Hausen
Szene

"Martini Drinkers Klosterlangheim" wollen Wind in der Szene machen

Am 31. Oktober riefen in Marktzeuln in der Wohnung von Jamie Flanagan (25) zehn Gleichgesinnte die "Martini Drinkers Klosterlangheim" ins Leben.
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Sie wollen frischen Wind in die heimische Konzertlandschaft bringen (von links): Swen Meister, Jamie Flanagan, Johannes Gehringer und Florian Eideloth von den "Martini Drinkers Klosterlangheim". Am 15. Dezember steigt im "Zebra" in Hausen ihr erstes Punkfestival. Stephan Stöckel
Sie wollen frischen Wind in die heimische Konzertlandschaft bringen (von links): Swen Meister, Jamie Flanagan, Johannes Gehringer und Florian Eideloth von den "Martini Drinkers Klosterlangheim". Am 15. Dezember steigt im "Zebra" in Hausen ihr erstes Punkfestival. Stephan Stöckel
In der Ecke lehnt ein Standbass, in den Regalen steht Vinyl, das schwarze Gold, und auf dem edlen Holztisch die Flasche einer italienischen Wermutmarke, deren Logo auch auf den T-Shirts von vier jungen Männern prangt - allesamt Genießer und Musikliebhaber. "Wir wollen das zwischenmenschliche Miteinander fördern, stehen für Aufgeschlossenheit und Toleranz", sagt Swen Meister (24) aus Klosterlangheim. Mit dem "Wir" meint er einen der wohl jüngsten Vereine im Landkreis Lichtenfels.
Am 31. Oktober riefen in Marktzeuln in der Wohnung von Jamie Flanagan (25) zehn Gleichgesinnte die "Martini Drinkers Klosterlangheim" ins Leben. Die Ortsbezeichnung im Namen hat seine Berechtigung, schließlich hat der Verein seine Wurzeln im Lichtenfelser Ortsteil Klosterlangheim. Acht der zehn Gründungsmitglieder stammen von dort. Auch im Banner spiegelt sich die Herkunft wieder: Das in den Farben blau, weiß und rot gehaltene Logo der Spirituosenmarke paart sich mit dem goldenen Wappen von Klosterlangheim, dem aus einem Kelch herausragenden Abtsstab.
Wie könnte man das zwischenmenschliche Miteinander besser fördern als mit Veranstaltungen? Auf ehrenamtlicher Basis wollen die Twens die Konzertlandschaft im Landkreis Lichtenfels bereichern. "Es gibt zu wenig Konzerte mit anspruchsvoller Punk- und Rockmusik", findet Florian Eideloth (28) aus Klosterlangheim. Am Freitag, 15. Dezember, steigt im Independent-Musik-Club in "Zebra" in Hausen unter dem Motto "Lound And Clear" das erste Punk-Rock-Festival der "Martini Drinkers" mit der in Szenekreisen bekannten Band "Popperklopper".
Mit einem Stammtisch der Klosterlangheimer Jugend hatte im Herbst 2012 alles angefangen. Diesen gibt es noch heute. "An jedem Montagabend treffen wir uns in der Klosterwirtschaft Hübner. Wir tauschen uns über Ausbildung, Studium und Beruf aus, pflegen Freundschaften, spielen Bierkopf und reden über Gott und die Welt", erzählt Vorsitzender Johannes Gehringer (27). Der Name des Vereins entstand aus einer Laune heraus, wie Meister verrät. Dass man hin und wieder gerne einen Wermut genieße, das verhehlen er und seine Freunde nicht. Bedenken, dass man mit dem Namen anecken könnte, haben die jungen Leute nicht. "Die Getränkemarke, die für Glamour und Genuss steht, hat ein positives Image", betont Gehringer.
Mit Erfolg veranstaltete man in den vergangenen Jahren im "Zebra" Plattenpartys für geladene Gäste, zu denen bis zu 180 Personen kamen. Mit den Konzerten will man nun jedem ermöglichen, in den Genuss von cooler Rock- und Punkmusik zu kommen, die obendrein auch noch live gespielt wird. Konzerte zu organisieren, ist ein hartes Pflaster - manchmal strömen die Besucher in Scharen, ein anderes Mal sind sie Mangelware. Was hat die Twens bewogen, in das Haifischbecken der Konzertbranche einzutauchen, noch dazu uneigennützig? "Wenn jeder nur an sich selbst denkt, dann funktioniert kein gesellschaftliches Zusammenleben", spricht Gehringer allen aus der Seele.
Bedenken, dass das Konzert floppt, haben die jungen Leute nicht, da die Band "Popperklopper" einen guten Ruf genieße. Aufgewachsen sind sie mit der legendären Live-Music-Night, bei der sich Künstler der Blues, Country- und Jazzszene von 1984 bis 2003 die Klinke in die Hand gaben. Wie wäre es, die Klosterlangheimer Traditionsveranstaltung, die 2004 zum letzten Mal stattgefunden hatte, wieder aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken? Auch wenn es derzeit noch keine konkreten Pläne gibt, Gehringer fände die Idee interessant, da man offen für jede Art von guter Musik sei. Einer Neuauflage würde man allerdings einen jugendlicheren Anstrich geben. "Sollten wir uns dazu entschließen, dann müssen wir uns breit aufstellen und einen zweiten Verein mit ins Boot holen. Ein Open Air zu organisieren ist eine ganz andere Hausnummer als ein Clubkonzert und mit einem höheren Risiko verbunden, weil man vom Wetter abhängig ist", stellt Gehringer klar.
Am Freitag,15. Dezember, steigt in Hausen bei Bad Staffelstein um 20.30 Uhr (Einlass: 20 Uhr) das Punkfestival "Lound And Clear". Topband des Abends ist das 1989 in Trier gegründete Punktrio "Popperklopper" mit seinen gesellschaftskritischen Texten. Einem breitem Publikum bekannt wurden Carsten Junk (Gesang und Gitarre), Christian Lenz (Bass) und Lars Germeshausen (Schlagzeug und Begleitgesang), als sie am 22. März 2012 in der Fernsehsendung "Neo Paradise" von "ZDF Neo" als Studioband im Schrank auftraten. Moderiert wurde die Show von dem beliebten Moderatoren-Duo Joko Winterscheidt und Klaas-Heufer-Umlauf. Die Coburger Band "Red Label" orientiert sich an Punkgruppen wie "Rasta Knast" oder "Der Dicke Polizist", findet aber auch die Country-Kapelle "Truck Stop" toll. Für fröhlichen Ska-Punk sorgt das Ensemble "Pregnant Boys" aus dem thüringischen Sonneberg, das beim diesjährigen Vorentscheid zum Festival "Die Festung rockt" im Kronacher Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter" den zweiten Platz belegte. Im Anschluss an das Konzert gibt es eine Aftershow-Party. Karten sind an der Abendkasse und im Vorverkauf in Klosterlangheim bei der Bäckerei Göring und der Klosterwirtschaft "Hübner" sowie dem Coburger Plattenladen "Toxic Toast" und den Vereinsmitgliedern aus Klosterlangheim erhältlich.
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