Altenkunstadt
Wahlserie (9)

Mitgestalten an der Zukunft

Georg Vonbrunn wünscht sich motivierte Mitbürger. Er selbst lebt das vor: Bürgermeister zu sein, ist für ihn eine reizvolle, wenn auch anstrengende Aufgabe. Im nächsten Jahr will er sich um das Amt erneut bewerben.
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Die Gemeinde Altenkunstadt möchte für Jung und Alt ein attraktiver Wohnort sein.
Die Gemeinde Altenkunstadt möchte für Jung und Alt ein attraktiver Wohnort sein.
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Georg Vonbrunn (JWU) wird gerade zum ersten Mal Opa. Er möchte seinen Enkeln später einmal sagen können, dass er mit einer modernen Wasserversorgung zu ihrer Zukunft beigetragen hat. "Viel wichtiger ist allerdings, ihnen die Motivation weiterzugeben. Mach´ mit. Engagiere dich in Vereinen, in der Politik, im Gemeinderat. Das mitzugeben - das wünsche ich mir sehr."

Er selbst musste nie überzeugt werden, er hat Engagement zuhause mitbekommen. "Ich komme aus einer politischen Familie. Schon als Jugendlicher war für mich klar, ich will da mitmachen", sagt Vonbrunn. Er beobachtet viele Einwohner in Altenkunstadt, die auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. "Ich erkenne aber auch eine gewisse Bequemlichkeit und einen gewissen Egoismus.
Warum soll ich denn das machen? Macht´ ihr doch, mich interessiert das nicht."

Frauen - eine andere Sichtweise
Über 80 Vereine gibt es in der Gemeinde Altenkunstadt. Dort hört er immer wieder, wie schwer es ist, Verantwortliche zu finden. "Natürlich ist es verlockend, hinterher zu sagen: Ich hätte das ganz anders gemacht", sagt Vonbrunn. Er übernimmt die Verantwortung und macht. Und seine Gemeinderäte machen auch. Unter den 20 Räten sitzen sieben Frauen; so viele wie in Burgkunstadt und sonst nirgends im Landkreis Lichtenfels. "Wir haben gestandene Frauen im Gemeinderat, die das Geschehen beleben. Es gefällt mir, dass sie oft mit einer anderen Sicht- und Denkweise die Dinge angehen."

Bis zur Wahl im März 2014 möchte er drei Bereiche weiterentwickeln. Für Kinder und Jugendliche möchte er weitere Krippen- und Hortplätze schaffen. "Wir stehen gut da und können heute allen Kindern einen Platz anbieten, doch der Bedarf wird noch steigen. Da müssen wir vorsorgen." Für Senioren soll ein Spiel- und Bewegungsplatz entstehen zwischen Seniorenheim und dem neuen Haus mit 20 Wohnungen mit Betreuung, das gerade Richtfest gefeiert hat. "Wichtig sind fußläufige Verbindungen, damit die älteren Menschen überall in Altenkunstadt noch selbst hinlaufen können - für Bankgeschäfte oder zur Apotheke oder zum Einkaufen", sagt Vonbrunn. Und als Drittes die Daseinsvorsorge, oder einfach: das Alltagsgeschäft. "Damit jederzeit ausreichend Wasser in einer hervorragenden Qualität aus dem Wasserhahn kommt, müssen wir etwas tun."

Die Gemeinde hat bereits ein neues Wasserwerk gebaut, nun ist ein neuer Hochbehälter in Baiersdorf an der Reihe. Der bestehende ist bereits 50 Jahre alt und soll ersetzt werden. "In den Bereich Trinkwasser mit Brunnen, Leitungen oder eben diesem Hochbehälter müssen wir Kraft und auch Geld hineinstecken", sagt Vonbrunn.
Das mit dem Geld sieht der Bürgermeister auch als große Aufgabe für die Zukunft - nicht nur für Altenkunstadt. Sind die Kommunen finanziell ausreichend ausgestattet, um ihre Aufgaben bewältigen zu können? Da seien Lösungen vom Landratsamt und vor allem der Staatsregierung gefragt. Die Gemeinde selbst sei gefragt, den Betrieben eine möglichst gute Infrastruktur anzubieten. "Arbeitsplätze sind das Entscheidende, wenn es darum geht, die Menschen hier bei uns zu halten. Das muss die Wirtschaft machen, wir können nur für den Rahmen sorgen", sagt Vonbrunn. Wer sein Berufsleben abgeschlossen hat, dem möchte Vonbrunn ebenfalls die Heimat erhalten. Für eine älter werdende Gesellschaft will er Vor- und Fürsorge treffen.

"Natürlich will ich weiter Bürgermeister bleiben", sagt Vonbrunn. "Das ist reizvoll und anstrengend. Ein Bürgermeister ist 24 Stunden im Dienst. Ich bin gerne Bürgermeister." Also wird er bei den Wählern um Stimmen werben. "Ich wünsche mir, dass der Wahlkampf ohne Schlamm auskommt." Doch in Altenkunstadt sieht er bereits heute, dass es in die andere Richtung geht. "Man merkt, dass es auf die Wahl zugeht. Wo früher Einigkeit herrschte, wird jetzt nachgefragt. Auch dann, wenn alles schon klar ist."



Ich komme aus einer politischen Familie. Schon als Jugendlicher war für mich klar, ich will da mitmachen.

Georg Vonbrunn (CSU/JWU)
Bürgermeister in Altenkunstadt

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