Lichtenfels
Stromausfall

Licht aus bei Weka in Lichtenfels - mal wieder

Geschäftsführer Paul Schnell ist sauer: Siebenmal stand die Weka in Lichtenfels in den vergangenen elf Monaten ohne Strom da. Jetzt reagiert der Stromversorger Bayernwerk.
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Verkäuferin Heidi Beier zeigt eine Kasse im Kaufhaus. Bei Stromausfall funktioniert zwar ein Notlicht, aber die Kassensysteme fallen aus.
Verkäuferin Heidi Beier zeigt eine Kasse im Kaufhaus. Bei Stromausfall funktioniert zwar ein Notlicht, aber die Kassensysteme fallen aus.
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Als das Licht plötzlich ausging, arbeitete Heidi Beier gerade in der Herrenabteilung: Am vergangenen Donnerstagnachmittag war einiges los in der Weka in der Innenstadt - wie immer zu Schulanfang. Stromausfall - mal wieder. "Ein Mann war in der Umkleide, eine Dame suchte ihren Mann, der auf der Toilette war." Es brannte nur noch das batteriebetriebene Notlicht. Also nur jede dritte Lampe an der Decke, die Strahler zur Beleuchtung der Waren erloschen ganz.

Die Mitarbeiter führten die Besucher aus Sicherheitsgründen heraus. Rund eine Stunde später kam der Strom wieder, doch die Kundschaft war weg: "Die konnten sich ja nicht mal drüben beim Söllner oder beim Fuchs einen Kaffee holen - da war ja auch alles dunkel", sagt Filialleiterin Martina Fug. Die Lichtenfelser Filiale war siebenmal in den vergangenen elf Monaten betroffen, fünfmal während der Öffnungszeiten.

"Mit so etwas treibt man die Kunden jedes Mal komplett aus der Innenstadt", sagt Weka-Geschäftsführer Paul Schnell. Und ob sie wiederkommen, wenn das Licht wieder da ist und die Kassen wieder laufen? Schnell zweifelt. Die Weka hat Kaufhäuser in Lichtenfels, Kronach, Schleiz und Reichenbach. So etwas wie in Lichtenfels kennt er aus keiner anderen Filiale.

Die Liste der Ausfälle ist lang geworden

27. November 2012, 13. Dezember 2012 und in diesem Jahr am 4. März und 19. März, Dauer zwischen 30 und 45 Minuten. Und jetzt am Donnerstag, 12. September, fast noch einmal eine Stunde. Dazu zweimal während der Nachtstunden, so dass die Alarmanlage anschlug - die Liste ist lang geworden.

Schnell wundert sich, dass der öffentliche Protest nicht größer ausfällt, eine Werbung für den Standort Lichtenfels sehe sicher anders aus. Und er sei auch sicher nicht der Einzige, der Umsatzeinbußen dadurch hat. Oder Produktionsausfälle.

Inzwischen hat er sich zweimal an den Stromversorger Eon, die heutige Bayernwerk AG, gewendet, um Schadenersatz zu bekommen. Eine solche Häufung sei einfach nicht normal. Doch 2012 bekam er von der Allianz eine ablehnende Antwort, im Mai von der HDI. "Die haben anscheinend den Versicherer gewechselt." Doch nicht die Position: "Der Schaden am Verbindungsteil war nicht zu erwarten und trat für die Eon Bayern unerwartet und unvermeidbar auf", schrieb die HDI. Man bitte höflich um Kenntnis, dass ein Ausgleich der Schadenersatzforderung nicht möglich sei.

Neue Kabel am Montag

Wie hoch die gewesen sei? Nun, 15 Mitarbeiter könnten rund eine Stunde nicht arbeiten, dazu komme der Umsatzverlust. Beim kürzesten Stromausfall setzte Schnell 2200 Euro an. Doch jetzt scheint sich etwas zu tun: "So etwas ist schon sehr ärgerlich", räumt die Pressesprecherin der Bayernwerk, Esther Knemeyer-Pereira, ein. Ab Montag werden sieben Kilometer neue Mittelspannungskabel (20.000 Volt) verlegt: ein neues Kabel vom Umspannwerk Oberwallenstadt zum Fachmarktzentrum, der zweite Teil führt nach Schney. Das dritte Kabel wird vom Umspannwerk Oberwallenstadt in Richtung Schalthaus Lichtenfels verlegt. Außerdem wird in der Mainau auch eine neue Trafostation errichtet. Mit diesem Maßnahmenpaket soll nicht nur die Stromversorgung der Innenstadt, sondern auch des Fachmarktzentrums in der Mainau verbessert werden. Die Kosten dafür betragen 670.000 Euro.

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