Lichtenfels
Ausbildungasmesse

"Landkreis Lichtenfels ist eine Bildungsregion"

Über 100 Firmen, Institutionen, Verbände und Behörden präsentierten sich in der Berufsschule.
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Beim BRK-Stand demonstrierte der Bundesfreiwilligendienstler Jeremias Felix (links) zusammen mit den beiden Schülern Peter Eck und Noah Schmölzing einen Tragestuhl, mit dem gebehinderte Personen transportiert werden können. Fotos: Alfred Thiereth
Beim BRK-Stand demonstrierte der Bundesfreiwilligendienstler Jeremias Felix (links) zusammen mit den beiden Schülern Peter Eck und Noah Schmölzing einen Tragestuhl, mit dem gebehinderte Personen transportiert werden können. Fotos: Alfred Thiereth
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Mit Infoständen und praktischen Demonstrationen präsentierten sich am Samstag über 100 Firmen, Institutionen, Verbände und Behörden auf der 23. Ausbildungsmesse in der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels. Hunderte von Schülern nahmen die Gelegenheit wahr, sich in Arbeitskursen oder an den Ständen der Unternehmen über bestimmte Berufsbilder zu informieren.

Hans-Jürgen Lichy, der Leiter der Berufsschule, verwies auf den enormen wirtschaftlichen Fortschritt in unserer Region, von der auch seine Schule profitiere. So würden in dem neu geschaffenen Zukunftsberuf Kaufmann für E-Commerce seit September bereits 41 Auszubildende aus Betrieben aus ganz Oberfranken die Berufsschule besuchen. Der Schulleiter konnte gleich noch eine weitere erfreuliche Nachricht verkünden. Zum Wintersemester 2019/2020 sei die Berufsschule als eine von zwei Beschulungsstandorten in Bayern für den dualen Studiengang E-Commerce ausgewählt worden. Auch der Ausbildungsberuf Fachinformatiker werde stark nachgefragt. So verzeichne die Schule im laufenden Schuljahr die Rekordzahl von 275 Auszubildenden in zwölf Klassen. Um die derzeitige positive wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu gestalten, brauche es jedoch sowohl gut ausgebildete jungen Menschen in den Zukunftstechnologien als auch in Berufen, die die Rahmenbedingungen gestalten und die Infrastruktur schaffen, nämlich im Handwerk, bei Dienstleistungen und im sozialen Bereich.

Das berufliche Angebot bei der Ausbildungsmesse sei jedenfalls für die jungen Leute riesig. Über 100 Firmen und Bildungseinrichtungen würden über mehr als 200 Ausbildungsberufe und berufliche Bildungsgänge sowie rund 60 duale Studiengänge informieren, hob der Schulleiter hervor.

Wandel bei der Berufsausbildung

Landrat Christian Meißner betonte, dass die hohe Ausstellerbeteiligung den großen Stellenwert der Ausbildungsmesse zeige. Er besuche regelmäßig Firmen aus der Region, um sich über die aktuelle Situation zu informieren. Bemerkenswert sei der schnelle Wandel bei der Berufsausbildung in der heutigen Zeit. Die Betriebe seien auf der Suche nach motivierten Mitarbeitern, so dass sich den Schülern viele Chancen in beruflicher Hinsicht bieten würden. Dass die Firmen die Ausbildung gut machen würden, zeigten unter anderem die Ergebnisse des vom Landkreis alle zwei Jahre ausgelobten Wettbewerbs "Ausbildungslöwe".

Die jungen Leute hätten bei der Ausbildungsmesse die einmalige Gelegenheit, sich bei den unterschiedlichsten Firmen aus erster Hand, nämlich von Auszubildenden, den Ausbildungsleitern oder sogar den Chefs beraten zu lassen. "Der Landkreis ist Bildungsregion und macht sich auf den Weg zur digitalen Bildungsregion. Wir wollen die Schulen digital ausrüsten, brauchen dazu aber Vorgaben seitens der Regierung", betonte der Landrat.

Er machte auch auf die Wichtigkeit der Berufswahl aufmerksam, die schließlich prägend für das ganze Leben sein wird. Anschließend begab sich der Landrat zusammen mit dem Schulleiter, dem Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich und weiteren Ehrengästen auf einen Rundgang durch die weitläufige Messe, wobei sich anregende Gespräche mit den Firmenvertretern ergaben. Gleichzeitig erfolgte natürlich ein Ansturm der Schüler auf die Stände der Betriebe. Über alle Etagen verteilt machten viele renommierte Firmen mit ihren Informationsständen auf sich und ihr vielfältigen Ausbildungsplätze aufmerksam. An den meisten Ständen waren nicht nur die Ausbildungsleiter, sondern vor allem meist mehrere Auszubildende vertreten, an die sich die interessierten Schüler ohne Hemmschwelle mit ihren Fragen wenden konnten. An vielen Ständen konnten die Schüler bei praktischen Übungen ihr handwerkliches Geschick oder ihr technisches Verständnis beweisen. Den Besuchern fielen besonders zwei Azubi-Projekte ins Auge. So dominierte ein riesiger Superheld den Stand der Firma "Hofmann - Ihr Möglichmacher", den eine Gruppe von Azubis mittels eines 3D-Druckers in einer Druckzeit von 152 Tage herstellte. Ständig umlagert war der Cocktail-Roboter bei der Firma SMIA, den der duale Student Thomas Kirchner entwickelt hatte, wobei die Besucher zwischen acht verschiedenen Getränken wählen konnten. Aber nicht nur die Industrie, sondern auch die Bereiche Dienstleistung und Verwaltung hatten viele interessante Berufsfelder zu bieten. So zeigten unter anderem Bankinstitute, Versicherungen, Krankenkassen, Pflegeeinrichtungen, Berufsfachschulen, Polizei und natürlich die Stadt Lichtenfels und der Landkreis den Jugendlichen interessante berufliche Entwicklungsmöglichkeiten auf. Gerade in den Pflegeberufen werden noch Auszubildende gesucht. Auch die Agentur für Arbeit, die Handwerkskammer und die IHK waren vertreten. Bemerkenswert war, dass die Schüler sehr oft von ihren Eltern begleitet wurden. Zudem hatten die Schüler die Möglichkeit bei 14 Arbeitskursen noch mehr über eine bestimmte Berufsausbildung zu erfahren und auch gleich praktische Erfahrungen zu sammeln. Die 23. Ausbildungsmesse hatte wieder einen großen Erfolg zu verzeichnen. Sehr viele Schüler nutzten die einmalige Gelegenheit, sich bei den zahlreich vertretenen Firmen und Institutionen über einen interessanten Ausbildungsberuf oder ein duales Studium zu informieren. Selten hatten aber auch die Jugendlichen eine so große Auswahl an zukunftsträchtigen Berufen zur Verfügung, so dass eigentlich jeder Schüler den seinen Neigungen und seinem Können entsprechenden Beruf finden sollte.

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