Lichtenfels
Technologie

Luftbilder für die Feuerwehr Lichtenfels

Der Kreisfeuerwehrverband Lichtenfels setzt bei größeren Einsätzen auf Unterstützung von oben. Die neue Flugdrohne wurde dem Landkreis übergeben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Daniel Perian und Thomas Perian fliegen die neue Drohne der Feuerwehr.Foto: Stefanie Gleixner
Daniel Perian und Thomas Perian fliegen die neue Drohne der Feuerwehr.Foto: Stefanie Gleixner

Die Feuerwehr rückt bei Alarmierung mit ihren Fahrzeugen an. Vom Boden aus versucht sie die Lage unter Kontrolle zu bringen und den Einsatz erfolgreich zu beenden. Aber manche Situationen erfordern eine besondere Beobachtung von oben. "Bislang hat man dabei auf die Drehleiter zurückgegriffen, aber da hatte man manchmal auch nicht den optimalen Blick", sagt Landrat Christian Meißner (CSU).

Seit 2014 ist eine Drohne im Einsatz. "Sie stammt aber aus der ersten Generation Drohnen und verfügt deshalb nicht über die besten technischen Eigenschaften", sagt Kreisbrandrat Timm Vogler.

Deswegen hat der Kreisfeuerwehrverband Lichtenfels jetzt eine neue Drohne angeschafft. "Die Bildübertragung ist mit der neuen Technik viel besser und in der neuen Drohne ist zusätzlich eine Wärmebildkamera integriert", erklärt der Kreisbrandrat.

Mit dieser Drohen möchte die Feuerwehrführung bei unterschiedlichen Einsatzlage einen besseren Überblick der Situation gewinnen. Das Einsatzgebiet einer solchen Drohne ist vielfältig. Bei Vegetationsbränden oder Gefahrstoffausbreitung sowie für die strategische Planung von größeren Einsätzen könne die Drohne laut Vogler eingesetzt werden.

"Auch bei der Arbeit der Polizei kann sie durchaus nützlich sein. Deswegen haben wir sie an das Landratsamt übergeben, um ortsübergreifend damit arbeiten zu können", sagt Timm Vogler.

Diese Drohne ist speziell für solche Einsätze konzipiert und nicht mit einem normalen Modell zu vergleichen. "Die Drohne verfügt über sechs Rotoren und liegt damit sehr stabil in der Luft. Sie hat ein Gewicht von zwei Kilo und wird von zwei Steuergeräten bedient", sagt Thilo Kraus, Leiter der Dispogruppe Drohne der Feuerwehren Lichtenfels.

Der Pilot der Drohne lenkt den kleinen Hubschrauber vom Boden aus mit einer Fernsteuerung. Das zweite Steuergerät wird von einem anderen Piloten benutzt, um die Kamera zu bedienen. Diese verfügt über Wärme- und Restbildfunktionen. Das Wärmebild ist besonders bei der Suche nach Vermissten hilfreich, und mit dem Restbild lässt sich auch bei Dunkelheit noch gut sehen.

Gespart werden kann dadurch der Einsatz von Hubschraubern. "Für das nördliche Bayern gibt es drei Hubschrauber, wenn wir nun bei einem Einsatz Überblick haben wollen, können wir das mit der Drohne machen und müssen nicht den Hubschrauber aus Roth anfordern", erklärt Timm Vogler.

"Für die Steuerung der Drohne ist unsere Dispogruppe verantwortlich. Sie besteht aus 13 Mitgliedern, die alle bereits Vorkenntnisse im Fliegen haben", sagt Thilo Kraus.

Zwei der Piloten sind Thomas und Daniel Perian. Die Brüder gehören der Feuerwehr Michelau an sind Mitglieder eines Modellflugvereins. "Ich habe auch privat eine Drohne, deswegen war für mich sofort klar, dass ich meine Erfahrung bei der Feuerwehr im Drohnenbereich einbringen will", sagt Thomas Perian. "Durch den Modellflugsport kennen wir uns bereits mit den rechtlichen Vorgaben aus, die wir bei den Einsätzen beachten müssen", fügt Daniel Perian hinzu. Dennoch finden regelmäßige theoretische und praktische Übungen statt, bei denen die Piloten im Umgang mit der Drohne geschult werden. "Es ist wichtig, dass wir in der Einsatzsituation sofort wissen, was zu tun ist, deswegen sind die Übungen sehr wichtig", sagt Daniel Perian.

Gruppenleiter Thilo Kraus ist froh über seine erfahrene Gruppe, die Vorbild sein soll für andere Feuerwehren. "Daniel Perian war bei einem Lehrgang zum Thema Drohnen bei der Feuerwehrschule. Dort wurde angeraten ein solches System zu haben, wie es bei uns bereits vorhanden ist."

"Die Drohne ist in vielen Bereichen einsetzbar, und ich denken, dass dadurch wichtige Arbeit geleistet werden kann", sagt Christian Meißner. Bei zehn bis 15 Einsätzen pro Jahr, schätzt Thilo Kraus, wird die Drohne aufsteigen.

Die Finanzierung des 5000 Euro teueren Fluggeräts wurde von Sponsoren übernommen - von der Sparkasse Lichtenfels, der Raiffeisenbank Obermain Nord, der Raiffeisenbank Bad Staffelstein und der Firma RK-Montage aus Weismain übernommen.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren