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Monatsgemüse Spinat: so grün, so gut

Wer gerne kocht oder/und genießt, für den braucht Blattspinat keine prominenten Fürsprecher.
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Über Spinat könnte man Bücher schreiben, und es sind ja auch schon so viele Bücher über ihn geschrieben worden! Sogar Verona Feldbusch, die heute Pooth heißt, widmete sich geschäftstüchtig und einfallsreich auf über 90 Seiten dem Blubb. Der Blubb ist das marketingstrategisch genial erdachte Erkennungszeichen für Rahmspinat einer bestimmten Tiefkühlfirma. Manch ein Kind der 1960er und 70er Jahre mag gar nicht gewusst haben, wie Spinatblätter eigentlich aussehen, weil es nur dieses zu einem Quader gefrorene Produkt oder die Dosenvariante des Comic-Helden Popeye kannte. Jenem verhalf das grüne Zeug, das er massenhaft verschlang, zu Hammerkräften. Die Botschaft war klar: Kinder, esst Spinat, er ist gesund und macht stark! Ob wir ihn aber verweigern oder liebend gern verputzen, das hängt dann wohl doch an anderen Faktoren wie unserem persönlichen Geschmack und vor allem den Zubereitungsarten. Davon gibt es gerade beim Spinat so viele, dass man tatsächlich Bücher damit füllen kann.
Gerade in den letzten Jahren hat sich das grüne Blattgemüse in der frischen Variante Marktanteile zurückerobert. Man findet es inzwischen sogar beim Discounter.
Ob man zur abgepackten Tüte greift oder sich lieber beim Gemüsehändler bzw. auf dem Wochenmarkt eindeckt - auf Frische sollte man achten, denn Vitamine verflüchtigen sich rasch und die Tiefkühlversion ist diesbezüglich dann keine schlechte Alternative. Es gibt sie nicht nur homogen zerhackt, sondern auch als ganze Blätter. Die sollten aber nach dem Auftauen und vor dem Weiterverarbeiten sehr gut ausgedrückt werden, da man sich sonst das schönste Gericht verwässern kann. Bei frischem Spinat sollte man sehr große Stengel wegzupfen.weil die später den Genuss schmälern könnten. Diese Tipps gibt uns einer, für den das Kochen zu einer Leidenschaft geworden ist: Philip Bogdahn (36), den die Lichtenfelser Hobbyköche vor wenigen Wochen zu ihrem Vorsitzenden gewählt haben.
Der junge Vater, beruflich viel am Computer sitzend, findet tatsächlich am Herd Entspannung und probiert immer wieder gerne etwas aus. In dem vor über 30 Jahren gegründeten Männerkochverein liegt die Messlatte inzwischen freilich hoch, da werden anspruchsvolle Menüs kreiert. Bei den gemeinsamen Kochabenden führt immer ein anderer Regie. Mal ist man Küchenchef, mal Spülhilfe, in jedem Fall aber geschätzter Teil einer eingeschworenen Gemeinschaft. Bei den Lichtenfelser Hobbyköchen kann niemand einfach so mal dazustoßen; die Mitgliederzahl ist per Satzung auf maximal 30 festgeschrieben. Ein Generationenwechsel, wie jüngst bei der Vorstandswahl, geht sachte vonstatten. Ob 33 oder 85 Jahre alt, man versteht sich. "Wir sind alle genussfreudige, gesellige Menschen - es ist ein schönes Miteinander", sagt Philip Bogdahn.
Wenn er daheim für seine Familie oder Freunde kocht, sind es oft ganz einfache Gerichte, für die er trotzdem oder vielleicht gerade deswegen den ersehnten Applaus bekommt: leer gegessene Teller nämlich.
Seine Spinatblätter aus der Pfanne, während unseres Gesprächs entstanden, mit einem Hauch frischem Knoblauch, Zitrone und leicht angerösteten Pinienkernen, sind einfach nur köstlich! Abgerundet wird diese Minutensache von dahingeschmolzenen Mozzarellastückchen. Dazu gibt es Weißbrot. Eine feine Vorspeise, aus der mit Nudeln auch ein schöner Sattmacher werden kann.
Wer da keinen Spinat mag...


Unkompliziert im Anbau, schnell zu ernten

Steckbrief Wegen seiner Anspruchslosigkeit ist der Spinat das erste Gemüse, das im neuen Gartenjahr geerntet werden kann. Auch die unkomplizierte Kultur macht den Spinat besonders interessant für den Hobbygärtner. Es gibt viele verschiedene Sorten.

Inhaltsstoffe Spinat ist reich an den Vitaminen der B-Gruppe sowie Vitamin C ist, hat außerdem einen hohen Beta-Carotin-Gehalt (Vorstufe von Vitamin A).
Das grüne Blattgemüse versorgt den Körper zudem mit den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Spinat sollte allerdings nicht im Übermaß genossen werden, da er viel Oxalsäure enthält, die wiederum Kalzium bindet.

Anbau im Garten Der Aussaattermin für die Frühsommerernte ist noch bis Ende des Monats möglich.
Die Kulturzeit bis zur Ernte beträgt sechs bis acht Wochen. Die ideale Keimtemperatur liegt bei etwa 10 bis 15 Grad. Wenn der Boden zu warm ist, kann eine Keimhemmung auftreten. Deshalb ist ein Sommeranbau nicht ratsam.
Erst im Herbst bei kühleren Temperaturen keimt und wächst der Spinat wieder zügig. Von Mitte September bis Mitte Oktober gesäter Spinat kann im April geerntet werden.
Die Salaternte beginnt etwa fünf Wochen nach der Aussaat. Es lassen sich sowohl vereinzelte Blätter ernten als auch selektiv die ganzen bestentwickelten Pflanzen samt einem kurzen Wurzelanteil. So können sich schwächere Pflanzen laufend weiterentwickeln. Die Erntezeit wird dadurch um etwa drei Wochen verlängert. Spinatpflanzen sollten nicht bei feuchtem oder heißem Wetter geerntet werden, da sie dann schnell welken.

Sommer-Alternative Der Neuseeländer Spinat ist in den Sommermonaten ein guter Ersatz. Er stellt aber höhere Ansprüche an den Boden und liebt die Wärme. Häufiger als die direkte Aussaat erfolgt der Anbau mit vorkultivierten Jungpflanzen. Diese werden im April, am besten je zwei Samenkörner, in Töpfe ausgesät. Die Auspflanzung erfolgt dann nach den Eisheiligen. Der Neuseeländer Spinat hat einen großen Platzbedarf von etwa 50 mal 80 cm. Die langen Triebe wachsen auf dem Boden dahin. Es werden hier nur die Blätter und die jungen fleischigen Triebspitzen geerntet. Die Zubereitung erfolgt wie beim normalen Spinat.
Jupp Schröder
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