Lichtenfels
Tourismus

Mehr Angebote, mehr Gäste

Lichtenfels will touristisch an Bedeutung gewinnen. Die unterirdischen Gänge sollen ab Sommer wieder Besucher anziehen.
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Ein Bagger bewegt im Stadtgraben Erdmassen. Dort befindet sich der Eingang zu den unterirdischen Gängen von Lichtenfels, die bis zum Sommer wieder touristisch nutzbar sein sollen. Foto: R. Popp
Ein Bagger bewegt im Stadtgraben Erdmassen. Dort befindet sich der Eingang zu den unterirdischen Gängen von Lichtenfels, die bis zum Sommer wieder touristisch nutzbar sein sollen. Foto: R. Popp
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Über die Namensgebung der unterirdischen Gänge sollte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus und Wirtschaft entscheiden. Düstere Wortspiele von "Unterwelt" bis "Zur weißen Frau" gab es dabei nicht, sondern den einmütigen Beschluss, die etwa 800 Meter lange Stollenanlage weiterhin so zu benennen, wie man es in den vergangenen Jahren schon getan hatte - "unterirdische Gänge" nämlich. So soll es auch an der den Eingang bildenden Beton-Fassade am Stadtgraben künftig zu lesen sein. Die baulichen Sicherungsmaßnahmen samt Instandsetzung des Eingangsbereichs mit Einbau einer WC-Anlage sollen im Sommer abgeschlossen sein. Sobald dann die Betriebserlaubnis durch das Bergbauamt vorliegt, werden die Führungen umgehend wieder aufgenommen. Steffen Hofmann, Leiter des Lichtenfelser Tourismusamtes, glaubt an ein "enormes Potenzial" der Gänge als Besuchermagnet.

Erfolgreiche Flechtkurse

Als Renner können jetzt schon die Flechtkurse verbucht werden, die die Stadt ganzjährig anbietet, unterschiedlich in Dauer und Schwierigkeitsgraden. 160 Kurse mit rund 740 Teilnehmern haben bislang stattgefunden, und die Weiterempfehlungsquote nach Auswertung der anonymisierten Befragungen liegt bei 100 Prozent. Anfang April wird das neue Kursprogramm ausliegen. Online-Buchungen sind schon jetzt möglich, davon machen die meisten Teilnehmer Gebrauch.

Ausbauen möchten Hofmann und sein Team auch die angebotenen Stadtführungen. Spätestens im nächsten Jahr soll der Obere Torturm in die Besichtigungsmöglichkeiten mit einbezogen werden. Bis dahin werden die Vorgaben des Brandschutzkonzeptes umgesetzt, um die Sicherheit von Besuchergruppen zu gewährleisten. Eine Konzeption, wie der Turm konkret genutzt werden könnte, ist laut Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) in Arbeit. Frank Rubner (CSU) regte die Entwicklung einer digitalen Führung per App an.

Wie Steffen Hofmann darlegte, verzeichnet die Stadt einen Anstieg bei den Übernachtungen, obwohl die Zahl der verfügbaren Betten etwas geschrumpft ist. 832 sind derzeit registriert, es waren schon über 1000. Das mag am Wegfall des Cityhotels am Bahnhof mit über 50 Betten liegen sowie an Veränderungen bei kleineren Beherbergungsstätten. "Wir versuchen da gegenzusteuern", sagte der Tourismus-Chef. Die Qualität der Unterkunftsmöglichkeiten habe sich in den vergangenen Jahren verbessert, betonte er. Die Gastgeber hätten hier investiert.

Einsparung bei Stadtmöbeln

Eine Kostenreduzierung von rund 230 000 Euro auf nunmehr knapp 90 000 Euro für die in Auftrag gegebenen Stadtmöbel aus wetterfestem Geflecht ließ die Stadträte staunen. Hintergrund der enormen Einsparung ist, wie der Bürgermeister erläuterte, eine Überarbeitung durch das Stadtbauamt. Ziemlich genau drei Jahre ist es her, dass im Innovationszentrum die Prototypen nach Entwürfen von Elisabeth Dicker, Innenarchitektin und Korbflechterin, präsentiert und für gut befunden wurden. Die Kosten für Design und Entwicklung betrugen knapp 34 000 Euro; insgesamt waren für die Sitzbänke fast 230 000 Euro veranschlagt. Dazu war aus Mitteln der Städtebauförderung ein Zuschuss von 182 000 Euro bewilligt worden. Im Dezember wurden Flecht- und Metallarbeiten ausgeschrieben, inzwischen erhielten die Firma Gleitsmann aus Schney sowie die Heilpädagogischen Werkstätten aus Burgkunstadt den Zuschlag für die jeweiligen Gewerke zu Angebotspreisen von gut 44 000 bzw. knapp 12 000 Euro. Angesichts des enormen Unterschieds vom jetzigen zum zuerst angesetzten Preis wurde der Verdacht geäußert, es sei "komplett falsch kalkuliert" worden. Hierzu wurde erklärt, dass das Bauamt Änderungen an der Konstruktion vorgenommen hat, um Fertigungsprozesse und Reparaturen zu erleichtern. Der Zuschuss der Regierung wird sich nun natürlich reduzieren.

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