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Lichtenfels
Messe

Motorrad trifft auf Komfort

Auf der Motorradmesse Obermain-Bike in der Lichtenfelser Stadthalle gab es so manche Kuriosität zu bestaunen.
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Patricia Faltenbacher hat es sich gemütlich gemacht. Sie unterstützt den elterlichen Betrieb und in dem kommt dem Trike eine besondere Rolle zu. Foto: Markus Häggberg
Patricia Faltenbacher hat es sich gemütlich gemacht. Sie unterstützt den elterlichen Betrieb und in dem kommt dem Trike eine besondere Rolle zu. Foto: Markus Häggberg
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Samstag am frühen Nachmittag und an Tag 1 der Obermain-Bike: Mitunter lässt sich in der Stadthalle gar von Gedränge sprechen. Am späten Nachmittag wird seitens des Veranstalters Zweirad-Verlag von rund 1000 Besuchern die Rede sein. Es klang zufrieden und der Sonntag stand noch bevor.

Mode. Durchaus ein Thema bei Motorradmessen. Eine Mode bzw. politische Vorgabe stößt bei Motorradhändlern offenbar nicht auf Gegenliebe. Die Rede ist von der Batterie. Nur einer von denen, die ihre Liebe zurückhalten, ist Harald Jakob. "Ich glaube, dass sich die ganze Entwicklung nicht umsetzen lässt", sagt er. Der Mann setzt auf Trikes und das, was er an seinem Stand zu bieten hat, sind enorme Dinger dieser Art. An ihnen scheinen die Begriffe Motorrad und Komfort eine Verbindung eingegangen zu sein. Was sich Jakob, der selbst Elektriker war, am Gedanken an E-Motorräder reiben lässt, ist eine Zwitterhaftigkeit. "Für einen Sonntagsausflug zu viel, für eine Tour zu wenig", würde ihre Versorgungslage beschreiben.

Internet funktioniert nicht

Was der Mann bezüglich Umsatzes durch Bewerbung im Internet für Ansichten pflegt, ist interessant. "Fakt ist, dass die ganzen neuen Medien nicht funktionieren. Die Kunden wollen schauen und sich wo reinsetzen. Verkauf funktioniert über persönlichen Kontakt. Zum Phänomen Trike, als Motorrad auf drei Rädern, hat er auch etwas zu sagen. Diese Dinger seien Kult, auch wenn dieser Kult so um das Jahr 2000 eingeschlafen sei. "Wir versuchen ihn wiederzubeleben. In Baden-Württemberg läuft das schon, in der Oberpfalz ist er noch eingeschlafen." Jakob ist Oberpfälzer und damit ist das Stichwort gefallen. Tatsächlich dürfte er zu den zehn Prozent der insgesamt 32 Aussteller hier gehören, die weiter als 30 Kilometer im Umkreis von Lichtenfels beheimatet sind.

Einfarbig und gedeckt

Was auffällig ist, sind die gedeckten Farben. Waren viele Motorräder vor Jahren noch mindestens farbenfroh - wenn nicht sogar grell, so stehen sie hier sehr oft sehr einfarbig nebeneinander. Das gilt für Harley Davidson, das gilt für Triumph. Und doch ist jede Menge Schauwert gegeben. Da wäre beispielsweise der Stand von Dieter Gössele aus Untersiemau. Der Mann hat sich der britischen Marke Royal Enfield verschrieben und was er hier zur Schau stellt, sind auffällig oft mattiert lackierte Bikes. Aber von allen fällt eines besonders auf. Es heißt "Desert Storm" und wirkt wie ein Krad aus dem Zweiten Weltkrieg. Aber es kommt noch besser: das Krad hat einen Beiwagen und der ist insofern originell, als dass er nicht serienmäßig sein kann. Er heißt "Izh Sputnik" und stammt aus russischer Produktion. Gössele hat noch mehr von ihnen auf Lager, erzählt er. Er kann noch mehrere "Desert Storm" bauen. Dann greift er zu einer Art Katalog und schlägt ihn auf.

Zu sehen ist ein Beiwagen der Marke Velorex. Das ist geschwungene Anmut in dunkler Optik und irgendwie an einen Mercedes der 50er Jahre erinnernd. Einer, der auch Teilausschnitt all der auf der Messe vorzufindenden Geschichten ist, ist der Lichtenfelser Markus Weich. Das, was er besitzt und vor der Halle ausstellt, sind ebenfalls Trikes. Allerdings von einer Bauweise, wie sie seines Wissens nach nur zweimal in Deutschland zugelassen sind. Beide Male in Lichtenfels.

Die Messe ist ein Ort voller Geschichten und Entdeckungen. Aber sie ist auch ein wiederkehrendes Ereignis für Lichtenfels. Mit Ausstellern der näheren Umgebung und moderaten Standgebühren, wie man hört.

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