LKR Lichtenfels
Kurs absolviert

Mieterführerscheine für Migranten

Damit anerkannte Asylanten leichter eine eigene Wohnung finden, werden sie in einem Kurs für angehende Mieter mit den wichtigsten Regeln vertraut gemacht.
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Die Migranten nach der Überreichung der Mieterführerschein mit Karin Pfeiffer, Integrationslotsin am Landratsamt (hinten links), Mitarbeiterin des Landratsamtes Kathrin Bullmann (rechts), der Leiter für Sozialwesen im Landratsamt, Ralf Luger (2. v. r.),  Kursleiterin Nicole Hartfil (4. v.r.) und Betreuerin Angelika Geyer (mit Blumenstrauß, Bildmitte)Roland Dietz
Die Migranten nach der Überreichung der Mieterführerschein mit Karin Pfeiffer, Integrationslotsin am Landratsamt (hinten links), Mitarbeiterin des Landratsamtes Kathrin Bullmann (rechts), der Leiter für Sozialwesen im Landratsamt, Ralf Luger (2. v. r.), Kursleiterin Nicole Hartfil (4. v.r.) und Betreuerin Angelika Geyer (mit Blumenstrauß, Bildmitte)Roland Dietz

In strahlende Gesichter blickte man bei einer kleinen Feierstunde im Sitzungssaal des Rathauses in Burgkunstadt, als 14 Migranten den sogenannten "Mieterführerschein" überreicht bekamen. Sie haben erfolgreich an einem vier Abende umfassenden Lehrgang teilgenommen, der sie mit dem richtigen Verhalten als Wohnungsmieter vertraut machte. Lerninhalte waren z.B. Mülltrennung, Ruhezeiten, richtiges Heizen und Lüften sowie Brandschutz. Mit dem so erworbenen "Mieterführerschein" sollen die Flüchtlinge potenziellen Vermietern künftig ihre Eignung als zuverlässige und seriöse Mieter belegen können. In einer eigenen Wohnung zu leben, das wissen die meist jungen Leute, die alle im Raum Weismain, Altenkunstadt und Burgkunstadt untergebracht sind, ist besser als in einer Gemeinschaftsunterkunft. Um ihre Situation zu verbessern, hat Karin Pfeiffer, Integrationslotsin am Landratsamt, gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern das Projekt zur Mieterqualifizierung gestartet. Die Hälfte der Teilnehmer sind bereits anerkannte Asylbewerber und haben teils auch schon einen Job. Dennoch ist das Finden von privatem Wohnraum eine Herausforderung. Viele anerkannte Asylanten müssen, obwohl sie eigentlich ausziehen dürften, weiterhin in beengten Gemeinschaftsunterkünften ausharren, weil sie im Landkreis keine Mietwohnung finden, weiß der Leiter für Sozialwesen im Landratsamt, Ralf Luger. Derartige Kurse seien also ein Stück Hilfe zur Selbsthilfe. Sie werden auch vom bayerischen Innenministerium gefördert. Doch es kommt auch auf die freiwilligen Helfer an, die die Menschen auf ihrem neuen Weg begleiten. Solche sind Angelika Geyer und Nicole Hartfil. Für beide gab es dafür einen Blumenstrauß. Deutsche Sprache, Mieterführerschein, ein eigener Job und dann eine Wohnung - Erfolge dazu stellen sich ein, erklärt Angelika Geyer. Dank galt der evangelischen Pfarrei in Burgkunstadt, die die Räumlichkeit für den Kurs im Café Dialog zur Verfügung gestellt hatte.

35 Teilnehmer haben im Jahr 2018 und im Frühjahr 2019 das aus mehreren Modulen bestehende Trainingsprogramm absolviert und ihren Mieterführerschein erhalten.

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