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Lichtenfels
Grundschulprojekt

Mission "Flechtfloh" läuft

Korbstadtkönigin Alicia I. wird mit Lichtenfelser Drittklässlern gemeinsam flechten.
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Handwerksmeisterin Brigitte Klitzner (links) geht mit Korbstadtkönigin Alicia alle Schritte bei der Herstellung der Flechtarbeiten durch. Grundschüler werden unter ihrer Anleitung einen Stiftehalter, ein Segelboot oder den Teddy-Thron flechten dürfen.  Fotos: Popp
Handwerksmeisterin Brigitte Klitzner (links) geht mit Korbstadtkönigin Alicia alle Schritte bei der Herstellung der Flechtarbeiten durch. Grundschüler werden unter ihrer Anleitung einen Stiftehalter, ein Segelboot oder den Teddy-Thron flechten dürfen. Fotos: Popp
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Korbstadtkönigin Alicia I. möchte die Deutsche Korbstadt nicht nur nach außen repräsentieren, sondern auch vor Ort die Begeisterung für das Flechthandwerk und die Region weitergeben. Den Grundstein für die Wertschätzung der Heimat legt man am besten schon bei den Kindern, wie die Studentin findet. Wenn die nämlich einen Blick dafür bekämen, "wie schön wir's hier haben", dann würde es später nicht so viele weg in die Großstadt ziehen. Die Tradition des Flechthandwerks und der Fundus an Wissen dazu, den es hier gibt, zählen zu den Besonderheiten der Gegend um Lichtenfels. Wie das ist, mit den eigenen Händen etwas zu flechten, das dürfen die Drittklässler der Lichtenfelser Grundschule am Markt bald ausprobieren.

Ende März/Anfang April wird ihnen die Korbstadtkönigin nämlich einen Besuch abstatten. Unter fachkundiger Anleitung werden die Jungen und Mädchen dann jeweils drei Schulstunden lang aus heimischer Weide kleine Gegenstände entstehen lassen, die sie danach natürlich mit nach Hause nehmen dürfen - einen Stiftehalter beispielsweise, ein Segelboot oder einen Thron für ein kleines Kuscheltier. Die Konzeption stammt von Handwerksmeisterin Brigitte Klitzner, die einige Jahre an der Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung unterrichtete und bereits im Korbmuseum in Michelau, über die Umweltstation des Landkreises oder Gartenbauvereine Flechtkurse für Kinder gehalten hat. Grundlage sind jeweils gebohrte Baumscheiben beziehungsweise für das Boot ein spitz zulaufendes Stück Holz. Hier ist der Bauhof bereits in Vorleistung gegangen, denn die Stadt unterstützt das Projekt und stellt das nötige Material zur Verfügung.

Mit einer ersten Übungseinheit für Alicia Vetter wurde am Montag an der Fachschule gestartet. Schließlich möchte sie ja nicht nur mit Dirndl und Krönchen auf dem Kopf bei den Grundschülern vorbeischauen, sondern selbst assistieren können. Verstärkt wird das Team von angehenden Flechtwerkgestalterinnen aus dem zweiten Ausbildungsjahr.

Diese Unterstützung findet Gitti Klitzner aus zweierlei Gründen gut: Zum einen, weil die Schulklassen mit über 20 Kindern doch große Gruppen sind. Zum anderen, weil es für Fachschulabsolventen später einmal eine Verdienstmöglichkeit sein kann, Kurse zu geben.

Nach dem Auftakt in der Marktplatzschule wird als nächstes die Dr.-Roßbach-Schule aufgesucht. Auch alle anderen städtischen Grundschulen können das "Flechtfloh"-Projekt zu sich holen. Den Namen hat sich übrigens auch Alicia ausgedacht. Er lässt treffend anklingen, worum es geht: "Wir betreuen kleine Kinder und hüpfen von Schule zu Schule", sagt die Initiatorin und setzt mit einem Schmunzeln hinzu, der Korbstadt-Nachwuchs sollte schließlich nicht erst 20 Jahre alt werden müssen wie sie selbst, um erste Erfolgserlebnisse beim Flechten zu haben.

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