Lichtenfels
Süßigkeit

Lichtenfelser "Küssla" ist mehr als eine Praline

Die Wiege der Lichtenfelser Spezialität steht im Landkreis Kronach in der Confiserie Lauenstein. Und soll als süße Erinnerung Gäste an den Aufenthalt in Lichtenfels erinnern.
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Bevor die Pralinen in den Kühlkanal gelangen, wird darauf geachtet, dass sie sich nicht berühren. Fotos: Welz
Bevor die Pralinen in den Kühlkanal gelangen, wird darauf geachtet, dass sie sich nicht berühren. Fotos: Welz
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In der Confiserie in Lauenstein im Landkreis Kronach duftet es nach all den süßen Köstlichkeiten, die über dem Café in Handarbeit hergestellt werden. Hier steht die Wiege der "Küssla aus Licht'fels".


Hochwertige Rohstoffe

Bei einem Besuch unserer Zeitung machten Inhaber Heidrun und Robert Bauer deutlich, dass nur hochwertige Rohstoffe zur Herstellung der Pralinen verwendet werden. Zum Beispiel Kakaobutter anstelle von Pflanzenfett, wie es in der Industrie verwendet wird. Auch die Schokolade ist von höchster Qualität.

Die Produktion der "Küssla" beginnt mit der Nougatschmelze, die nicht wärmer als 30 Grad ist. Geröstete Nussplättchen werden in das Bad eingestreut und dann in ein Tablett mit einem 15 Millimeter hohen Rand eingefüllt.
Nach dem Auskühlen wird die Platte geschnitten und die Stücke auf ein Band gelegt.


Durch einen Kühlkanal

Mit einer Überzugmaschine werden dann die Pralinen mit flüssiger temperierter Schokolade überzogen, auf ein Gitterband gesetzt und durch den Schokoladenfluss gelassen. Vom Band aus gelangen sie in den Kühlkanal. Danach können sie in goldfarbene Aluminiumfolie gewickelt und mit dem Aufkleber versehen werden, der den Marktplatz und das Lichtenfelser Rathaus zeigt.


Mehr als eine Praline

Corinna aus Eppelheim bei Heidelberg war begeistert vom "Küssla aus Licht'fels". Es ist lecker und schmeckt sehr gut, war ihr Urteil. Sie will bei ihrer nächsten Tour in der Deutschen Korbstadt Station machen. Natürlich auch wegen der "Küssla", hinter denen sich vielleicht mehr verbirgt als nur eine köstliche Praline.

Im Kriegsjahr 1914 entstand in den Kellerräumen des Hauses Nr. 18 in Lauenstein der Anfang der heutigen Confiserie, Bäckerei, Konditorei und des Cafés. Hermann und Amalie Bauer, die Großeltern des heutigen Besitzers, stellten Brotlaibe und Semmeln in einem Steinofen her.

Robert Bauer erlernte das Bäcker- und Konditorenhandwerk in Kronach. Nach seiner Ausbildung kehrte er in das elterliche Geschäft zurück. Im Jahre 1979 interessierte er sich für die Herstellung von Pralinen und anderen Köstlichkeiten. Aus der anfänglichen Produktion von täglich etwa 500 Pralinen wurden zwischenzeitlich 50 000 Stück dieser Gaumenfreuden, die derzeit 20 Frauen herstellen. Insgesamt hat das Unternehmen mit den Angestellten in sieben Verkaufsfilialen 40 Mitarbeiter.

Cesar de Choiseul, Comte de Plessis-Praslin, hätte seine helle Freude an den kleinen Nougat- oder Marzipanwürfeln gehabt, die in Lichtenfels als "Küssla" Besuchern kredenzet werden.


An einen schönen Urlaub erinnern

Der französische Herzog, sein Augsburger Küchenchef war Erfinder der Praline, verwöhnte um 1635 als Beobachter die Mitglieder des Regensburger Reichstags. Und so wie Praslin sich der Zuneigung der Politiker mit der süßen Spezialität erwarb, schließlich war sein Sonnenkönig auf beste Beziehungen zu Deutschland bedacht, so möchte sich das Tourismusbüro in Lichtenfels einer guten Erinnerung seiner Gäste versichern.

"A Küssla aus Licht'fels" wurde vor vielen Jahren vom damaligen Fremdenverkehrsdirektor Paul Blomeier und der Verkäuferin Isolde Küthe der Confiserie Bauer in der Spital-Passage aus der Taufe gehoben.


Ein Souvenir

Die Nuss-Nougat-Happen in der Größe von 40 x 40 x 10 Millimetern bietet der Pralinenhersteller aus Lauenstein mit verschiedenen Motiven an. Unter anderem auch die "Busserl aus ...", die als Souvenir in einigen süddeutschen Städten verkauft werden.

Für Isolde Küthe kam aber die bayerische oder österreichische Bezeichnung "Busserl" nicht infrage, unterstrich sie bei einem Gespräch mit unserer Zeitung. Der im Prinzip nichterotische Kuss unter Freunden, bevorzugt auf die Wange, müsse einen oberfränkischen, einen Lichtenfelser Namen bekommen.


Chef gab Einverständnis

Nachdem der Chef der Bauer-Confiserie, Robert Bauer, sein Einverständnis gegeben hatte, nannten die beiden den feinsten Nuss-Nougat-Happen, angereichert mit gerösteten Mandelplättchen und umhüllt von zartschmelzender Vollmilchschokolade, "A Küssla aus Licht'fels". Einzeln in Stanniol gewickelt erfreut er sich bis heute bei Einheimischen und Gästen großer Beliebtheit.


Herr über die "Goldnuggets"

Herr über die vielen "Goldnuggets" ist der Leiter des Tourismusbüros Lichtenfels Harald Fischer. Bei einem Rathausempfang erfreute er beim Lichtenfelser Schützenfest eine große Delegation aus Vandalia nicht nur mit Pianomusik, sondern sorgte mit den kleinen Goldstücken auch für kulinarischen Genuss. Die "Küssla" verteilen er und sein Team bei Gästeehrungen, Teilnehmern an Konferenzen, Besuchergruppen und an Mitglieder der Partnerstädte aus Vandalia, Prestwick, Cournon und Ariccia.
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