Lichtenfels

Lösung der Hochwasserfrage in Lichtenfels nur im Ganzen möglich

Der Bauausschuss Lichtenfels hat einen Antrag von CSU und JB abgelehnt, eine Planung für den Hochwasserschutz am Leuchsenbach in Auftrag zu geben.
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Obgleich es in letzter Zeit keine Beschwerden mehr gegeben hat, sollte auch aus Gründen des Naturschutzes der Umfang der bisherigen Floßfahrten nicht erweitert werden. Betroffen ist die Strecke auf dem Main zwischen den Wehren Oberwallenstadt und Lichtenfels. Foto: Karin Sträßner
Obgleich es in letzter Zeit keine Beschwerden mehr gegeben hat, sollte auch aus Gründen des Naturschutzes der Umfang der bisherigen Floßfahrten nicht erweitert werden. Betroffen ist die Strecke auf dem Main zwischen den Wehren Oberwallenstadt und Lichtenfels. Foto: Karin Sträßner

Heiße Diskussionen gab es in der öffentliche Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Stadt Lichtenfels am Dienstagnachmittag im Rathaus II. Hintergrund war die Planung eines Hochwasserschutzes entlang des Leuchsenbaches in Mistelfeld, der von der Stadt sowie vom Wasserwirtschaftsamt Kronach geprüft werden soll.

Den Antrag hatten die Fraktionen von CSU und Jungen Bürger eingereicht. Das Gremium lehnte ihn letztlich in der vorgelegten Fassung ab.

Der Landschaftspflegeverband war beauftragt worden, ein Renaturierungs- und Pflegekonzept für die Gewässer dritter Ordnung - die Leuchse ist so ein Fluss - zu erarbeiten. Dieser ist aktuell in Arbeit. Der im Antrag der CSU und der Jungen Bürger vorgeschlagene Bau von Ufermauern geht jedoch grundsätzlich in die falsche Richtung, da eine weitere Kanalisierung der Leuchse im Widerspruch zur europäischen Wasserrahmenrichtlinie stünde.

Zwischenergebnis liegt vor

Außerdem liegen der Stadt Zwischenergebnisse der sogenannten HQ100-Berechnung (Hochwasserabfluss, der statistisch gesehen einmal in 100 Jahren erreicht wird) vor. Dabei zeigte sich, dass neben Mistelfeld auch die Kernstadt Lichtenfels durch große Überflutungsflächen von einem solchen Ereignis betroffen wäre.

Demnach müssten alle Stadtteile betrachtet werden. Nur dann erhielte die Stadt auch die im Antrag dargestellte Förderung. Vor lokalen Starkregenereignissen könne auch eine Hochwasserschutzmaßnahme an der Leuchse nicht vollständig schützen. Ein zusätzliches Sturzflut-Risikomanagement wäre erforderlich.

Eine beantragte Anhebung der Brücken, die zum Teil historisch und erhaltenswert sind, ist technisch nicht möglich. Zudem soll ein Antrag keine technischen Lösungsvorgaben beinhalten, sondern alle Möglichkeiten einer ergebnisoffenen Prüfung zulassen. Die Problematik im Lehenweg sei darauf zurückzuführen, dass Anlieger in der Vergangenheit das Bachbett der Leuchse durch Mauern und Auffüllungen eingeengt haben. Da die Leuchse als ein Anliegergewässer eingetragen ist, obliegt die Pflege der Uferböschungen den Eigentümern der Uferflurstücke.

Kosten können umgelegt werden

Die Kommunen können die Kosten für den innerörtlichen Ausbau der Gewässer auf die Eigentümer der Flurstücke umlegen, wenn sich für diese ein Vorteil ergibt. Vorteile wären eine Nutzenmehrung oder eine Schadensabwehr. So wären die entstehenden Kosten der Hochwasserfreilegung der Leuchse beitragsrechtlich auf die Anrainer umzulegen.

Stadtrat Bernd Krauß regte an, den Anwohnern vorerst zur Säuberung der Leuchse Geräte des Bauhofs zur Verfügung zu stellen. Um die Wasserrahmenrichtlinie einschließlich eines Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzepts für den Leuchsenbach in der Kernstadt Lichtenfels und in Mistelfeld umzusetzen, wurde beschlossen, wie folgt vorzugehen: Nach einer fachkundigen Beratung des Wasserwirtschaftsamts Kronach will die Stadt einen Zuwendungsantrag stellen.

Nach Erhalt des Förderbescheides erfolgt seitens der Stadt die Ausschreibung, um ein geeignetes Ingenieurbüro zu finden. Im nächsten Schritt kann das integrale Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept entwickelt werden. Vor der Umsetzung der geplanten Maßnahmen ist zu eruieren, ob weitere Fördermöglichkeiten ausgeschöpft werden können. Auf die Bitte, straff vorzugehen, meinte Bürgermeister Andreas Hügerich: "Wir müssen erst Zahlen, Daten und Fakten sammeln." Vorher sei eine Stellungnahme zum zeitlichen Ablauf nicht möglich.

Die endgültigen Ergebnisse der neuen Berechnung sollen noch in diesem Jahr vorliegen.

Thema Floßfahrten

In der Sitzung ging es ferner um eine Stellungnahme zu Floßfahrten auf dem Main zwischen den Wehren Oberwallenstadt und Lichtenfels. Die Firma Frankenfloß darf bis 2023 jeweils vom 16. Juni bis 31. Oktober fünf Fahrten pro Woche und maximal zwei Fahrten am Tag durchführen. Nun wurde beantragt, eine Fahrt pro Woche mehr in der genehmigten Zeitspanne veranstalten zu dürfen. Obgleich es in letzter Zeit keine Beschwerden mehr gegeben hatte, kam der Ausschuss überein, auch im Hinblick auf die Stellungnahme aus dem Bereich Naturschutz den Umfang nicht zu erweitern. Berücksichtigt werden müsse auch, dass ein weiterer Betreiber Floßfahrten durchführt, dem dann die gleiche Möglichkeit zugestanden werden müsste. Es wurde beschlossen, die Zahl der Floßfahrten zunächst bis Ende 2022 in der jetzigen Form zu belassen.

Der Bürgermeister betonte, dass es sich lediglich um eine Stellungnahme der Stadt handle. Die Genehmigung hierfür erteile das Landratsamt.

Zum Stand der Bebauung im Neubaugebiet "Maintal" konnte Hügerich aktuell folgenden Zwischenstand verkünden: 36 der insgesamt 48 Bauparzellen sind bereits verkauft, 18 Baugenehmigungen erteilt.

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