Oberwallenstadt

Lichtenfelser als Witze-Erzähler im Fernsehen

Hilmar Kraus aus Lichtenfels war Kandidat bei "Bayerns beste Witze" - auch für ihn selbst eine amüsante Erfahrung.
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Hilmar Kraus aus Lichtenfels in seinem Element als Witzeerzähler auf der Bühne Foto: BR/Sebastian Weidenbach
Hilmar Kraus aus Lichtenfels in seinem Element als Witzeerzähler auf der Bühne Foto: BR/Sebastian Weidenbach

Der Mann hat Humor und vor allem keine Scheu vor Publikum. Hilmar Kraus redete im Fernsehen, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und dem Publikum auf dem Münchner Nockherberg gefiel das. Dort nämlich war die zweite Folge der Show "Bayerns beste Witze" aufgezeichnet worden. Als vergangene Woche gesendet wurde, war Kraus gerade in Urlaub. Der Pensionär, früher Bundespolizist, fährt gerne mit seiner Frau im selbst gebauten Schäferwagen durchs Land, diesmal entlang der Donau. Zu seiner Überraschung wurde er von einem Landwirt, an dessen Hof er vorbeikam, und den er eigentlich nur freundlich auf dessen Erdbeeranbau angesprochen hatte, erkannt und beinahe wie eine Berühmtheit behandelt. Jener sei total von den Socken gewesen, erzählt Kraus, habe gleich seine Frau geholt und gesagt: "Der war gestern im Fernsehen!" Mit so etwas hatte der 68-Jährige nun wirklich nicht gerechnet.

Aus einer Laune heraus sei seine Teilnahme entstanden, erzählt Kraus. Bierlaune. Einer aus der Stammtisch-Runde beim Wichert, wo man sich jede Woche trifft, habe ihn angesprochen. "Der Bayerische Rundfunk sucht Witzeerzähler. Des wär doch was für dich!" Und er, Kraus, sei heim und habe sich noch vor dem Zubettgehen beworben. Ohne die Aufforderung hätte er das vielleicht gar nicht mitbekommen, denn er guckt nicht so viel Fernsehen, sagt er, verbringt lieber Zeit in seinem Garten. Die Witze musste man vorher schon mal erzählen und davon ein Video einschicken. So konnte der Sender Dubletten vermeiden und sicherstellen, dass die Kurzvorträge dem öffentlich-rechtlichen Programm angemessen sind. Also zu derb sollte die Ausdrucksweise nicht sein, hieß es.

Als Moderator führte der Sterne-Koch Alexander Herrmann durch die Show. Der ist genauso, wie er im Fernsehen rüberkommt, kann Hilmar Kraus bestätigen. "Das ist ein ganz Netter! Ein richtig lockerer Typ. Der passt zu dieser Sendung. Und natürlich ein Franke!"

Aufregung wegen der Zuschauer? Hilmar Kraus sieht das locker. "Ich bin einer, der sagt, ich bin dabei, die Gaudi ist es wert. Es geht doch um nix." Man gehe dort ja nicht hin, um etwas zu gewinnen.

Obwohl er einmal schon mit dem Witzeerzählen etwas gewonnen hatte. Das ist lange her, Anfang der 1990er-Jahre beim "Gaudimax" mit Gerd Rubenbauer, in Staffelstein, in der Brütting-Halle. Damals war er Erster geworden und hatte sich über eine Reise nach Spanien freuen können.

2017 war er dann in der Kleinen Komödie in Fürth (dem "Stammsitz" von Waltraud und Mariechen) mit Witzen aufgetreten. Auch ein Spaß, bei dem es mehr ums Dabeisein ging. Man hätte ja den Teilnehmern zum Beispiel ein "Krügla" fürs Mitmachen schenken können, meinte er. Stattdessen gab es einen Kleiderbügel. Darüber kann Kraus heute noch lachen: Der Kleiderbügel, das sei der eigentliche Witz der Veranstaltung gewesen...

Ende des folgenden Jahres dann die Aufzeichnung für "Bayerns beste Witze". Mit den drei Mitstreitern aus seiner Gruppe hatte er nur kurz vorher Kontakt, mit dem auf Platz eins gewählten Alfons "Fonse" traf er sich zum Schluss noch mal. Dass der vom rund 130 Personen zählenden Publikum im Saal auf den ersten Platz gewählt wurde, geht für Kraus völlig in Ordnung. "Fonse" sei der Beste gewesen, das müsse man neidlos anerkennen. Dritter geworden zu sein, ist für ihn ok. "Ich war da drunten, hab' eine schöne Übernachtung in München gehabt und die Dekoration, die Brotzeit, aufgegessen." Das Fazit lautet also: Zwar keinen Preis gewonnen, aber schön war's trotzdem. Und: "Wer isn scho vo Wallenstadt amoll am Nockherberg aufgetreten!?"

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