Bad Staffelstein
Neubeschaffung

Mit neuem Fahrzeug schnell und sicher zum Einsatzort

Die Staffelsteiner Feuerwehr schaffte ein Kommandofahrzeug an, das es den Führungskräften ermöglicht, bei Unglücksfällen wertvolle Zeit herauszuholen. Der Nissan Murano wurde von Sponsoren auf Spendenbasis finanziert.
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Der zwölfjährige Luis Paul besprengte den neuen Kommandowagen bei der Segnungsfeier mit Weihwasser. Foto: Matthias Einwag
Der zwölfjährige Luis Paul besprengte den neuen Kommandowagen bei der Segnungsfeier mit Weihwasser. Foto: Matthias Einwag
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Der neue Kommandowagen war noch keine 24 Stunden in Dienst gestellt, alsschon der erste Einsatz kam: Die Brandmeldeanlage eines Supermarktes hatte Alarm ausgelöst. Mit dem neuen Kommandowagen war die diensthabende Kommandantin, Nicole Trapper, schnell vor Ort und konnte einen zeitlichen Vorsprung gewinnen, indem sie die Lage - einen falschen Alarm - bereist erkundete, während das Löschfahrzeug noch unterwegs war.

Das Kommandofahrzeug ist kein Neuwagen. Der Nissan Murano mit Allradantrieb und 256 PS wurde 2014 erstmals zugelassen. Die Staffelsteiner Feuerwehr ging bei der Beschaffung dieses Fahrzeugs neue Wege: Sie finanzierte es über Spenden; Sponsoren brachten die den Anschaffungspreis auf.

160 Einsätze im Jahr

Die Staffelsteiner Wehr mit 68 Aktiven und 17 Jungfeuerwehrleuten wird jedes Jahr zu durchschnittlich 160 Einsätzen gerufen und hat jährlich rund 360 Aktivitäten zu absolvieren. Die Einsätze sind heute aufwendiger als noch vor einigen Jahrzehnten. "Es ist nicht mehr so wie früher, dass man mit dem Leiterwagen hinfährt und bei einem Brand einfach oben Wasser reinspritzt, das unten wieder rausläuft", sagte Kommandant Stefan Liebl bei der Inbetriebnahme des Kommandowagens. Heute werde versucht, beim Löschen möglichst wenig Schaden anzurichten.

Ein wendiges Fahrzeug wie dieser Kommandowagen sei erforderlich, um den Führungskräften einen zeitlichen Vorsprung von fünf bis sechs Minuten zu verschaffen. Sie könnten so bereits eine Lagebeurteilung vornehmen und die dann eintreffenden Einsatzkräfte sofort einweisen. Als Lotsenfahrzeug werde dieser Nissan ebenso eingesetzt wie für kleinere Besorgungen und für Fahrten zu Besprechungen, erklärte der Kommandant.

Im Notfall im Gelände einsetzbar

Als "einsatztaktisches Fahrzeug" bei Erkundungsfahrten in unwegsamem Gelände - etwa am Staffelberg - sei der Nissan Murano ebenso nützlich wie bei den First-Responder-Einsätzen, bei denen Ersthelfer schnell an Ort und Stelle sein müssen. "Ich glaube, dass solche Fahrzeuge künftig vermehrt eingesetzt werden", sagte Stefan Liebl. Den ungewöhnlichen Weg über eine Spendenfinanzierung sei die Feuerwehr gegangen, weil das Fahrzeug zunächst nicht im Feuerwehrbedarfsplan enthalten war.

Rund 280 Bittbriefe hatten die Staffelsteiner Feuerwehrleute ab Oktober 2018 potenziellen Spendern zugestellt - meist zu Fuß, um keine Porto- oder Spritkosten dafür zu verbrauchen. Insgesamt 51 Sponsoren beteiligten sich an der Finanzierung und überwiesen Beträge zwischen 25 und 5000 Euro. Unterm Strich kostete das Kommandofahrzeug 27 420 Euro. Das gebrauchte, weinrote Fahrzeug war für rund 15 000 Euro zu haben. Um es einsatztauglich zu machen, musste es in den Feuerwehrfarben Rot und Gelb foliert werden. Es wurde mit einem Notfallrucksack bestückt, und ein leuchtstarker Blaulichtbalken wurde auf dem Dach installiert. Stefan Liebl: "Höchstmögliche Sicherheit der Einsatzkräfte ist uns wichtig. Es nützt nichts, wenn wir da oben ein Teelicht drauf haben."

"Wir wollen unsere Stadt Bad Staffelstein vertreten und das auch nach außen zeigen", sagte der Kommandant und wies auf das Kennzeichen STE-FW 101 hin: Die 10/1 ist der der Funkruf des Kommandofahrzeugs.

Stadt kommt für den Unterhalt auf

Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) ist zugleich Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Er lobte: "Wir haben eine Wehr, die richtig gefordert ist." Kohmann skizzierte die Argumentationsweise des Stadtrates, dem der Antrag zur Anschaffung eines solchen Fahrzeugs erstmals 2015 vorgelegt worden ist. Im Feuerwehrbedarfsplan, der für jeweils fünf Jahre festgelegt werde, sei festgeschrieben, was eine Wehr braucht. Nachdem der Kommandowagen zunächst nicht darin enthalten war, stimmte der Stadtrat der Anschaffung dann unter der Prämisse zu, dass der Wagen von Sponsoren finanziert wird. Die Stadträte signalisierten, dass die Kommune für den Betrieb und Unterhalt des Fahrzeugs aufkommt.

Zur kirchlichen Segnungsfeier auf dem Hof des Staffelsteiner Feuerwehrhauses waren zahlreiche Stadträte erschienen. Um das Spendengeld der Sponsoren nicht zu vergeuden verzichtete die Feuerwehr hierbei auf jeglichen Zierrat. Stefan Liebl: "Wir bauchen keinen Blumenschmuck, das Fahrzeug ist hübsch genug."

Den kirchlichen Segen spendeten die Pfarrer Matthias Hagen und Georg Birkel. Mit dem Weihwasserpinsel assistierte ihnen der zwölfjährige Luis Paul von der Jugendfeuerwehr.

Im Anschluss konnten sich die Gäste das Fahrzeug ansehen und sich detailliert darüber informieren, für welche Einsätze der Kommandowagen gebraucht wird.

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