Lichtenfels

Marktplatz leer? - Marktplatz voll!

Das Gefühl, in Lichtenfels sei nichts los, entspricht nicht der Realität, wie ein Blick in den Kalender zeigt. Die Zahl der Veranstaltungen ist stetig gewachsen.
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Bei den Kinosommer-Abenden im August 2019 gab es keine freien Plätze mehr auf dem Lichtenfelser Marktplatz.  Foto: Steffen Hofmann
Bei den Kinosommer-Abenden im August 2019 gab es keine freien Plätze mehr auf dem Lichtenfelser Marktplatz. Foto: Steffen Hofmann

Belebung der Innenstadt tut not - und es tut gut, zu sehen, dass der Marktplatz richtig voll sein kann. Bei den Kinosommer-Abenden im zurückliegenden Jahr war das so. Vor allem am Samstag war der Andrang so groß, dass es nicht einmal mehr einen Stehplatz gab, von dem aus man die Leinwand sehen konnte. Das neu konzipierte Street-Food-Festival im März 2019 kam auf Anhieb so gut an, dass man lange Schlange stehen musste, um etwas zu Essen zu bekommen. Aus diesen Erfahrungen heraus ist die Stadt heuer um Optimierung bemüht, wie Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) wissen lässt. Die Neuauflage um den verkaufsoffenen Sonntag am 15. März wird größer, mit mehr Anbietern geplant und umfasst schon den vorausgehenden Samstag. Zum Kino-Erlebnis unter freiem Himmel gibt es Überlegungen, den Aufbau so zu verändern, dass mehr Zuschauer Platz finden. Darüber informierte Citymanager Steffen Hofmann, als er jüngst dem Ausschuss für Stadtentwicklung die Veranstaltungsplanung vorstellte.

Hofmann, gleichzeitig Leiter des Amtes für Wirtschaft, Tourismus und Kultur, macht sich stets selbst ein Bild vor Ort und hält Kontakt zu den jeweiligen Beteiligten. Zudem ist er sowohl im Stadtmarketingverein als auch in der Aktionsgemeinschaft "Treffpunkt" Vorstandsmitglied. Die seit langem angedachte Fusion der beiden Organisationen ist seiner Auskunft nach nur noch eine Formsache - wenn auch bürokratisch und daher zeitintensiv - und soll in diesem Jahr endgültig vollzogen werden. In den Bemühungen um Frequenz und Kunden zieht man ohnehin längst an einem Strang.

Aktionen wie Kindererlebnistag ( 30. Mai), Weinfest (18.-21. Juni) oder Dämmers(c)hoppen (10. Oktober) werden aus einem Projektfonds finanziert, der zur Hälfte von privat, also Geschäftsleuten, Eigentümern, Bürgern und Vereinen getragen wird. Die andere Hälfte sind öffentliche Gelder aus der Städtebauförderung und von der Stadt selbst, dies wiederum im Verhältnis 60:40 Prozent. Insgesamt werden pro Jahr um die 50 000 Euro aus dem Fonds bezogen.

Mit dem Geld werden zum Beispiel auch die Lichtenfelser Musiknächte unterstützt. Durch Begleitung und Übernahme der Werbung half die Stadt auf diese Weise mit, die früher als Kneipennächte bekannten Veranstaltungen aufleben zu lassen. Vier davon stehen auch heuer wie-der im Veranstaltungskalender, die erste am 22. Februar. Erst am vergangenen Mittwoch gab es dazu eine gemeinsame Besprechung mit sieben Gastronomen, die gerne wieder dabei sind, wie Steffen Hofmann berichtete. "Wir haben eine sehr schöne und lebendige Kneipenszene in unserer Stadt", merkte er dazu an. Fazit: Wenn das Angebot passt, kommen auch die Leute. Stadträtin Andrea Starker (CSU) lobte das Engagement in dieser Richtung, vor allem den Mut, auch etwas Neues zu wagen.

"Viel mehr geht nicht"

In Stadtschloss, Stadthalle und der ehemaligen Synagoge ist die Belegung beachtlich: 2019 gab es insgesamt 317 Veranstaltungen, davon 178 eigene - die rund 80 Flechtkurse noch nicht mitgerechnet. Berücksichtigt man, dass auch mehrtägige Veranstaltungen darunter waren und noch Auf- und Abbautage hinzugezählt werden müssen, erklärt sich die Einschätzung des Citymanagers: "Viel mehr geht nicht."

Lif-Card

Im fünften Jahr nach Einführung der Gutschein-Karte "Lif-Card" konnte erstmals die 20 000er-Marke überschritten werden. Genau 20 199 Exemplare dieses Lichtenfelser Zahlungsmittels im Wert von je zehn Euro wurden 2019 verkauft. Das entspricht einem Umsatz von 201 990 Euro. 2014 lag er bei 30 500 Euro. Dadurch, dass auch Unternehmen die Lif-Card an Mitarbeiter ausgeben, können damit Menschen über Lichtenfels hinaus für hiesige Geschäfte als Kunden gewonnen werden.

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