Ebensfeld
Energie

Nächster Anlauf für Solarflächen

Die Gemeinde Ebensfeld will wissen, wer ernsthaft über den Bau von Freilandflächen nachdenkt.
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Hinter Oberbrunn steht diese Freiland-Solaranlage mit einer Fläche von rund 3,5 Hektar.Tobias Kindermann
Hinter Oberbrunn steht diese Freiland-Solaranlage mit einer Fläche von rund 3,5 Hektar.Tobias Kindermann
Im nächsten Gemeindeblatt wird der Aufruf stehen: Die Gemeinde Ebensfeld möchte sich einen Überblick verschaffen, wer alles im Gemeindegebiet eine Solaranlage auf landwirtschaftlichen Flächen bauen will. Bis zum 30. April haben Interessenten Zeit, ein Konzept vorzulegen. Konzept heißt in dem Fall, dass die Bewerber nachvollziehbar darlegen können, dass ihre Flächen für ein Projekt geeignet sind. Der Gemeinderat hatte dieses Vorgehen in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. "Bislang sind noch keine gekommen", sagt Bürgermeister Bernhard Storath (CSU).
Im Oktober hatte der Gemeinderat den Bau von zwei Anlagen in Draisdorf und Eggenbach abgelehnt. "Der Aufschrei war doch relativ groß, als wir diese Freiland-Solarflächen abgelehnt haben", sagt Storath. Dabei, auch das war ein Thema, liegt der Selbstversorgungsgrad mit Strom aus regenerativer Energie in der Gemeinde bereits bei 83 Prozent. "Diese Zahlen kann man sich über das Bayernwerk holen", sagt Storath.
Schon mit dem Bau einer weiteren Anlage würde man also im Gemeindegebiet mehr Strom erzeugen als man benötigt. Trotzdem hat man beschlossen, dass man eine Fläche von bis zu 40 Hektar, einem Prozent der Gemeindefläche, mit Solarparks bestücken möchte. Storath macht keinen Hehl daraus, dass er als Biobauer auch den Wert von landwirtschaftlichen Flächen zur Erzeugung von Nahrungsmitteln sehr hoch ansetzt. Und er weist auch darauf hin, dass sich die Bürger nicht ganz zu Unrecht auch als Benachteiligte in der Energiewende sehen: "Regenerativer Strom muss auf dem Land erzeugt werden, in der Stadt hat man dafür keinen Platz."
Udo Möhrstedt, Firmenchef von IBC Solar und auch Stadtrat für die CSU in Bad Staffelstein, brachte bei einem Treffen mit Storath einen Vorschlag ins Gespräch: "Wenn eine Kommune mehr Storm liefert als sie verbraucht, sollte man über eine Vergünstigung beim Strombezug nachdenken, etwa ein Wegfall der EEG-Umlage. " Mit dieser Umlage soll die Energiewende finanziert werden. "Das ist ein Ansatz, über den sollte man auf höherer politischer Ebene einmal ernsthaft nachdenken."
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