Lichtenfels
Verhandlung

Lichtenfelser beschert einen 15. Juli voll "Ekel und Scham"

Ein 45-jährige Lichtenfelser ist durch exhibitionistische Handlungen aufgefallen. Jetzt steht eine Therapie im Raum.
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Die Verhandlung wegen exhibitionistischer Handlungen wird fortgesetzt. Foto: Ferdinand Merzbach
Die Verhandlung wegen exhibitionistischer Handlungen wird fortgesetzt. Foto: Ferdinand Merzbach

Es wird einen Fortsetzungstermin geben. Dann wird die Frau zu Wort kommen, die in Erinnerung an den Juli 2018 von "Ekel und Scham" sprach. In Saal 11 des Amtsgerichts kam am Freitag ein Fall um exhibitionistische Handlungen zum Aufruf.

Viel zu sagen hatte der 45-jährige Lichtenfelser nicht. Doch ob allein die Anklage für sich sprach, ist auch nicht klar. Denn lässt sich der Vorfall vom 15. Juli wirklich mit einem erschreckenden Vorfall aus der Vergangenheit begründen?

Gegen 21.45 Uhr soll der so weit geständige Angeklagte in Lichtenfels mehrmals mit seinem Pkw an einer Fußgängerin vorbeigefahren sein, um für sie sichtbar an seinem Glied zu manipulieren. Zumeist äußerte sich die Rechtsanwältin des Beschuldigten, Regina Taubert, auf die von Richter Alexander Zenefels und Staatsanwältin Tatjana Winterholer gestellten Fragen.

Die drehten sich um die Vorgeschichte des 45-Jährigen. Der verbrachte in Suizidgefahr schon Zeiten in einem Klinikum. Den Grund dafür habe ein sich vor seinen Augen abspielender doppelter Todesfall gebildet, der auch ob seiner Grausamkeit traumatisierend gewesen sei. Aus dieser Vorgeschichte ergab sich die Frage, ob die angeklagte Handlung bei dem Mann in Stresssituationen womöglich einer Ventilfunktion gleichkam. Was dies nahelegen mochte, war, dass der Mann schon einmal vor Jahren durch ähnliches Tun auffällig wurde und damals "familiäre Gründe" als Anlass angegeben hatte.

An dieser Stelle kam aber auch zur Sprache, dass der Angeklagte damals begutachtet wurde und ein Sachverständiger ihm bescheinigte, dass er die Tat nicht hätte begehen müssen. Aber der Mann attestierte auch, dass "keine Wiederholungsgefahr" bestünde.

An dieser Stelle hakte Richter Alexander Zenefels zu einem weiteren Punkt nach: "Der damalige Staatsanwalt hatte Sie gefragt, ob Sie sich behandeln lassen wollen - damals haben Sie abgelehnt." Auch Winterholer griff das auf und bescheinigte dem Angeklagten "dünne Antworten", schließlich habe er ja schon einmal eine Therapie abgelehnt.

Ein der Verhandlung beiwohnender Sozialpädagoge brach eine Lanze für den Lichtenfelser, wenngleich dieser auch "schwer Zugang zu seinen Gefühlen" habe. Auch auf dieser Aussage fußt der Entschluss des Gerichts, das Verfahren zunächst auszusetzen und es in Bezug auf den Beschuldigten zu einer Begutachtung hinsichtlich einer "sexuellen Anpassungsstörung" kommen zu lassen.

Ein Entschluss, der auch der Verteidigerin Taubert entgegenkam. Diese erklärte, dass ihr Mandant beim ersten Kennenlernen "in einem desolaten Zustand angetroffen" worden sei und sich die Einsicht zur Notwendigkeit für eine Behandlung gesteigert habe. Fortsetzungstermin von Amts wegen.

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