar. Unter dem Applaus der Schützenschwestern und Schützenbrüder überreichte er an die Damenkönigin Christina Schug und den Schützenkönig Udo Handke als Dank und Anerkennung einen bunten Blumenstrauß.

Nachfolger steht schon fest

Für das obligatorische Erinnerungsfoto gesellten sich auch noch der Kaiser der Michelauer Gesellschaft, Christian Schug, und Jagdkönig Konrad Laux hinzu, dessen Amtszeit ebenfalls mit dem Schützenfest endete. Denn schon am Samstagnachmittag wurde auf den Luftgewehrschießständen mit der historischen Armbrust der Nachfolger herausgeschossen.

Am heutigen Montag endet das Michelauer Schützenfest mit zwei Höhepunkten. Die Kinder haben ihren großen Tag am Nachmittag von 14 bis 17 Uhr. Dann gibt es ermäßigte Preise bei den Fahrgeschäften. Zusätzlich erhält jedes Kind eine Freifahrt, eine Brezel und je nach Wahl einen Schoko-, Vanille- oder Erdbeerdrink.

Für die Eltern gibt es Kaffee und Kuchen ab 14 Uhr und ab 18.30 Uhr greift der Alleinunterhalter Peter Hofmann in die Tasten.

Den absoluten Höhepunkt aus Schützensicht wird aber um 21 Uhr die Verabschiedung des "alten" Königshauses und die Proklamation der neuen Herrscherfamilie mit ihren Rittern bilden.

Schützen werben mit dem Jedermann-Wettbewerb für ihren Sport "Peng", der Schuss hat gesessen. Mit der Ringzahl von 10,7, also genau ins Zentrum, sicherte sich Laura Klamm den Titel der "Mrs. Gang Peng" beim Jedermann-Wettbewerb der Michelauer Schützengesellschaft.

Etwas weniger Teilnehmer als in den Vorjahren legten mit der Armbrust auf der Zehn-Meter-Distanz und mit dem Kleinkalibergewehr über 50 Meter auf die schwarzen Scheiben an.

Zusätzlich war auch ein Mannschaftswettbewerb ausgeschrieben, bei dem die drei Schützen mit der höchsten Ringzahl den Sieg davontrugen.

Am Ende eines spannenden Wettbewerbs sicherte sich Benjamin Lindner den Titel "Mr. Gang Peng". Bei der Jugend dominierte die 14-jährige Maria Weisser den Wettbewerb. Die "Gang Peng Mannschaft" stellten die Weissers mit Clemens, Lutz und Marie Weisser.

Während sich die Teilnehmer einer Mannschaft mit dem zweiten bis fünften Rang über unterschiedliche Mengen Bier freuen können, gab es für die Siegermannschaft einen stattlichen Hauptpreis: Sie kann an einem Abend mit bis zu 15 Personen im Schützenhaus feiern. Zu den Höhepunkten zählen zwei Probeschießen, wobei zwei Disziplinen aus den möglichen Sportgeräten ausgewählt werden können. Natürlich gibt es dabei eine Siegerehrung mit Snacks und 30 Liter Freibier.

"Mrs. und Mr. Gang Peng" wurden mit einer kostenlosen Vereinsmitgliedschaft und Gutscheinen fürs Schützenfest belohnt. Die "Ehrenmitgliedschaft" kann für Jugendliche bis zu drei Jahren betragen. Für Erwachsene beträgt die kostenlose Vereinsmitgliedschaft ein Jahr. Zusätzlich gab es für die besten drei (männlich/weiblich) jeweils Bargeld Gutscheine.

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