Lichtenfels
Campingplatz

Maincamping: freundlicher Empfang garantiert

Camper kommen gern zum Platz am Main in Lichtenfels. Die Bewertungen sind erfreulich, eine Sanierung des Sanitärbereichs lässt aber auf sich warten.
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Karl Gröschel ist in der zehnten Saison Platzwart am Maincamping Lichtenfels. Er weiß, was auf dem Platz läuft, kennt viele Gäste beim Namen und hat immer ein freundliches Wort und bei Bedarf einen Rat für sie. Fotos: Popp
Karl Gröschel ist in der zehnten Saison Platzwart am Maincamping Lichtenfels. Er weiß, was auf dem Platz läuft, kennt viele Gäste beim Namen und hat immer ein freundliches Wort und bei Bedarf einen Rat für sie. Fotos: Popp
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Den Karl kennt man hier. Schließlich ist Karl Gröschel in der zehnten Saison Platzwart am Maincamping. Wer schon mal da war - und das sind viele - hat sich die Gestalt des graubärtigen Mannes bestimmt eingeprägt. Wer neu ist, wird es rasch tun. Der Empfangschef wirkt ausgeglichen und gemütlich, hat für jeden ein freundliches Wort. Wenn er über das idyllisch gelegene Areal direkt am Flussufer, nahe dem Badesee geht, bleibt das nicht unbemerkt. Ein nettes Hallo, ein Morgengruß, hie und da auch eine Frage zu geplanten Unternehmungen oder Erledigungen.
Derzeit sind neben den 45 Dauercampern rund 150 Leute auf dem Platz. Das ist ein normaler Durchschnittswert im Sommer. Die Anlage verfügt über 136 Stellplätze, 300 bis 400 Personen können es werden, wenn hier voll ist.


Hauptsache gepflegt

Ein zentrales Kriterium für Beurteilungen in Campingführern ist der Sanitärbereich. In Lichtenfels zeigt die Farbgestaltung Erneuerungsbedarf an - moderne Anlagen sehen einfach anders aus. Aber: Alles wirkt sauber und riecht auch so. Das ist das Entscheidende. Hermann Gabler aus dem Allgäu betont, es gebe Plätze, da sei alles neu, aber dreckig. Er habe schon viel gesehen. Das sei hier anders. "Es ist zweckmäßig und sauber." Auch jemand mit einer Körperbehinderung wie er komme hier gut zurecht. Gabler ist schon das 18. Mal da.
Ein Gast, der gerade abreisen will, äußert sich ganz ähnlich über das Sanitärgebäude. "Man sieht, dass es nicht mehr das Neueste ist, aber es ist in einem gepflegten, ordentlichen Zustand."


Lob für tüchtige Mitarbeiterin

Einen großen Anteil an diesem doch positiven Eindruck hat die Reinigungskraft, die seit fünf Jahren hier tätig ist. "Die ist wirklich top, wir sind sehr zufrieden", lobt Gröschel. Die recht breiten Fugen zwischen den Klinkerfliesen am Boden seien relativ schwierig sauberzuhalten. Ein Hochdruckreiniger komme dabei zum Einsatz. Auf die Kollegin könne man sich verlassen. Immer wieder gerne kommen auch die Kamerlings mit dem Wohnwagen nach Lichtenfels. Es ist die Umgebung mit den vielen Ausflugsmöglichkeiten, die es dem niederländischen Ehepaar angetan hat. Dafür legt es seit 20 Jahren regelmäßig die acht- bis neunstündige Anreise zurück. Klar, dass die beiden den Platzwart beim Namen kennen und er sie auch.
Die Campingbranche in Deutschland verzeichnet seit Jahren Zuwächse, Bayern ist Camping-Bundesland Nummer eins. Das bestätigt den Eindruck Gröschels, der Lichtenfelser Platz werde von Jahr zu Jahr beliebter. Die Platzbetreiber könnten sich jedoch nicht auf der guten Entwicklung ausruhen und müssten weiter an der Modernisierung ihrer Angebote arbeiten, sagte Gunter Riechey, Präsident des Bundesverbandes der Campingplatzbetreiber (BVCD) in einer Stellungnahme zum Saisonbeginn.
Für Lichtenfels bedeutet das in absehbarer Zeit erhebliche Investitionen in den Sanitärbereich des Maincamping. Die Stadt weiß um die Notwendigkeit, die sich schon seit ein paar Jahren abzeichnet.


Aufschub der Sanierung

Deshalb hat Kämmerer Johann Pantel ja auch 250 000 Euro im diesjährigen Haushalt für die Sanierung angesetzt. Begonnen werden sollte nach Ende der Campingsaison Mitte Oktober. Dann wäre bis April Zeit, die Arbeiten abzuschließen, bevor wieder Gäste kommen. Nach aktueller Auskunft der Stadtverwaltung wird dies jedoch nicht wie geplant im Herbst und Winter 2018/2019 stattfinden können. Die Kapazitäten bei den Handwerkern sind knapp, Ausschreibungen und Vergabe benötigen entsprechenden Vorlauf. "Wir werden das personalbedingt nicht schaffen", sagt Pressesprecher Sebastian Müller mit dem Hinweis auf einen Krankheitsfall im zuständigen Bauamt. Am Dienstag soll der Stadtrat über die veränderte Situation informiert werden.


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