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Lichtenfels
Studiengebühren

Lichtenfels war beim Volksbegehren besser als Bayern

Das Volksbegehren gegen Studiengebühren in Bayern übersprang mit 14,4, Prozent deutlich die Hürde von 10 Prozent für eine Zulassung. Im Landkreis Lichtenfels waren es mit 15,8 Prozent noch einmal spürbar mehr. Für Bernhard Kasper, den Vorsitzenden der Freien Wähler im Kreistag, kommt das nicht überraschend.
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Die Studiengebühren in Bayern werden fallen. Damit wird es auch für Pendler aus dem Landkreis Lichtenfels günstiger, etwa an der Universität in Bamberg zu studieren.
Die Studiengebühren in Bayern werden fallen. Damit wird es auch für Pendler aus dem Landkreis Lichtenfels günstiger, etwa an der Universität in Bamberg zu studieren.
Die Freien Wähler waren die treibende Kraft hinter der Aktion: "Wir sind mit dem Ergebnis natürlich hochzufrieden." Es habe zwar eines Endspurts bedurft, "doch das Ergebnis ist eindeutig". Vor allem freut sich Kaspar, dass in seiner Heimatgemeinde Ebensfeld der Zuspruch mit 19,8 Prozent besonders hoch ausfiel. "Da trägt die Arbeit der Freien Wähler Früchte", spielt er darauf an, dass der Ebensfelder Raum eine Hochburg der Partei ist.

Peter Schmauser, Vorsitzender der CSU im Kreistag, betont auch noch einen anderen Aspekt: "Die hohe Beteiligung zeigt, dass das Thema nicht nur die Betroffenen selber interessiert hat, sondern bei uns eine sehr engagierte Bevölkerung lebt." Wie Kasper blickt er über das Thema Studiengebühren hinaus. Es wäre schön, wenn man auch im Landkreis eine universitäre Einrichtung bekommen könnte, sagen beide.


Thomas Meier, stellvertretender Leiter des Gymnasiums Burgkunstadt, sieht das Ergebnis ebenfalls positiv. "Man muss sich bewusst sein, dass Bildung Geld kostet, sicher hat die Studiengebühr zur Finanzierung beigetragen. Doch ein Studium ist teuer, nicht jede Familie kann sich das leisten, selbst besser Verdienende müssen sich einschränken."

Das Ergebnis von 15,8 Prozent sieht er auch aus einem anderen Grund als Erfolg an: "Das zeigt, dass sich die Menschen für das Thema Bildung interessieren, und das ist positiv." Insgesamt trugen sich in den Rathäusern 8665 Landkreisbewohner ein. In den elf Gemeinden im Landkreis Lichtenfels erreichte das Volksbegehren "Nein zu Studienbeiträgen in Bayern" folgende Beteiligung:

Altenkunstadt,18,5 %,
Burgkunstadt 16,2 %,
Ebensfeld 19,8 %,
Hochstadt 14,7 %,
Lichtenfels 16,6 %,
Marktgraitz 10,3 %,
Marktzeuln 16,7 %,
Michelau 13,5 %,
Redwitz 17,4 %,
Bad Staffelstein 14,3 %,
Weismain 11,1, %,
Landkreis 15,8 %.


Kommentar von Tobias Kindermann:


Im Landkreis Lichtenfels gibt es keine Universität, das Thema spielt sich in den Städten ab. Könnte man denken, wenn man den Titel "Nein zu Studienbeiträgen in Bayern" des Volksbegehrens liest. Das Ergebnis im Landkreis beweist: Die Einwohner hier denken anders, zum Glück. Landesweit 14,4, Prozent, vor Ort 15,8 Prozent.
"Das zeigt, dass sich die Menschen für das Thema Bildung interessieren, und das ist positiv", sagt der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums Burgkunstadt, Thomas Meier. So etwas ist nicht nur positiv, es ist dringend notwendig.

Damit der Lichtenfelser Raum nicht zu einem großen Wohnvorort für die Städte Bamberg, Coburg und Kulmbach mutiert, braucht man Firmen und Institutionen, die qualifizierte Arbeitsplätze bieten. Und die benötigen gut ausgebildete Menschen.

Damit die jungen Menschen in der Region bleiben, brauchen sie ein gutes Bildungsangebot. Aus dem Landkreis nach Bamberg und Coburg an Universität und Hochschule pendeln zu können, muss bezahlbar bleiben. Die Verzicht auf eine Studiengebühr ist nur ein Glied in dieser Kette, aber es ist eine Hürde weniger auf dem Weg zu einer weiterführenden Ausbildung. Wer vor Ort studieren kann, bleibt auch eher vor Ort zum Leben. So einfach ist das. Und so notwendig.

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