Ebern
Unfall

Nagelneues Feuerwehrauto landete im Graben

Bei der ersten Einweisungsfahrt mit dem eben gekauften Löschfahrzeug der FFW Ebern kam es bei Jesserndorf zur schicksalhaften Begegnung mit einem Mannschafts-Kleinbus der Kollegen. Das Ausweichmanöver führte ins weiche Bankett und dann zum Sturz. Die Polizei schätzt den Schaden auf 400.000 Euro.
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Das kurz vor Weihnachten umgekippte Einsatzfahrzeug der Eberner Feuerwehr. Foto: Michael Will
Das kurz vor Weihnachten umgekippte Einsatzfahrzeug der Eberner Feuerwehr. Foto: Michael Will
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"Gott sei dank, keine Menschen dank der Sicherheitseinrichtungen im Fahrzeug verletzt - und die Police ist da!" Der Schreck über den Unfall mit dem neuen, 370.000 Euro teuren LF 20/16, das kurz zuvor noch als das modernste Gerät im Kreis Haßberge galt, steckte Eberns Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) noch in den Gliedern.

Wenige Tage zuvor war das Fahrzeug erst beim Hersteller in Österreich abgeholt worden. Die Hoffnungen auf eine baldige Einsetzbarkeit gingen bei der ersten Einweisungsfahrt nach einem Unfall kurz vor Weihnachten den Bach hinunter.

Ins Bankett geraten und gekippt

Bei einer Einweisungsfahrt war das mit drei Mann und einer Frau besetzte Kraftpaket mit 290 PS, 15,5 Tonnen und Allradantrieb auf der engen Ortsverbindungsstraße zwischen der Bramberger Kreuzung und Jesserndorf wegen Gegenverkehrs nach rechts ins aufgeweichte Bankett geraten.
Dort pflügten die rechten Reifen auf einer Strecke von rund 80 Metern den Straßenrand um, ehe das das nagelneue Löschgruppenfahrzeug gegen die Sandstein-Brüstung der Brücke über die Preppach krachte und dann - fast schon stehend - nach rechts umkippte.

Dort blieb das Fahrzeug über dem Bach auf der rechten Fahrzeugseite an einer Baumgruppe hängen. Die vier Insassen, alle Eberner Feuerwehrleute, blieben unverletzt und befreiten sich selbst aus der misslichen Lage. Am Steuer hatte ein 25-jähriger, erfahrener Feuerwehrmann gesessen.

Laut Polizei, die den Schaden auf rund 400.000 Euro schätzt, hatte der Löschwagen eben eine Rechtskurve durchfahren, als der Mann am Lenker ausgerechnet wegen eines entgegenkommenden Kleinbusses der FFW Jesserndorf nach rechts auswich und so ins Bankett geriet. Zu einer Berührung der beiden Fahrzeuge ist es nach Polizeiangaben nicht gekommen.

Bergung aus eigener Kraft war nicht möglich

Die Kollegen aus Ebern und den kleineren Stadtteilwehren, die zur Hilfeleistung und Verkehrsregelung herbeigeeilt waren, schauten deprimiert drein, da eine Bergung aus eigener Kraft nicht möglich war. In dem Feuerwehrfahrzeug befanden sich noch gut 2000 Liter Wasser.

Deutlich waren die Spuren der Zerstörung selbst für Laien erkennbar. Der linke Kotflügel sowie die Vorderachse sind nach dem Aufprall auf die Sandsteinbrücke schwer beschädigt, die Aluminiumtüren der Gerätefächer eingedrückt, die auf dem Dach montierte Leiter verbogen.

Erst kurz vor dem Unfall hatte der Feuerwehrreferent im Eberner Stadtrat, Dieter Gerstenkorn (CSU), darauf hingewiesen, dass jeden Tag Einweisungen stattfänden, um Fahrzeugführer, Maschinisten und alle Einsatzkräfte mit den vielen neuen Details vertraut zu machen.

Leuchtgiraffe hing in den Bäumen

Beim Jahresabschluss-Essen des Stadtrates in unmittelbarer Nachbarschaft zum Feuerwehrhaus hatten sich die Stadträte von der intensiven Ausbildung selbst ein Bild machen können. Dabei war es um die Steuerung der Leuchtgiraffe auf dem Dach des Löschgruppenfahrzeuges gegangen. Die hing kurz darauf, nach dem Unfall, in der stützenden Baumgruppe.

Unmittelbar nach dem Unglück erklärte Bürgermeister Herrmann: "Bei unserer Besichtigung des neuen LF 20/16 mit dem Bauausschuss merkte ich noch scherzhaft an: Ich hoffe, dass man dieses Fahrzeug nicht bei einer Einsatzfahrt zu einem Brandort, bei dem ein kleiner Christbaum im Vorgarten brennt, in den Graben fährt", weil der Eigenschaden dann um ein Vielfaches höher wäre als der behobene Brandschaden. "Nun ist das Unwahrscheinliche leider schon eingetreten."

Herrmanns erste Reaktion, als ihn der Kommandant telefonisch informierte: "Aber bitte nicht mit dem neuen Fahrzeug?" Seine unmittelbare Anschlussfrage: "Sind Personen betroffen?" Im ersten Fall sei leider bejaht, die zweite Frage mit "kein Personenschaden" beantwortet worden.

Mithilfe des Autokrans wurde das Löschfahrzeug aus dem Graben gehoben, auf die Räder gestellt und nach Ebern in den Stadtbauhof geschleppt. Dort wird es so lange bleiben, bis feststeht, was damit passiert. Nach der Bergung zeigten sich Feuerwehrleute und Vertreter des Eberner Stadtrates zuversichtlich, dass eine Reparatur möglich ist.
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