Marktzeuln
Brauchtum

Marktzeulner Sternsinger erzählen von Wasserduschen und Naschtüten

Kurz vor Weihnachten steht bei den Sternsingern die Gewandprobe an. Und sie haben Zeit zu erzählen, was ihnen schon alles passiert ist.
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Hanna, Janne und Hannah (von links) bei der Gewänderprobe im Jugendheim Marktzeuln  Foto: Karin Straeßner
Hanna, Janne und Hannah (von links) bei der Gewänderprobe im Jugendheim Marktzeuln Foto: Karin Straeßner

Es regnet. Eigentlich möchte man keinen Schritt vor die Haustüre gehen. Trotzdem herrscht im Jugendheim Marktzeuln emsiges Treiben. Stattliche Kleidung wartet auf ihre engagierten Träger. Die Heiligen Drei Könige probieren nach ihrer Berufung nun die Gewänder. Da wird verglichen, an-und übergezogen. Eine bunte Mischung aus Mädchen und Buben im Alter von fünf bis achtzehn Jahren hat sich eingefunden.

Trotz Weihnachtsvorbereitungen finden die Kinder Zeit, um sich für die Sternsingeraktion auszurüsten. Auf die Frage, warum sich die Kinder und Jugendlichen bereiterklären, den Feiertag unterwegs von Haustür zu Haustür zu sein, sind sie sich einig: Weil es Spaß macht. So erläutert Paulina (12): "Ich gehe bereits zum vierten Mal als Kaspar mit." Das ist ihre Lieblingsfigur. Das Mädchen hat durchwegs positive Erfahrungen mit den besuchten Menschen gemacht. So spendeten diese nicht nur für den guten Zweck, sondern ließen auch ein Trinkgeld für die tapferen Sternsinger springen. Besonders nette Menschen würden die Gruppe auch mal einladen, sich aufzuwärmen und etwas zu trinken. An Süßigkeiten werde ebenso wenig gespart.

Der Bruder macht auch mit

Bei der Einteilung der Sternsinger-Gruppen werden auch bestehende Freundschaften und Verwandtschaftsverhältnisse berücksichtigt. So kam auch ihr Bruder Louis (7) dazu. Er darf zum ersten Mal mitlaufen und freut sich schon, den Stern zu tragen.

Doch es gibt auch unfreundliche Zeitgenossen. Da ertönt auf das Klingeln der Drei Könige aus der Sprechanlage: "Euch brauchen wir nicht!" Eine besonders verwerfliche Tat mussten sich die Kinder auch einmal gefallen lassen: Da brachte es doch ein unangenehmer Zeitgenosse tatsächlich fertig, eine Gießkanne mit Wasser auf die verdutzten Sternsinger zu schütten. Doch, wie sämtliche Teilnehmer bestätigen, ist das die unrühmliche Ausnahme.

Lukas (18) und zum elften mal mit von der Partie, kann auch einiges erzählen: In einem wirklich kalten Winter ist doch tatsächlich einmal die gesamte Gruppe von Sternsingern gemeinsam auf einer Eisplatte ausgerutscht. Da fielen sie: Kaspar, Melchior und Balthasar. Verletzt hat sich aber zum Glück niemand. Bei klirrendem Frost an einem ebenso kalten Wintertag bemühte sich eine Gruppe von Sternsingern, einen kleinen Hügel zu einem Wohnhaus zu erklimmen. Leider scheiterten sie an der enormen Glätte, so dass man diesem Haushalt in diesem Jahr keinen Besuch abstatten konnte. Ganz besonders erfreulich fand Lukas eine Familie, die sich vorbildlich auf die Sternsinger vorbereitet hatte. Da hing doch an deren Haustür ein Zettel mit einer großen Naschtüte: "Für die Sternsinger - wir sind im Urlaub."

Um den Kindern die Lust an dem Brauch zu erhalten, bemüht sich Ulrike Naumann von der Kirchengemeinde, auch ihnen eine Freude zu bereiten. So gibt es nach dem Einsatz Pizzabrötchen und Wiener sowie Getränke.

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