Lichtenfels
Konzert

Musik und Poesie voller Hoffnung

Der palästinensisch-libanesische Oud-Meister und Komponist Marwan Abado gibt gemeinsam mit Amirkasra Zandian ein Konzert in Lichtenfels.
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Marwan Abado (rechts) mit der Oud und Percussionist Amirkasra Zandian wollen das Publikum im Stadtschloss mit orientalischer Musik und Liedern verzaubern. Foto: pr
Marwan Abado (rechts) mit der Oud und Percussionist Amirkasra Zandian wollen das Publikum im Stadtschloss mit orientalischer Musik und Liedern verzaubern. Foto: pr
Wer denkt bei dem Stichwort "Naher Osten" an Musik und Poesie, wer sucht dort Hoffnung? Als erstes steigen vermutlich Bilder von Krieg und Auseinandersetzungen auf, die man so oft in den Nachrichten gesehen hat. Doch wenn Marwan Abado allein oder mit anderen Musikern wie Amirkasra Zandian die Bühne betritt, entführt er mit seinem Spiel der Oud und seinem Gesang die Zuhörer in die Welt von arabischer Musik und Poesie. Und sie "ziehen die Hoffnung groß", denn ohne die Hoffnung ist alles verloren.

Dieser Hoffnung wird am Sonntag, 3. September, um 19 Uhr im Stadtschloss in Lichtenfels Raum gegeben. Der Eintritt ist frei. Der palästinensisch-libanesische Wahlwiener, Oud-Meister und Komponist kommt auf Einladung Bündnis 90/Die Grünen nach Lichtenfels mit seinem Kollegen Amirkasra Zandian. Beide laden auf poetische, musikalische, nachdenkliche wie berührende Art ein, die Sehnsüchte und die Fähigkeit von Menschen, noch einmal ganz von vorn anzufangen, künstlerisch zu erkunden.

Mit seiner wunderbar poetisch-musikalischen Mischung, dem verzaubernden Oud-Spiel und einer Stimme, die die Sehnsucht und Hoffnung in unendliche Räume trägt, erkundet Marwan Abado Grenzen, die nicht trennen, sondern vielmehr zusammenführen. Zeitgenössische Poesie und eigene Gedichte und Lieder laden das Publikum ein, in bitter-süße, hell-dunkle Geschichten, die weit sind wie die Wüste, prall voll mit Leben und astreckend von Hoffnung und schöpferischer Energie.

Marwan Abado ist zuhause in den Welten zwischen Orient und Okzident, baut Brücken durch Musik und Poesie. Die gewaltvollen Bilder verschwinden schon mit den ersten Tönen, und das, obwohl - oder vielleicht weil - die Jugend von Marwan Abado in Beirut von Flucht und Krieg geprägt war.


Wurzeln in Galiläa

Abado stammt aus einer christlich-palästinensischen Familie aus einem Flüchtlingslager im Libanon. Die Wurzeln seiner Familie liegen in Galiläa, von wo sie bei dem Krieg infolge der Staatsgründung Israels 1948 vertrieben wurde. Der libanesische Bürgerkrieg zwang ihn 1985 mit 18 Jahren nach Wien zu fliehen, wo schon ein Bruder lebte. Wien war für ihn das "Tor zur Welt", der ideale Ort, sich musikalisch weiterzuentwickeln.

In seiner neuen Heimat Wien lebt und arbeitet er als Poet, Komponist, Musiker und Sänger- mit vielen internationalen Auftritten und verschiedenen Auszeichnungen. Er engagiert sich für geflüchtete Kinder und gründete eine mobile Musikschule, wo er Auftritte mit den Kindern und Jugendlichen bei großen Veranstaltungen, u.a. mit André Heller, möglich machte.

Bündnis 90/Dir Grünen wollen mit diesem Konzert unterstreichen, dass Frieden, globale Gerechtigkeit und Menschenrechte weltweit ein wichtiges Ziel von Politik ist. Kunst und Kultur spielen dabei eine oft unterschätzte Rolle, dabei stärkt gerade die Kunst, die Musik und die Poesie Menschen und eröffnet ihnen neue Horizonte, lässt Hoffnung wachsen und zeigt eine andere Welt als die der Gewalt und des Leidens.

Mit Marwan Abado spielt sein Kollege Amirkasra Zandian. Dieser wuchs in Teheran in einer Musikerfamilie auf. Bereits im Alter von fünf Jahren begleitete er auf der persischen Handtrommel seinen Großvater, Vater und Bruder bei familiären Festen. Seit 2001 lebt Amirkasra Zandian in Wien und studiert Kultur- und Sozialanthropologie und arbeitet als Musiker.

Marwan Abados Instrument ist die Oud, die arabischen Kurzhalslaute, das Hauptinstrument der arabischen Musik. Er erzählt gern etwas über die Herkunft und Art der Musik, die man am besten live kennenlernt. "Regen wird kommen und die Lage ändern ..." heißt ein von ihm komponiertes und gedichtetes Lied, das auf der CD Marakeb präsentiert wird. Regen, das Zeichen für Hoffnung auf ein ausgetrocknetes, ausgelaugtes Land oder eine von Krieg geprägte Region. Diese Hoffnung drücken viele Lieder und Gedichte aus; Lyrik und Poesie bringen den kulturellen Reichtum der arabischen Länder und die Hoffnung und Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit in menschlichen Bildern nahe.

Marwan Abado nützt seine Kunst, um sich für Frieden im Nahen Osten, aber auch für eine friedliche Gesellschaft in Österreich zu engagieren. So leitete er beispielsweise 2002 das Jugendorchester der Bayreuther Festspiele, und brachte dort israelische und palästinensische Musik mit europäischer Orchestermusik zusammen. Zahllose Benefizkonzerte, Tätigkeiten im Kulturbereich gehören zu diesem Engagement.
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