Lichtenfels
Bildung

Lichtenfels: Schüler entwickeln Gehirn-Jogging-Spiele für Senioren

Schüler des Meranier-Gymnasiums Lichtenfels haben in einem Seminar Spiele entwickelt. Dabei steht Mathematik im Vordergrund, um Senioren fit zu halten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Hannah Flettner erklärt den Senioren ihr Spiel. Für die "Bierwanderung" müssen Mathe-Aufgaben gelöst werden. Christoph Wiedemann
Hannah Flettner erklärt den Senioren ihr Spiel. Für die "Bierwanderung" müssen Mathe-Aufgaben gelöst werden. Christoph Wiedemann
+4 Bilder

Normalerweise werden solche Aktionen immer mit Grundschülern gemacht, doch zwei Lehrerinnen des Meranier-Gymnasiums wollten das ändern: "Wir wollten was für Senioren machen", sagt die Mathelehrerin Susanne Eichinger. Ihre Schüler entwickelten deshalb mathematische Spiele für Senioren. Die Schüler nennen das Gehirn-Jogging.

Acht verschiedene Spiele haben die Schüler entwickelt. Jedes hat seinen eigenen Charme und verschiedene Herausforderungen. Die Test-Personen kommen von der Seniorengruppe Lichtenfels. 19 Teilnehmer wollen die Spiele der Schüler ausprobieren.

Dafür haben sich die Schüler überlegt, wie sie den Spielen eine eigene Handschrift aufdrücken können: "Wir wollten das Thema Heimat in die Spiele integrieren", sagt die Schülerin Annika Fischer.

Das haben sie geschafft. So entwickelte Hannah Flettner das Spiel "Bierwanderung". Sie hat selbst eine Karte gemalt, in die sie verschiedene Städte und Gasthöfe eingetragen hat. Diese Karte ist in viele kleine Felder untergliedert. Eine Spielfigur muss nun alle Stätten ablaufen.

Schwierigkeiten für Entwickler

Die Figur bewegt sich allerdings nur, wenn man Matheaufgaben korrekt löst. Der Beginn ist noch simpel, wie "5 - 4 Felder nach rechts und 11 + 1 Felder nach unten". Irgendwann müssen Quersummen errechnet oder Wurzeln gezogen werden.

Die Idee kam von ihrem Vater, der mit seinen Freunden aus Frankfurt jährlich eine Bierwanderung in der Heimat macht. Die Schwierigkeit lag in der Erstellung der Mathe-Aufgaben. "Ich musste erst testen, ob die Aufgaben zu schwer oder zu leicht sind", erläutert Hannah Flettner.

Zwei Schüler nahmen an einem Seminar der Bildungshäuser Vierzehnheiligen - "Geistig fit bleiben für Senioren - teil, wie Lehrerin Eichinger erklärt. Sie holten sich dort viele Informationen, auch aus Büchern oder Magazinen. So haben sie erfahren, welche Spiele sich für ihre Projekt eignen.

Geeignet ist auch eine Art Domino, das Marie Böhmer erfunden hat. Es gibt mehrere Karten, auf denen ein Ergebnis und eine Matheaufgabe stehen. Mit der Startkarte wird begonnen. Nun muss eine Zahl errechnet und die Karte mit dieser Zahl unten angelegt werden. Darauf befindet sich dann die nächste Mathematik-Aufgabe.

Seniorengruppe hilft Schülern

"Am Ende, wenn alle Karten angelegt sind, dreht man die Karten herum - und der Wanderweg zum Staffelberg erscheint", erklärt Marie Böhmer. Zumindest, wenn alle Aufgaben richtig gelöst wurden.

"Normalerweise spielen wir einmal im Monat Karten: Romee oder Skippo", erläutert die Leiterin der Seniorengruppe, Christine Achtmann. Aber auch diese Spiele gefallen den Senioren.

"Ich habe schon gesagt, dass ich ein Spiel kopiert haben möchte, weil es so gut ist", sagt Achtmann. Sie organisierte sogar den Raum in Lichtenfels, in dem Schüler und Senioren zum Spielenachmittag zusammenkamen.

Von allen Tischen hört man Gemurmel und Gelächter. "Sehen Sie uns denn nicht lachen?", antwortet Brigitte Feodoroff-Koßmann auf die Frage, ob die Spiele Spaß machen. Die Aufgaben werden gemeinsam in einer Gruppe gelöst. "Alleine wären einige auch ziemlich knifflig, aber gemeinsam geht das", sagt die Seniorin weiter.

Nicht nur Zahlen sind gefragt

So lösen die Senioren gemeinsam das Spiel "Buchstabenrätsel". Das Spielbrett ist dem von Scrabble nachempfunden. In der Mitte steht in Großbuchstaben: Lichtenfels. "Die Senioren sollen nun irgendwelche Wörter zum Thema Lichtenfels an dieses Wort anknüpfen", erklärt die Erfinderin Annemarie Storath.

So reiht sich häufig der Staffelberg an das S von Lichtenfels. "Bisher haben alle Gruppen mindestens zehn Wörter geschafft", sagt die Spielleiterin Michaela Kellner.

Am Ende des Spielenachmittags werden alle Ergebnisse ausgewertet. Die Senioren erhalten Urkunden mit ihren Platzierungen und einen kleinen Schoko-Nikolaus als Dankeschön fürs Mitmachen, sagt die Schülerin Annika Fischer.

Für die Schüler ist nach diesem Tag allerdings noch nicht Schluss. Sie erwarten noch die Benotung ihrer Spiele.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren