Ebensfeld
Konzert

Musikalischer Streifzug durch das Egerland

Eine fantastische Stimmung herrschte beim "Böhmischen Abend" der Musikvereinigung Ebensfeld.
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Flötensolo der "Spatzenhochzeit" mit Alexandra Horn (rechts) und Eva Nurrmann.  Foto: Andreas Welz
Flötensolo der "Spatzenhochzeit" mit Alexandra Horn (rechts) und Eva Nurrmann. Foto: Andreas Welz
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Ausverkauft waren die Plätze im Greßano-Saal Ebensfeld zu der schon traditionellen Kulturveranstaltung. Vorsitzender Rudolf Dierauf hatte wieder ein kurzweiliges Programm zusammengestellt, so dass sich alle Freunde der traditionellen und besonders böhmischen Blasmusik an diesem gemütlichen Abend erfreuen durften. Unter der Leitung des Ebensfelder Dirigenten Reinhold Stärk präsentierten die Musiker nahezu alle Hits des Komponisten und Dirigenten Ernst Mosch. Auch das leibliche Wohl kam bei den Gästen nicht zu kurz: Es gab Original Pilsner Urquell und Znaimer Gulasch, eine Spezialität der tschechischen Küche.


Viel Witz und Humor

Sympathisch und mit viel Witz und Humor führte Rudolf Dierauf durch das Programm. "Der volle Saal, der große Zuspruch zeigt uns, der ,Böhmische Abend' hat sich etabliert, es ist der Beweis, dass die Musik Ernst Moschs lebt, auch 19 Jahre nach seinem Tod", sagte Dierauf. Man habe schöne und bekannte Titel der vergangenen fünf Jahre ins Programm genommen, auch Klassiker, die bisher noch nicht aufgeführt wurden. Eröffnet wurde der musikalische Reigen mit dem Stück "So schön ist Blasmusik", die Erkennungsmelodie des "Grand Prix der Volksmusik" von 1986 bis 2010. Weiter ging's mit einem fulminanten Marsch von Julius Fucid. Nach den ersten Takten wusste jeder im Saal: es ist der Marsch "Gruß an Böhmen", ein Gruß an die alte Heimat von Ernst Mosch.

Nach den Eröffnungsmärschen erklang die "Jubiläums-Polka", die einen nachhaltigen Eindruck bei den Zuhörern vermittelte. Die aufrichtig und sehnsüchtige Melodik wurde von schwungvollen Mittelteilen ergänzt. Dierauf erinnerte daran, dass die Musikvereinigung in diesem Jahr Jubiläum feiere, nämlich 145 Jahre Blasmusik in Ebensfeld und 50 Jahre Wiedergründung der musikalischen Vereinsaktivität. Bei dem bekannten Volkslied "Kein schöner Land" begleitete Franz Hornung die bekannte Melodie mit seinem warm timbrierten Bariton.


Bierquiz

Immer wieder wies der Moderator auf das Egerland hin. So nahm es nicht wunder, dass auch ein Bierquiz in das Programm eingebaut wurde. Den "Schorsch" (Georg Horn) hatte er als Biertester ausgewählt. Mit verbundenen Augen sollte er fünf Sorten erkennen. Dabei landete der Bierfahrer nur einen Treffer. Vor der Pause begeisterte Tim Endres mit einem Solo an der kleinen Trommel beim Marsch "Der Lieblingstrommler", der aus dem Repertoire der böhmischen Volksmusik nicht wegzudenken ist.

Den zweiten Teil des Konzerts eröffneten die Musiker mit dem volkstümlichen Schlager "Lasst euch grüßen mit schöner Blasmusik" von Robert Payer (1933*), der 50 Jahre die Original Burgenlandkapelle leitete. Bei dem Abstecher in die blühenden Gärten von Sanssouci erklang eine deftige Marschpolka, die Hans Ailbout-Niel komponierte. Schunkeln und Singen war beim Walzer "Wenn der Wein blüht ist es schön an der Donau" angesagt. Moderator Dierauf: "Beim Wein ist es wie in der Politik - man merkt erst hinterher, welche Flaschen man gewählt hat."

Das musikalisches Feuerwerk mit allen Hits und der Musik aus dem Egerland setzte die Kapelle mit dem "Egerländer Musikantenmarsch" fort, den Ernst Mosch komponierte. Ein weiterer Höhepunkt des Böhmischen Abends war das Flötensolo von Eva Murrmann und Alexandra Horn in der "Spatzenhochzeit". Die Musik hatte Witz, Leichtigkeit, sprühte vor Lebensfreude. Reinhold Stärk rundete das Konzert mit einem Solo auf dem Alphorn ab. Meisterlich beherrschte er das außergewöhnliche und schwer zu spielende Instrument. Erst mit zwei Zugaben entließ das begeisterte Publikum die Ebensfelder Musiker. Sie erlebten, wie sehr diese Musik erfreut, entspannt, sowie gleichzeitig erhebend wirkt und in Seele und Gemüt einfließt.


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